Indien darf künftig Atomtechnologie einführen
publiziert: Samstag, 6. Sep 2008 / 13:36 Uhr / aktualisiert: Samstag, 6. Sep 2008 / 15:34 Uhr

Wien - Indien darf künftig Nukleartechnologie einführen, obwohl das Land den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat. Die Atom-Lieferländer haben der Aufhebung eines 34 Jahre alten Embargos für die Lieferung von Atomtechnologie zugestimmt.

Indien darf künftig wieder Nukleartechnologie einführen.
Indien darf künftig wieder Nukleartechnologie einführen.
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Der Einigung der 45 Exportländer für Nukleartechnologie waren dreitägige Beratungen vorausgegangen, da Österreich, die Schweiz, Irland, die Niederlande, Norwegen und Neuseeland der Aufhebung kritisch gegenüberstanden und strenge Konsequenzen für den Fall gefordert hatten, dass Indien erneut eine Atombombe testen sollte. Ausserdem würden dadurch Verhandlungen mit anderen Staaten, wie etwa dem Iran, erschwert.

Die USA hatten sich bei der NSG für die komplette Aufhebung des Lieferverbotes gegen Indien eingesetzt. Dies war eine Bedingung Indiens, damit ein zwischen beiden Ländern 2006 geschlossenes Atom-Abkommen in Kraft treten kann. Die USA argumentieren, die Zusammenarbeit im zivilen Nuklearsektor könnte Indien an den Atomwaffensperrvertrag heranführen.

Mit der Aufhebung des Embargos ist Indien nun in der Lage, sich von anderen Ländern Atomtechnologie liefern zu lassen, um seinen ständig steigenden Energiebedarf zu decken. Unter anderem will das südostasiatische Land bis 2012 mindestens acht neue Atomkraftwerke bauen. Neben den USA hoffen auch Länder wie Frankreich und Russland auf diese lukrativen Aufträge.

Das Embargo gegen Indien war eine direkte Folge des Atomtests von 1974. Die NSG wurde damals gegründet und regelt den weltweiten Handel mit nuklearer Technologie. Momentan hat Deutschland den Vorsitz der Gruppe.

(smw/sda)

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