Superschneller Börsenhandel soll eingedämmt werden
Deutschland fordert Grenzen für Computer-Börsenhandel
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 17:27 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 25. Sep 2012 / 20:29 Uhr
Experten zufolge macht der Hochfrequenzhandel in Deutschland schon 40 Prozent der Umsätze aus, in den USA sogar 70 Prozent.
Experten zufolge macht der Hochfrequenzhandel in Deutschland schon 40 Prozent der Umsätze aus, in den USA sogar 70 Prozent.

Bern - Die deutsche Bundesregierung prescht in der EU bei der Regulierung des umstrittenen Hochfrequenzhandels an den Börsen voran. Das Kabinett will am Mittwoch einen Gesetzentwurf verabschieden, mit dem die Betreiber von superschnellen Computer-Handelssystemen erstmals besonders beaufsichtigt werden.

Online Broker, Finanzdienstleister
2 Meldungen im Zusammenhang
Allerdings verzichtet der Entwurf, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, auf die Einführung einer Mindesthaltedauer, wie sie im EU-Parlament debattiert wird. Die schwarz-gelbe Koalition beschränkt sich stattdessen auf die Vorsorge gegen Marktmanipulation. Ausserdem bekommen die Börsen die Macht, den Rechnern im Notfall den Stecker zu ziehen.

Das Gesetz zur Eindämmung des Hochfrequenzhandels ist Teil einer Regulierungswelle, mit der die deutsche Bundesregierung die Börsen sicherer machen will. Dabei wählt sie immer häufiger den Weg, die EU anzutreiben, indem sie in Deutschland Fakten schafft. So gilt in Deutschland bereits ein Verbot von Leerverkäufen. Auch bei der Umsetzung der Basel-III-Eigenkapitalregeln für Banken ist die Deutschland weiter als der Gesetzgebungsprozess der EU.

Der Hochfrequenzhandel steht beispielhaft für die fortschreitende Technisierung und Beschleunigung der Börsen. Mit den superschnellen IT-Systemen schlagen die Betreiber selbst aus minimalen Kursdifferenzen Profit, indem die Rechner binnen Millisekunden zahllose Handelsaufträge an die Börse abfeuern. Experten zufolge macht der Hochfrequenzhandel in Deutschland schon 40 Prozent der Umsätze aus, in den USA sogar 70 Prozent.

Bisher keine besonderen Gesetze

Bisher unterliegen die Betreiber solcher Handelssysteme keiner gesonderten Gesetzgebung. Tatsächlich ist Deutschland eines der erster Länder überhaupt, das sie spezifisch reguliert. Als Beispiel für die Risiken wird häufig der «Flash-Crash» in den USA im Mai 2010 angeführt: Damals hatte der Dow Jones-Index binnen Minuten rund 1000 Punkte verloren.

Die Ursache war ein fehlerhafter Verkaufsauftrag, dessen Effekt von den Rechnern verstärkt wurde. Erst Anfang August dieses Jahres hatte der US-Finanzdienstleister Knight Capital die Wall Street ins Chaos gestürzt, weil er Probleme mit einer neuen Software hatte.

Schwankungen ausschliessen

Ziel des deutschen Gesetzes ist es, solche Schwankungen künftig auszuschliessen. Dazu wird an drei Hebeln angesetzt: Die knapp 20 Betreiber der superschnellen Handelsplattformen in Deutschland - und Dritte, die sich ihrer bedienen - müssen sich registrieren lassen und der Aufsicht die Algorithmen offenlegen.

Für den Hochfrequenzhandel selbst werden Leitplanken eingezogen: So muss zwischen blossen Orderanfragen und ausgeführten Orders ein angemessenes Verhältnis bestehen (order-to-trade-ratio), zudem wird die Zahl der Nachkommastellen bei den Kursen von Finanzprodukten beschränkt. Andere Praktiken wie «Scalping» werden als Missbrauch eingestuft. Dabei wird versucht, durch irreführende Marktsignale die Kurse zu beeinflussen.

Als wichtigste Neuerung des Gesetzes gilt in der Regierung aber, dass die Börsen bei ungewöhnlichen Kursschwankungen den Handel unterbrechen können: Die Menschen sollen so die Zeit gewinnen zu verstehen, was bei den Computern falsch läuft.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Der geplante Zusammenschluss von Deutscher Börse und New York Stock Exchange (NYSE) wird nicht nur Arbeitsplätze kosten, ... mehr lesen
Deutsche Börse in Frankfurt: Hier werden mit Xetra auch Arbeitsplätze verschwinden.
Im Jahr verloren die Kurse der Tech-Sektoren bis zu 90 Prozent.
Berlin - Die Börsen weltweit haben ... mehr lesen
Beratung, Entwicklung und Betrieb von Informations- und Handelssystemen für Finanzdienstleister.
Online Broker, Finanzdienstleister
Tesla-Chef Elon Musk kündigt eine neue Produktlinie an.
Tesla-Chef Elon Musk kündigt eine neue Produktlinie an.
Neue Produktlinie angekündigt  New York - Tesla-Chef Elon Musk hat den Aktienkurs seines Unternehmens mit einem kryptischen Tweet angeschoben. Eine grosse neue Produktlinie - «kein Auto» - werde am 30. April enthüllt, liess Musk seine 1,86 Millionen Twitter-Follower am Montag (Ortszeit) wissen. 
Eines kann man den Akteuren an den Finanzmärkten nicht vorwerfen, dass sie sich keine Mühe geben würden, immer komplexere und schwerer verständliche Produkte zu entwickeln. Ökonomen, ... mehr lesen
Immer komplexere und schwerer verständliche Finanzprodukte werden entwickelt.
«Die positive Ergebnisentwicklung dokumentiert, dass unsere Strategie, die wiederkehrenden Erträge der Gruppe nachhaltig zu steigern, sukzessive Früchte trägt». (Symbolbild)
Fondsgesellschaft mit positivem Effekt  Zürich - Die auf Aktienanlagen spezialisierte Vermögensverwalterin Bellevue Group ...  
Rückzug nach Ölpreis-Absturz  New York - Der Ölpreisverfall vertreibt US-Multimilliardär und Investorenlegende Warren ...  
Warren Buffett zieht sich aus dem Energiesektor zurück.
Titel Forum Teaser
Die Solar Impulse 2 mit Pilot André Borschberg in Chongqing.
Green Investment Solar Impulse 2 landet sicher in China Chongqing - Trotz unerwartet starken Gegenwindes hat ...
Es ist wichtig, den richtigen Umgang mit den eigenen Daten zu lernen.
Startup News Eigene Daten richtig schützen - Methoden und Programme zum Datenschutz Das Internet hat die wichtigsten Bereiche des alltäglichen Lebens übernommen, sei es Online Banking, Familienerinnerungen, soziales ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
27.03.2015
26.03.2015
26.03.2015
SO SUCCDINA Logo
26.03.2015
POLY Vertriebs-Service Logo
26.03.2015
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 1°C 2°C leicht bewölkt, Schneefall bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 1°C 3°C leicht bewölkt, wenig Schneefall bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 1°C 4°C bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 5°C 8°C leicht bewölkt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
Luzern 6°C 6°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 6°C 9°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 12°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten