Wieder Uran-Austritt in französischem AKW
publiziert: Freitag, 18. Jul 2008 / 17:20 Uhr

Bern - In Frankreich hat es erneut einen Störfall in einer Atomanlage gegeben. Aus einem Werk in Romans-sur-Isere südlich von Lyon sei «zwischen 120 und 750 Gramm Uran» flüssiges Uran ausgetreten, erklärte die Atomaufsicht.

Aus einem unterirdischen Rohr trat flüssiges Uran aus.
Aus einem unterirdischen Rohr trat flüssiges Uran aus.
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Ein Expertenteam sei zum Unglücksort geschickt worden, um das möglicherweise mehrere Jahre alte Leck zu untersuchen. Laut der Betreiberfirma Areva besteht keine Gefahr für die Umwelt. Die defekte Pipeline sei mittlerweile gesperrt worden. Es ist der zweite bekanntgewordene Störfall in Frankreich in diesem Monat.

Die undichte Stelle befinde sich an einem unterirdischen Rohr, das flüssiges Uran transportiere, teilte Areva mit. Der Riss an der Leitung sei bereits «einige Jahre alt». Die Rohre entsprächen anscheinend nicht den Sicherheitsvorschriften. Das Unternehmen werde mit der Säuberung des betroffenen Gebietes beginnen.

Den Kontrolleuren zufolge sei der Vorfall auf der gängigen Gefahrenskala von null bis sieben bei eins einzuordnen - als «Anomalie».

«Nicht vergleichbar mit Tricastin»

Der erneute Zwischenfall sei dennoch nicht vergleichbar mit Tricastin, sagte eine ASN-Sprecherin. In Romans-sur-Isère sei kein Uran in die Umwelt gelangt, und das Grundwasser sei «sehr weit weg».

Frankreichs Umweltminister Jean-Louis Borloo sagte an einer Medienkonferenz, er wolle bis zum Herbst alle Mechanismen der französischen Atomanlagen eingehend prüfen, vor allem was Information, Kontrollen und Sicherheitsmassnahmen angehe.

Wichtig sei ihm auch, dass nach einem Zwischenfall schnell gehandelt werde: Eine Betreiberfirma müsse die zuständigen Stellen «sofort informieren, nicht drei Stunden danach», kritisierte der Minister.

In Tricastin waren Anfang vergangener Woche in einem Betrieb zur Reinigung radioaktiv verstrahlter Materialien sechs Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit in die Umwelt gelangt.

(ht/sda)

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Xiao Su, Professor für Chemie- und Biomolekulartechnik an der Universität Illinois.
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