iPhone-Hype: Widerstand ist zwecklos

publiziert: Samstag, 16. Feb 2008 / 14:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 21. Feb 2008 / 15:03 Uhr

Barcelona - Auf dem Mobile World Congress (MWC), der diese Woche über die Bühne gegangen ist, haben Hersteller von Mobiltelefonen ihre neuesten Handys der Öffentlichkeit präsentiert.

Apple trotz Abwesenheit bei der Handymesse in Barcelona allgegenwärtig.
Apple trotz Abwesenheit bei der Handymesse in Barcelona allgegenwärtig.
4 Meldungen im Zusammenhang
Unter den Geräten fanden sich viele Produkte, deren Gemeinsamkeit vor allem war, dass sie sich dem Vergleich mit Apples iPhone stellen mussten. Freilich bemühten sich die Unternehmen zu betonen, dass man keine Kopie des Apple-Handys entwickelt habe.

iPhone setzt Massstäbe

Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass das iPhone der Branche seinen Stempel aufgedrückt hat. Apple war zwar als Unternehmen nicht auf dem MWC vertreten, sein Schatten reichte dennoch allemal bis Barcelona. «Den Vergleich mit dem iPhone müssen sich die Hersteller noch einige Zeit gefallen lassen, schliesslich ist es Apple gelungen einen Massstab zu setzen», erklärt Markenexperte Markus Hübner, Geschäftsführer von Brandflow, im Gespräch.

«Design und Vermarktung des Produkts waren ausgezeichnet, zudem hat es Apple verstanden, auf die User zu hören. Das Gerät wurde entsprechend der Nutzung durch die Besitzer entwickelt. Das Ergebnis ist stimmig», so Hübner.

Manchmal ist weniger mehr

Funktionale Neuerungen brachte das Gerät freilich kaum. Vielmehr verstanden es die Designer, Kompromisse zu schliessen, auf Features zu verzichten und das Endprodukt dennoch als revolutionär zu verkaufen. «Firmen wie Sony Ericsson und Nokia haben lange versucht, es allen Kunden recht zu machen und viele Funktionen in die Geräte verbaut.» Mit ihren Geräten erreichten sie jeweils eine bestimmte Zielgruppe, die Masse jedoch kaum. «Es hat nicht funktioniert, denn manchmal ist weniger mehr», so Hübner.

Begeisterung aufschnappen, jedoch nicht komplett aufnehmen

Für die Apple-Konkurrenten ist der Ausweg aus dem iPhone-Dilemma eine Gratwanderung. «Die Hersteller können sich durchaus das iPhone als Referenzgerät hernehmen, müssen es jedoch schaffen, ihrer eigenen Markenlinie treu zu bleiben. Vor allem Stammfunktionen, die Kunden bereits gewohnt sind, dürfen in künftigen Produkten nicht fehlen», analysiert Hübner. Das Credo lautet: Die Begeisterung aufschnappen, jedoch nicht komplett aufnehmen. Ansonsten würde man die eigene Marke verwässern, so Hübner.

Vergleiche mit dem iPhone werden erst dann der Vergangenheit angehören, wenn ein Unternehmen eine neue Benchmark setzt. Solange werde das Unternehmen aus Cupertino jedoch weiterhin die Themenführerschaft bei Usability und Design innehaben.

iPhone als Paradebeispiel

Der Konsument wird sich künftig ebenfalls vermehrt mit iPhone-Klonen konfrontiert sehen, zumal das Bedienkonzept durchdacht ist und Entwickler versuchen, die Linie nachzuahmen. «Bis zum iPhone gab es kein Mobiltelefon, das ohne Handbuch ausgeliefert wurde. Die intuitive Benutzerführung des Apple-Telefons machte dies jedoch möglich», erläutert Hübner.

