Verkehrsverlagerung: Schienen sind lukrativer!
publiziert: Montag, 3. Mai 2021 / 15:32 Uhr
Die Bahn ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel.
Die Bahn ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel.

Der Ausstoss von Treibhausgasen ist das Hauptproblem des Verkehrssektors in Deutschland.

Wer sich für den Umweltschutz einsetzt, benötigt eine praktikable Alternative. Klimafreundliche Schienenfahrzeuge verlagern den Verkehr von der Strasse auf die Schienen.

Waren legen immer weitere Strecken zurück

Mittlerweile werden Waren über deutlich längere Strecken transportiert als noch vor wenigen Jahren. Geschuldet sind diese Wege dem globalen Markt, aber auch der fortschreitenden Integration Europas. Wer auf Schienenfahrzeuge statt Strassenverkehr setzt, trägt zu einer gesunden Umwelt bei. Neue Märkte und neue Anbieter machen den Schienenverkehr wettbewerbsfähig und kundenorientiert. Was ihn so bedeutend macht? Energieeffizienz und die zunehmende Containerisierung. Das führt dazu, dass die Tendenz, den Schienengüterverkehr über die Landesgrenzen hinweg einzusetzen, steigt.

Was macht Schienenfahrzeuge so sinnvoll?

Der Transport über die Strasse erzeugt rund 20 Prozent der Treibhausgase innerhalb Deutschlands. Zwar reduzieren andere Wirtschaftssektoren ihre CO2-Emissionen, doch der Verkehr produziert nach wie vor so viel Kohlendioxid wie 1990. Rund 95 Prozent sind auf den Strassenverkehr zurückzuführen.

Das macht es unausweichlich, den Verkehr zu verlagern. Die Bahnen setzen mittlerweile zu über 60 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen.
Das macht die Bahn zum umweltfreundlichsten Verkehrsmittel - sowohl privat als auch im Güterverkehr. Pro Tonne je Kilometer verursacht ein Güterzug, verglichen mit einem Lkw, ein Viertel an Kohlendioxid. Privatpersonen sparen so rund zwei Drittel an CO2, wenn sie die Bahn dem Auto vorziehen.

Das sind die Vorteile der Güterzüge

Nicht nur die Umweltämter setzen sich für die Verlagerung des Verkehrs ein. Zahlreiche Spediteure und Verlader sprechen sich ebenso für den Güterverkehr auf Schienen aus. Dabei geht es nicht ausschliesslich darum, die CO2-Emissionen zu senken.
  • Effizienz: Den Schienenverkehr in die Transportkette einzubinden ist, verglichen mit dem Lkw-Transport, wirtschaftlicher.
  • Sicherheit: Statistiken zufolge ereignen sich im Schienengüterverkehr weniger Gefahrgutunfälle. Deshalb setzen Unternehmen beim Transport von Gefahrengütern vermehrt auf Güterzüge.
  • Kontrolle: Logistische Prozesse lassen sich im Betrieb einfacher planen.
  • Unkompliziert: Wer die Anlieferung bündelt, vermeidet Lkw-Verkehr auf dem Werksgelände. Das sorgt für effizientere Abläufe.
  • Verlässlich: Schienenverkehr ist verlässlicher, da es unterwegs selten zu Verzögerungen kommt.
  • Reputation: Umweltfaktoren spielen für Verbraucher eine zunehmend wichtige Rolle. Eine gute CO2-Bilanz trägt zu einem guten Image bei.
So gelingt die Verlagerung auf die Schienen

Infrastrukturell und rechtlich gibt es zahlreiche Methoden, um den Marktanteil des Güterverkehrs auf Schienen anzuheben.

Kombination von Verkehrsmitteln

Beim kombinierten Verkehr setzen Unternehmen unterschiedliche Verkehrsträger ein. Einen grossen Teil bewältigen die Güter auf dem Schienennetz. Im Vor- und Nachlauf erfolgt der Transport weiterhin im Strassenverkehr, meist mittels Lkws. Um den Anteil des Schienenverkehrs zu erhöhen, ist ein gezielter Ausbau der Infrastruktur notwendig. Umschlagterminals wie auch der Anschluss an das Schienennetz sind die zentralen Punkte, die es künftig zu optimieren gilt.

Das Schienennetz ausbauen

Die Grundvoraussetzung, um den Verkehr von der Strasse weg zu verlagern, ist ein gut ausgebautes Schienennetz. Ein zusätzlicher Ausbau der Hauptverkehrsachsen verbessert die Möglichkeiten des Schienenverkehrs. Auch längere Güterzüge steigern die Effizienz. Das Standardmass in der EU liegt aktuell bei 740 Metern. In Deutschland hingegen beträgt die Länge von 60 Prozent der Güterzüge nur 600 Meter. Durch längere Züge gewinnt das Schienennetz zusätzlich an Attraktivität.

Belastung des Schienenverkehrs senken

In vielen Bereichen leidet der Schienenverkehr unter seinen Belastungen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Erneuerbare-Energien-Umlage (EEG-Umlage). Diese wird sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr auf den Fahrstrom umgerechnet. Für Unternehmen im Eisenbahnverkehr, die auf Ökostrom setzen, fallen damit 70 Millionen Euro mehr pro Jahr an. Die Steuern auf Diesel und Benzin sind hingegen unverändert. Sollen weitere Unternehmen auf umweltfreundlichen Verkehr umsteigen, muss die Politik eingreifen. Für die Umwelt lohnt es sich, wenn klimaschädliche Verkehrsträger mehr belastet werden als die umweltfreundlichen.

Förderprogramme für Firmen

Unternehmen, die ihren Verkehr verlagern, müssen gegebenenfalls investieren. Beispielsweise gilt es, eine Verladestation zu bauen oder einen Gleisanschluss in die Wege zu leiten. Seit 2004 trägt die Bundesregierung einen Teil dieser Kosten mithilfe eines Förderprogrammes. Um diese Förderung in Anspruch zu nehmen, müssen Unternehmen einen bestimmten Mindestumfang auf den Schienengüterverkehr verlagern. Durch eine höhere Förderungssumme würde das Interesse der Firmen sicher steigen, da die Hilfestellung umfangreicher ausfallen würde.

(ba/pd)

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