Analysten: «Euro sinkt weiter» – Gelassenheit bei Yuan
publiziert: Mittwoch, 23. Jun 2010 / 17:05 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 24. Jun 2010 / 14:35 Uhr
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Die Schweizerische Nationalbank dürfte den Euro wohl nicht mehr stützen.
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Analysten erwarten, dass sich die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Franken weiter abschwächt. Am Mittwochnachmittag notierte der Euro erneut auf einer Rekordtiefe bei 1,3590 Franken.

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«Wir gehen davon aus, dass der Euro weiter an Terrain verliert und während den nächsten 3 bis 6 Monaten auf 1,33 Franken sinken könnte», sagt Analyst Marcus Hettinger von der Credit Suisse.

Er begründet dies damit, dass die Schweizerische Nationalbank nicht mehr intervenieren wird, da das Deflationsrisiko verschwunden ist.

Grundsätzlich ist ein starker Franken hemmend für die Exportwirtschaft. Die Nachfrage beim wichtigsten Handelspartner Deutschland sei aber weiter intakt, so Hettinger.

Tiefer Euro stützt deutsche Exportwirtschaft

Ökonom Beat Schumacher von der Zürcher Kantonalbank sieht das ähnlich. Er erwartet ebenfalls ein weiter sinkenden Euro. «Die deutsche Exportwirtschaft profitiert vom tiefen Euro, was sich eher positiv auch auf die Schweizer Zulieferer auswirkt», meint Schumacher.

Die Nachfrage nach hochwertigen und spezialisierten Schweizer Produkten sei nicht stark abhängig von Devisenschwankungen. «Ich denke, dass die SNB nur noch in einem geringen Ausmass intervenieren wird, etwa wenn extreme Schwankungen auftreten», sagt Schumacher.

«Yuan-Flexibilierung ohne grosse Auswirkung»

Aufgrund der angekündigten Flexibilisierung des chinesischen Yuan dürften andererseits die Preise für chinesische Produkte ansteigen, allerdings nur leicht. Faktoren wie die Nachfrage oder die Lohnkosten in China sind entscheidender.

Die momentan andauernden Streiks in China könnten höhere Löhne am chinesischen Arbeitsmarkt zur Folge haben, was entscheidender als der Yuan zur Verteuerung beiträgt. Wie Analyst Hettinger schätzt auch Ökonom Schumacher, dass sich der Yuan gegenüber dem Dollar innerhalb eines Jahres um gegen 5 Prozent erhöhen wird und damit auf etwa 6,50 je US-Dollar zu liegen kommt.

 

(Harald Tappeiner/news.ch)

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