Risiko für Aufkommen sozialer Unruhen verstärkt
Weltweite Arbeitslosigkeit wird 2012 und 2013 zunehmen
publiziert: Montag, 30. Apr 2012 / 08:21 Uhr
Die Jugendarbeitslosigkeit habe in 80 Prozent der entwickelten Volkswirtschaften und in zwei Drittel der in Entwicklung begriffenen Länder zugenommen. (Symbolbild)
Die Jugendarbeitslosigkeit habe in 80 Prozent der entwickelten Volkswirtschaften und in zwei Drittel der in Entwicklung begriffenen Länder zugenommen. (Symbolbild)

Genf - Der Arbeitsmarkt wird sich in den Jahren 2012 und 2013 weltweit verschlechtern, erklärt die Internationale Organisation für Arbeit (ILO) am Montag in ihrem neuesten Bericht. Im laufenden Jahr würden 6 Millionen, im Jahr darauf 5 Millionen mehr Menschen arbeitslos sein.

9 Meldungen im Zusammenhang
Dem Bericht zufolge steigt die weltweite Arbeitslosigkeit im Jahr 2012 somit auf 202 Millionen Personen gegenüber 196 Millionen im Vorjahr. 2013 wird die Zahl gemäss Schätzung der UNO-Sonderorganisation dann gar auf 207 Millionen ansteigen.

Die neueste Zahlen fallen allerdings etwas besser aus, als ILO-Vizegeneraldirektor Guy Ryder noch zu Monatsbeginn in einem Interview mit deutschen Zeitung «Welt» in Aussicht gestellt hatte. Ryder hatte von 204 Millionen Arbeitslosen im Jahr 2012 und 209 Millionen per Ende 2013 gesprochen.

Sparpolitik ist kontraproduktiv

In ihrem am Montag erschienenen Bericht kritisiert die ILO vor allem die derzeit grassierende Sparpolitik in der Euro-Zone. Sie vertiefe die Krise und könnte gar zu einer erneuten Rezession in Europa führen.

Das Vorkrisen-Niveau des Jahres 2007 werde der Arbeitsmarkt so erst 2016 wieder erreichen. In früheren Schätzungen war die UNO-Sonderorganisation noch von einer Rückkehr zu damaligen Zahlen im Jahr 2014 oder 2015 ausgegangen.

Nachdem sich der Arbeitsmarkt im Jahr 2010 und Anfang 2011 noch leicht erholt habe, sei es gegen Ende des vergangenen Jahres wieder zu einer Verschlechterung gekommen, erklärt die ILO weiter. In zwei Drittel der europäischen Länder nehme die Arbeitslosigkeit derzeit zu, und auch die jüngste Erholung in den USA sei mit Vorsicht zu geniessen. Nur in Lateinamerika gehe es derzeit aufwärts.

Besorgniserregend sei insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit. Diese habe in 80 Prozent der entwickelten Volkswirtschaften und in zwei Drittel der in Entwicklung begriffenen Länder zugenommen. Auch die Dauer des arbeitslosen Zustands erhöhe sich zunehmend: Über 40 Prozent der Arbeitssuchenden in Industrieländern seien bereits seit einem Jahr oder länger ohne Erfolg geblieben.

Günstigere Bedingungen schaffen

Die zunehmende Arbeitslosigkeit werde auch das Risiko für das Aufkommen sozialer Unruhen verstärken, schätzt die ILO. Ein solches Gefahrenpotenzial ortet sie in 57 der 106 untersuchten Länder. Anstatt zu sparen, sollten deshalb vielmehr günstige Bedingungen für die Ermöglichung von Arbeitstätigkeit geschaffen werden.

Zu diesen zählt die ILO unter anderen Steuererleichterungen, Investitionen der öffentlichen Hand und bessere Sozialleistungen. Gemeinsam könnten diese Massnahmen bis zu 2 Millionen neuer Arbeitsplätze in den Industrieländern generieren.

