Verkaufte Goldreserven: SNB hat sich verspekuliert

publiziert: Samstag, 9. Mai 2009 / 09:33 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Mai 2009 / 10:34 Uhr

London/Zürich/Frankfurt - Die europäischen Zentralbanken haben ihre Goldreserven innerhalb der vergangenen Dekade deutlich reduziert und dabei kräftig verloren. Insgesamt versenkten sie in dem Zeitraum rund 40 Mrd. Dollar durch die Verkäufe.

Die Verkäufe bringen Währungshüter in einer Dekade um 40 Mrd. Dollar.
Die Verkäufe bringen Währungshüter in einer Dekade um 40 Mrd. Dollar.
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Wie die Financial Times berichtet, nahm der Fauxpas vor genau zehn Jahren, am 7. Mai 1999, seinen Ursprung, als der damalige britische Schatzkanzler Gordon Brown erste Goldverkäufe durch die Bank of England ankündigte. Die Erlöse sollten in gewinnträchtige Kapitalanlagen wie etwa Staatsanleihen gesteckt werden.

Schon im Jahresverlauf stimmten europaweit verschiedene Notenbanken auf die ablehnende Haltung gegenüber dem Rohstoff ein und stiessen ihre Reserven tonnenweise ab. Am heftigsten hat sich dabei die Schweizerische Nationalbank (SNB) verspekuliert.

«Die Zentralbanken sehen einen steigenden Goldpreis nicht gerne. Der Rohstoff ist nicht mehr Teil ihrer Währungspolitik und hat seine monetäre Rolle verloren. Stattdessen haben sich die Notenbanken gegen das Gold entschieden und sich den Papierwährungen zugewandt», erklärt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst bei der Commerzbank.

Seit 1999 haben, den britischen Währungshütern folgend, Zentralbanken in Frankreich, Spanien, Portugal oder auch den Niederlanden Goldreserven mit einem Volumen von insgesamt 3800 Tonnen bzw. 56 Mrd. Dollar versetzt. Am stärksten hat sich die SNB mit einem überwiegenden Anteil von 1550 Tonnen an dem Ausverkauf beteiligt.

Spekulative Preise

Während eine Unze des Rohstoffs vor zehn Jahren nur einen Wert von rund 280 Dollar hatte, kletterte der Preis bis heute mit über 900 Dollar auf mehr als das Dreifache. Dabei hat Gold selbst die Marke von 1000 Dollar bereits überschritten.

«Gold war damals enorm unterbewertet. Die Wertsteigerungen sind daher als eine gewöhnliche Normalisierung des Preises zu sehen. Zudem haben sich Angebot und Nachfrage stabilisiert und Anleger haben in dieser Zeit Rohstoffe und Gold als Anlagewerte entdeckt», meint der Experte.

In seiner Natur als sicherer Hafen hat der Rohstoff besonders angesichts der beiden wirtschaftlichen Krisen um die Jahrtausendwende und heute zugelegt. «Es ist nicht zu bestreiten, dass der Goldpreis zum Teil spekulationsgetrieben ist. Investoren sind mittlerweile der wichtigste Faktor für den Preis und das wird auch in Zukunft so bleiben», so Weinberg.

SNB grosser Verlierer

Zwar erzielten die Zentralbanken durch jene Kapitalanlagen, die sie mit den Mitteln der Goldverkäufe erwarben, Gewinne von immerhin rund zwölf Mrd. Dollar. Angesichts des explodierenden Rohstoffwerts wären sie hingegen um etwa 40 Mrd. Dollar reicher, hätten sie ihre Reserven behalten.

Noch vor der Bank of England, der durch die massenhaften Verkäufe rund fünf Mrd. Dollar entgingen, gilt die SNB, die rund 19 Mrd. Dollar in den Sand gesetzt hat, als grösste Verliererin der «Anti-Gold-Stimmung». Eine Stellungnahme war von der Bank zwar nicht zu erhalten. Weitere Goldverkäufe seien jedoch nicht geplant, liess das Institut wissen.

(bert/pte)

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