So wird das iPhone als Paradebeispiel für eine einfache Benutzerführung gelobt. Zwar ist der Touchscreen keine Apple-Erfindung und die einfach angeordneten, grossen Menü-Icons ein Zugeständnis an die ungenaue Ansteuerung per Fingerspitze. Die Simplizität scheint jedoch zahlreiche Anhänger zu finden, die bereit sind, dafür kostspielige Mobilfunkverträge abzuschliessen.

Zugeschrieben wird dem iPhone auch die Wegbereitung für die mobile Internetnutzung. Diese Ansicht stösst allerdings auf geteilte Meinungen. Beispielsweise ist schon die langsame Mobilfunkverbindung GPRS schlecht für die Übertragung kompletter Webseiten geeignet, die eigentlich für den PC gestaltet wurden.

Wegbereitung für die mobile Internetnutzung

Apple hat zwar mit der Multitouch-Steuerung die Handhabung von Webseiten auf kleinen Displays gut gelöst, da mit Fingerbewegungen auf einfache Weise in Seiten hinein- sowie herausgezoomt werden kann. Jedoch befindet sich mit Opera schon seit einiger Zeit ein Unternehmen am Markt, das bereits lange vor Apple mobile Browserlösungen lanciert und dabei die Herausforderung, das Web auf ein kleines Display zu bringen, gut gelöst hat.

Opera-Mobile-Version stellt zudem ganze Webseiten dar

Der norwegische Browserhersteller komprimiert die auf dem mobilen Endgerät angeforderten Seiten auf einem eigenen Server und passt sie an das kleine Handydisplay an. Die aktuelle Opera-Mobile-Version stellt zudem ganze Webseiten dar und erleichtert mithilfe einer Zoomfunktion die Navigation.

Allein durch die mediale Beachtung und die Diskussionen in der Community wird das iPhone weiterhin prominent im Hinterkopf der User und Entwickler vertreten bleiben. Wie keinem Hersteller zuvor ist es Apple gelungen, die Aspekte seines Geräts in das richtige Licht zu rücken. Dadurch wird das iPhone selbst dort zum Massstab, wo es gar keine Pionierarbeit leistet.

Apple-Boss Steve Jobs' perfekte Inszenierung

Einen grossen Anteil daran hat auch Apple-Boss Steve Jobs. «Er steht für sein Unternehmen, wie kein anderer Manager. Er hat einen Zugang zur Szene, strahlt Glaubwürdigkeit aus und beherrscht die Inszenierung perfekt», erläutet Hübner. Dabei geht es nicht um die aktuellsten technischen Machbarkeiten, sondern um eine durchdachte Umsetzung und eingängige Präsentation.

Betrachtet man die Mac-Produkte, so spiegele sich diese Einstellung ebenfalls wider, so der Experte. Leistungsmässig seien diese nie die besten Geräte am Markt gewesen und zudem teuer. Sie verkauften sich aber dennoch über die besondere Kundenbindung und das Design.