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luxemburg/Brüssel - Die Wirtschaftskrise hat die Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone auf einen neuen Rekord getrieben. Im November ... mehr lesen
Im November waren in den 17 Ländern mit der Gemeinschaftswährung 18,8 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. (Symbolbild)
Tokio - Rund um den Globus sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) derzeit gut 30 Millionen Menschen ... mehr lesen
ILO-Chef Guy Ryder hält seine Rede am Samstag vor dem IWF. (Archivbild)
Der eingeschlagene Sparkurs behindere eine rasche Erholung der Arbeitsmärkte für Jugendliche. (Symbolbild)
Berlin - Die mit der Finanz- und Wirtschaftskrise drastisch gestiegene Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird nach einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ... mehr lesen
Bern - Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist im April weiter gesunken. Lag sie Ende März noch bei 3,2 Prozent, betrug sie Ende April ... mehr lesen
Die Zahl der bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) gemeldeten offenen Stellen erhöhte sich um 444 auf 18'306.
Weitere Artikel im Zusammenhang
In Spanien sind 24,1 Prozent arbeitslos.
Luxemburg - Noch nie waren in den Euro-Ländern so viele Menschen ohne Job: Im März hatten 17,36 Millionen ... mehr lesen
New York - In Spanien ist die Arbeitslosenquote im April auf den höchsten Stand seit 18 Jahren gestiegen. In der viertgrössten ... mehr lesen
Steigende Armut in Spanien. (Symbolbild)
Keine Besserung in Aussicht.
Athen - Jeder zweite junge Grieche ist ohne Job. 50,8 Prozent der Menschen ... mehr lesen
Berlin - Die Zahl der Arbeitslosen weltweit steigt nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Arbeit (ILO) bis Ende 2013 auf 209 Millionen. Dabei werde die dramatische Lage vor allem für Jugendliche in Südeuropa zu sozialen Unruhen führen, sagte Vize-Generaldirektor Guy Ryder der deutschen Zeitung «Welt». mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Die Thalys-Züge bleiben heute in den Bahnhöfen ...
Hochgeschwindigkeitsverkehr komplett eingestellt  Brüssel - Ein Streik hat in Belgien den zweiten Tag in Folge den Zugverkehr erheblich behindert. Nach Angaben der Bahngesellschaft SNCB fielen im südlichen Teil des Landes am Dienstagmorgen alle Verbindungen aus, im Norden waren 60 Prozent betroffen. 
Arbeitsplätze bleiben in der Schweiz  Schaffhausen - Trotz des Frankenschocks will der Industriekonzern Georg ...  
Der Industriekonzern Georg Fischer wird weiterhin Forschung, Entwicklung und Produktion in der Schweiz tätigen.
Die Bevölkerung kann an teils Orten wieder tanken.
Krise noch nicht überstanden  Paris - Die französische Regierung bemüht sich um eine Lösung der Benzinkrise. Dazu diente am Samstag auch ein Treffen mit Vertretern des Öl- ...  
Trotz der Proteste möchte Hollande hart bleiben. (Archivbild)
Gewerkschaftsproteste in Frankreich Paris - Trotz anhaltender Gewerkschaftsproteste will Frankreichs Präsident François Hollande die Arbeitsmarktreform zum Abschluss ...
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nur ein ziemlicher Trottel kann annehmen, dass es etwas mit Zivilcourage zu hat, wenn er an einer ... Fr, 17.06.16 12:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Meine Anwälte sagen: "Aus einem Esel wird wird in tausend Jahren kein Golfisch, ... Di, 14.06.16 20:10
  • jorian aus Dulliken 1754
    Saudumm? Die Frage ist nur WER! Sie haben mich verleumdet. Sie haben übel über mich geredet! (Dies ... Di, 14.06.16 03:57
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Wer Kritik als persöliche Beleidigung empfindet, wer Kritik als mundtot-machen ... So, 12.06.16 12:24
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Sehr, sehr traurig... Für den Jorian ist eine Redaktion eine Anstalt, die Zenzur immer dann ... Mo, 06.06.16 21:11
  • mcdale aus St. Gallen 106
    Pech aber auch Mit den Freidenkern wollte man unabhängig erscheinen, vergass aber ... Fr, 03.06.16 11:36
  • Pacino aus Brittnau 730
    Gute, unzensierte Plattform . . . . . . es ist echt schade darum. Klar wurden gelegentlich Blogger auch ... Fr, 03.06.16 09:19
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 13
Das Crowdfunding hat um 73 Prozent zugelegt.
Startup News Crowdfunding in der Schweiz markant gewachsen Luzern - Auf tiefem Niveau ist der Markt für Schwarmfinanzierung (sog. Crowdfunding) in der Schweiz erneut stark gewachsen. Diese Art der Geldbeschaffung ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
Spezialist für legales Anstellen und Versichern im Haushalt.
quitt.ch
Birmensdorferstrasse 94
8003 Zürich
 
