64 Prozent der Unternehmen riskieren Verstösse gegen Datenschutzgesetz

Viele Unternehmen missbrauchen Kundendaten

publiziert: Donnerstag, 8. Feb 2007 / 07:37 Uhr

64 Prozent der IT-Entscheidungsträger nutzen echte Kundendaten für Anwendungstests. Damit gehen sie das Risiko von Bussgeldern oder anderen Massnahmen nach dem Datenschutzgesetz ein. Dies ergabe eine Umfrage von Compuware in Zusammenarbeit mit NIFIS (Nationale Initiative für Internet-Sicherheit) in Deutschland.

Das Anonymisieren von Daten ermöglicht eine reale Testumgebung ohne Rückschlussgefahr auf Personen.
Das Anonymisieren von Daten ermöglicht eine reale Testumgebung ohne Rückschlussgefahr auf Personen.
Das Gesetz verbietet es Unternehmen, Ist-Daten für andere Zwecke zu nutzen als für die, derentwegen sie erhoben wurden. In der Schweiz gelten entsprechende Regeln. Für die Untersuchung wurden mehr als 100 deutsche IT-Führungskräften befragt.

Zu wenig mit Gesetz vertraut

Trotz zahlreicher, hoch brisanter Fälle von Betrug, Spam und Cybercrime sorgen Unternehmen noch immer nicht dafür, dass ihre Verfahren für den Datenschutz so strikt wie möglich konzipiert werden. Obwohl das Datenschutzgesetz bereits 1990 in Kraft trat, gaben 36 Prozent der IT-Entscheidungsträger an, dass sie nicht umfassend mit dem Gesetz vertraut sind. So kann es nicht verwundern, dass ein erheblicher Teil der Befragten das Risiko eines Verstosses gegen das Gesetz eingeht, indem sie ohne Beachtung datenschutzrechtlicher Vorschriften echte Kundendaten zum Testen von Anwendungen nutzen.

«Unternehmen haben ausreichend Zeit gehabt, um sich mit den notwendigen Massnahmen zum Datenschutz vertraut zu machen und entsprechend zu implementieren», kommentiert Gerald Pfeiffer, Manager Solutions Delivery bei Compuware. «Wenn sie keine stringenten Verfahren einsetzen, riskieren sie, dass Kundendaten unbemerkt an Dritte gelangen. Dies kann nicht nur ernsthafte Auswirkungen auf das Vertrauen der Kunden und auf den Ruf des Unternehmens haben sondern auch das Geschäftsergebnis beeinträchtigen.»

Non Disclosure Agreement

Die Untersuchungsergebnisse legen nahe, dass dokumentiert werden muss, wie und zu welchem Zweck IT-Abteilungen Kundendaten nutzen. Darüber hinaus hat sich die Datenschutzproblematik auch dadurch verschärft, dass in den vergangenen Jahren viele Unternehmen Arbeiten an externe Dienstleister auslagern. Dabei ist nicht immer ausgeschlossen, dass Angestellte von Outsourcing-Unternehmen vertrauliche Informationen weitergeben. Allerdings geben immerhin 53 Prozent der Befragten an, bei der Vergabe von Softwaretests an externe Partner Vertraulichkeitsvereinbarungen (Non Disclosure Agreements oder NDA) abzuschliessen.

Imageschaden grösser als Bussgeld

«Unternehmen müssen ihre Massnahmen zum Schutz von personenbezogenen Daten überdenken, damit diese nicht in die Umgebung der Anwendungstests gelangen», rät Ralf Woldt, Managing Director Compuware AG. «Testumgebungen sind von Natur aus unsichere Orte für die Verarbeitung von echten Kundendaten; auch deshalb, weil Ausdrucke und Test-Blätter während der Tests neben PC liegen gelassen werden. Wenn die Kundendaten nach aussen gelangen, müssen die Unternehmen mit Bussgeldern rechnen. Der mögliche Imageschaden kann jedoch deutlich schlimmer sein.»

Lösung: Daten anonymisieren

Ein naheliegendes Vorgehen wäre es, keine Kundendaten für Tests zu nutzen, doch das ist nicht so einfach. Sofern Unternehmen nicht umfangreiche Datenmengen nutzen, die eine Anwendung komplett und gründlich unter «Live»-Bedingungen testen, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlern im späteren Live-Einsatz sehr hoch. Daher haben Unternehmen die Wahl, entweder zeit- und kostenaufwändig umfassende Testdaten zu schaffen, die für den Zweck der Anwendung geeignet sind, oder Daten zu desensibilisieren, was einige Felder jedoch ungültig machen könnte. Der Anwendungstest wäre damit unvollständig.

Eine Möglichkeit zur Lösung dieses Problems ist die Anonymisierung der Daten. Durch den Austausch bekannter Werte wie zum Beispiel Adressen mit anderen Werten können Kundendaten anonymisiert werden, sodass von diesen nicht mehr auf die Person zurück geschlossen werden kann, sie aber noch immer vom System in der ganzen Organisation verarbeitet werden können. Dabei bleiben wichtige Felder intakt, wie beispielsweise die Postleitzahl. Dieser Prozess kann automatisiert werden, damit menschliches Versagen ausgeschlossen wird.

Ganzheitlicher Blick

«Warum sollte man Daten in einer unsicheren Umgebung schützen, wenn das Problem von Anfang an vermieden werden kann», fragt Ralf Woldt. «Die Lösung des Problems ist keineswegs einfach. Allerdings können Organisationen die Herausforderung annehmen, indem sie ganzheitlich auf ihre Geschäftsprozesse blicken und darauf schauen, wie Kundendaten von den Anwendungen, die diese Prozesse unterstützen, genutzt werden. Mit dieser Analyse kann dann bestimmt werden, welche Daten für einen Gebrauch beim Anwendungstest anonymisiert werden müssen. Dieser Ansatz ermöglicht es den Unternehmen, eine Anwendung umfassend zu testen, ohne dass sensible Informationen eingesehen werden können oder unbemerkt nach aussen gelangen.»

(mw)

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