(li/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese wirtschaft.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Seit das iPhone, zumindest bei unseren Nachbarn, erhältlich ist, spricht man bei der Bedienung von mobilen Geräten fast ... mehr lesen
Nokia will «niemals» ein Handy mit Windows Mobile bauen.
Barcelona - Der Software-Riese Microsoft nutzt den Mobile World Congress regelmässig zur Eigen-Darstellung und will auch in diesem Jahr in Barcelona wieder unter Beweis stellen, dass man auch als ... mehr lesen
CEO mit Charisma.
New York - Apple-Chef Steve Jobs ... mehr lesen
Die photo basel 2024 ist die einzige Fotokunstmesse der Schweiz.
Die photo basel 2024 ist die einzige Fotokunstmesse der Schweiz.
Fotografie 450 Kunstwerke von 150 Künstlern  Die photo basel 2024, die führende Kunstmesse der Schweiz für Fotografie, findet vom 11. bis 16. Juni im Volkshaus Basel statt. In ihrer neunten Auflage präsentiert die Messe stolz 41 renommierte Galerien aus 15 Ländern mit über 450 eindrucksvollen Werken von mehr als 150 Künstlern. mehr lesen  
Galerien Der Gang über die BRAFA ist wie das Eintauchen in eine Welt, in der Schönheit und Eleganz zum Geniessen einladen. Sammler:innen und ... mehr lesen  
Zur Zeit ist viel Geld unterwegs - der Kunstmarkt boomt sehr stark.
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.wirtschaft.ch/ajax/top5.aspx?ID=1&col=COL_2_1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
Viele Start-ups in der Schweiz haben sich dem Umweltschutz verschrieben.
Green Investment Start-ups für die Nachhaltigkeit aus der Schweiz Kaum ein anderes Land in Europa ist beim ...
Der Erfolg einer Boutique steht und fällt mit der Leidenschaft und dem Engagement des Gründers.
Startup News Von der Idee zum Geschäft: Gründung und Eröffnung einer Boutique Der Traum von der eigenen Boutique - für viele Modefans und Geschäftsenthusiasten eine reizvolle Vorstellung. Doch hinter dem glamourösen ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Ein modernes Badezimmer.
Publinews Hohe Wände und Stuck an der Decke sind für viele äusserst reizvoll, Wand- und Bodenfliesen, aber auch Badewanne oder Dusche dürfen im Bad dagegen gerne etwas moderner ... mehr lesen
Hat man finanzielle Probleme, ist es höchste Zeit, für eine Senkung der monatlichen Belastungen zu sorgen.
Publinews Die unbezahlten Rechnungen türmen sich, die Gläubiger machen Druck und Sie wissen einfach nicht mehr, wie Sie die offenen Forderungen noch bezahlen ... mehr lesen
Solarmodule bieten eine autarke Energiequelle, die unabhängig von der Infrastruktur des Stromnetzes funktioniert.
Publinews Die Telekommunikationsbranche steht vor einer bedeutenden Herausforderung: die Versorgung von Mobilfunkmasten mit ... mehr lesen
Powder Brows.
Publinews Im dynamischen Kosmetiksektor sind stetige Anpassungen und Innovationen unerlässlich, um den Ansprüchen der Kunden ... mehr lesen
Volvo EX30
Publinews HYRA Ein Volvo flexibel im Abo.  Für viele Unternehmen ist ein Geschäftswagen unverzichtbar, aber statt Kauf oder Leasing bietet HYRA von Volvo eine flexiblere Option. Es ist die ... mehr lesen
Customer Experience (CX).
Publinews Eine gute Customer Experience - kurz CX - ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Denn: Positive ... mehr lesen
Im Schatten lässt es sich besser am Laptop arbeiten.
Publinews Ihr Terrassenbüro: Schaffen Sie den idealen Arbeitsplatz im Freien  In unserer schnelllebigen Zeit, in der das Homeoffice nicht mehr nur eine vorübergehende Lösung, sondern ein dauerhafter ... mehr lesen
Firmen ohne eigene Design- und IT-Abteilung sind mit der Gestaltung und Programmierung ihrer eigenen Website häufig überfordert.
Publinews Eine informative und professionell wirkende Website ist für Firmen unverzichtbar. Diese umzusetzen, erfordert technisches Know-how, ein Gefühl für die eigene Marke ... mehr lesen
Für Windows 11 wird ein relativ aktuelles Notebook benötigt.
Publinews Das 2015 veröffentlichte Windows 10 läuft wie seinerzeit Windows 7 besonders stabil und solide. Es gilt als ausgereift. Das hat sich ... mehr lesen
Hauptsächlich wird CBD-Marihuana zerkleinert und geraucht. Nicht im Bild: CBD-Gummibärchen.
Publinews CBD Gummibärchen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit bei Verbrauchern auf der ganzen Welt. Aber was macht sie so besonders und ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
14.06.2024
CEEEcon Logo
14.06.2024
TRAVELER Logo
14.06.2024
14.06.2024
14.06.2024
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 23°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Basel 16°C 22°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
St. Gallen 15°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Bern 14°C 24°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Luzern 15°C 24°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Genf 19°C 25°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten