Panikkäufe in Bangladesch
Reispreis-Hoch stürzt Entwicklungsländer ins Chaos
publiziert: Freitag, 28. Jan 2011 / 08:40 Uhr
Ein Arbeiter auf einem Reisfeld in Kambodscha.
Ein Arbeiter auf einem Reisfeld in Kambodscha.

Dhaka/Oberursel - Die Preise für Reis versetzen Entwicklungsländer wie Bangladesch in Schockstarre. So hat das arme Land angekündigt, bis Ende Juni doppelt so viel von dem Grundnahrungsmittel zu importieren wie bislang geplant.

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Begründet wird dieser Schritt mit Panikkäufen, denn Leute, die normalerweise zehn Kilogramm benötigen, tätigen Hamsterkäufe und kaufen doppelt so viel ein, berichtet Bloomberg unter Berufung auf das Generaldirektorium für Lebensmittel.

«Im Vergleich zu Getreidesorten zeigt der Reispreis eine relative Schwäche. Auch wenn der Preis noch längst nicht das Niveau aus dem Jahr 2008 erreicht hat, bleibt die Lage kritisch», verdeutlicht Robert Rethfeld von Wellenreiter Invest gegenüber pressetext. Dem Experten nach ist mit einem weiteren Preisanstieg für Reis zu rechnen. Dies hätte jedoch zur Folge, dass sich auch die Inflationsproblematik in Asien verschärfen würde.

Auch angesichts der Unruhen in Tunesien und Ägypten, die sich unter anderem an zu hohen Lebensmittelpreisen entzündet haben, droht laut der Weltbank «eine der grössten Bedrohungen für die wirtschaftliche Erholung und die soziale Stabilität». Dass die aktuelle Lage nach wie vor angespannt ist, zeigt sich vor allem am Beispiel Bangladesch. Dort erreichte der Reispreis im Dezember einen Rekord und erhöhte sich FAO-Angaben nach 2010 um über 40 Prozent.

Ausfälle in Thailand und Vietnam

Weil es nur eine begrenzte Anzahl von Exporteuren gibt, ist der Reismarkt besonders sensibel für Schwankungen. Zu allem Überfluss kommen Ernteausfälle in den Exportländern Thailand und Vietnam noch dazu. Prognosen gehen 2011 von Rückgängen aus. Die Ernten in Thailand werden in der aktuellen Saison um bis zu 1,6 Prozent auf 31,7 Mio. Tonnen schrumpfen, so die Behörden. In Vietnam wird ein Rückgang von 39,99 Mio. auf 39,75 Mio. Tonnen vorhergesagt.

Um eine Versorgung mit Lebensmitteln in Afrika sicherzustellen und weitere Preiskapriolen zu verhindern, fordert die Weltbank eine verstärkte Unterstützung der Bauern in Afrika. Dort befinden sich mehr als 50 Prozent der landwirtschaftlich bestellbaren Fläche. Eine schärfere Regulierung der Rohstoffspekulanten hält die Weltbank hingegen für weniger dringlich. Vor allem die USA bemühen sich derzeit um eine strengere Überwachung von Spekulanten.

(dyn/pte)

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