Britische Behörde lehnt Roche-Krebsmittel Avastin ab
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2010 / 08:43 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 24. Aug 2010 / 15:44 Uhr
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England lehnt das Roche-Krebsmittel Avastin ab.
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London - Der Pharmakonzern Roche hat sich die Rechte für eine Reihe potenzieller neuer Medikamente der US-Firma Aileron Therapeutics gesichert und will sich das bis zu 1,1 Mrd. Dollar kosten lassen.

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Vorerst erhält Aileron, die Arzneien gegen Krebs sowie Infektions-, Stoffwechsel-, immunologische und entzündliche Erkrankungen entwickelt, eine Vorauszahlung von 25 Millionen Dollar, wie Roche-Sprecherin Claudia Schmitt am Dienstag sagte. Weitere Zahlungen werden je nach Entwicklungsfortschritt in fünf ausgewählten Therapiegebieten fällig. Zusätzlich würde Aileron an künftigen Medikamentenumsätzen beteiligt.

Auf welche Therapiegebiete sich die Zusammenarbeit erstreckt, wurde nicht bekanntgegeben. Die Wirkstoffe befinden sich in der frühen Entwicklung und klinische Studien könnten in rund drei Jahren beginnen, sagte die Roche-Sprecherin.

Avastin für Briten zu teuer

Einen Rückschlag musste Roche hingegen am Dienstag aus Grossbritannien hinnehmen: Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat das Medikament Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs weiterhin als zu teuer abgelehnt - trotz eines neuen Preisvorschlags von Seiten des Pharmakonzerns.

Im Gegenzug werden von der Behörde mehrere andere Medikamente gegen Darmkrebs empfohlen, darunter Erbitux von Merck. Die jüngste Entscheidung der Behörde ist anfechtbar.

Abschlägig entschieden

Die Behörde habe abschlägig entschieden, weil es Roche nicht gelungen sei, die Kosteneffizienz der Behandlung aufzuzeigen. Die klinische Effektivität sei nicht zur Debatte gestanden, teilte Roche Grossbritannien am Dienstag mit. Damit sei Grossbritannien das wohl einzige industrialisierte Land, in dem zur Behandlung des fortgeschrittenen Darmkrebses Avastin nicht zur Verfügung stehe, stellt Roche fest.

Die britische Behörde hatte Avastin erstmals vor vier Jahren zurückgewiesen. Patientengruppen hatten sich vehement für eine Empfehlung eingesetzt und heben auch heute wieder zur Klage an.

(ade/sda)

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