Publinews
                   
Kaffee gehört für viele Arbeitnehmer fest zum Büroalltag dazu
Publinews Eine gute Tasse Kaffee gehört für viele Menschen fest zum Alltag. Während manche den Muntermacher hauptsächlich morgens nach dem Aufstehen brauchen, trinken ... mehr lesen
Online-Dating wird immer beliebter - heute setzen schon viel mehr Menschen bei der Partnersuche auf das Internet als noch einige Jahre zuvor. Die Tendenz geht zudem zum mobilen Online-Dating.
Publinews Online-Dating erfreut sich grosser Beliebtheit. Dies ist angesichts von ca. 1,5 Millionen Singles in der Schweiz auch kein Wunder. Dabei sind für den ... mehr lesen
Ohne Social Media geht es nicht
Publinews Horisen AG  Soziale Netzwerke gehören zum modernen Marketing-Alltag längst dazu. Deshalb hast du vermutlich auch schon einmal darüber nachgedacht, dir eine ...
Ist das gewünschte Grundstück tatsächlich für das eigene Bauprojekt geeignet? Worauf sollten Käufer dabei achten?
Publinews Laut Statistik Schweiz waren im Jahr 2000 fast drei Viertel der in der Eidgenossenschaft existierenden 3,57 Millionen Wohnungen in der Hand von ... mehr lesen
-1
Publinews Die meisten von uns sitzen den ganzen Tag an ihrem Arbeitsplatz – unser Rücken bestraft das auf längere Sicht mit Rückenschmerzen. Um sie ... mehr lesen
Warte nicht länger, sondern mach dich auf den spannenden Weg zu deinem eigenen Film.
Publinews Kamera läuft!  Smartphones machen es möglich: wir haben unsere kleine Video-Kamera immer dabei und filmen laufend, was uns bewegt, was lustig, skurril oder sehenswert ist. ...
Gilt ein MBA auch heute noch als Karriereboost? Diese Frage lässt sich grundsätzlich bejahen.
Publinews Wer seine berufliche Karriere als Ingenieur oder in einem technischen Beruf startet, muss nicht stets in dieser Position verharren. Gerade Ingenieure und ... mehr lesen
Webhosting meint die Bereitstellung des nötigen Speicherplatzes für deine Seite im Netz.
Publinews Webhosting - das Beste für deine Website  Was steckt eigentlich hinter einer Internetseite? Nun ja, das sind natürlich vor allem deren Inhalte. Ob Text, Grafik, Video ...
Der Kauf einer Immobilie sollte immer abgewogen werden.
Publinews Auch am Schweizer Kapitalmarkt sind die Entwicklungen der vergangenen Jahre hinsichtlich der Leitzinssenkungen nicht spurlos vorübergegangen. Betrachtet ... mehr lesen
Nimm noch heute Kontakt mit uns auf.
Publinews Tipps für erfolgreiches Online Marketing  Hast du schon einmal darüber nachgedacht, die alten Marketing-Pfade zu verlassen und vielversprechende, modernere Wege zu gehen?
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
S Logo
S
23.06.2016
23.06.2016
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
rose's choice Logo
23.06.2016
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 19°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 21°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
St. Gallen 18°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Bern 21°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 20°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft bewölkt, etwas Regen
Genf 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft freundlich
Lugano 21°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten