US-Regierung gibt 700 Mrd. Dollar für Finanzsektor
publiziert: Samstag, 20. Sep 2008 / 17:04 Uhr / aktualisiert: Samstag, 20. Sep 2008 / 19:16 Uhr

Washington - Die US-Regierung will 700 Milliarden Dollar für ihren geplanten Rettungsfonds für faule Kredite bereitstellen. Dies sieht ihr Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise vor, der den zuständigen Kongress-Ausschüssen vorgelegt wurde.

Trotz aller Risiken für den Steuerzahler, soll das Rettungspaket kommen, erklärte US-Präsident George W. Bush. (Archivbild)
Trotz aller Risiken für den Steuerzahler, soll das Rettungspaket kommen, erklärte US-Präsident George W. Bush. (Archivbild)
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Die Verschuldungsgrenze der US-Regierung soll dazu um den gleichen Betrag auf 11,315 Billionen Dollar angehoben werden. Präsident George W. Bush sagte, die Massnahmen würden die Steuerzahler zwar beträchtlich belasten. «Aber ich bin überzeugt, dass dieses Vorgehen die Bürger weit weniger belasten wird als die Alternative.»

Weitere Belastungen des US-Finanzmarktes würden zu einem massiven Stellenabbau führen und die Rentenrücklagen entwerten, sagte Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache. Ausserdem würden sie den Wert vieler Immobilien weiter abschmelzen lassen und den Darlehensmarkt für Häuser, Autos und Bildung austrocknen.

«Hunderte Milliarden wären gefährdet»

Eine Ablehnung des Rettungspakets würde «Hunderte Milliarden Dollar gefährden», sagte der Präsident bei einer Veranstaltung mit seinem kolumbianischen Kollegen Alvaro Uribe im Weissen Haus. «Das Problem würde sich auf den Durchschnittsbürger ausweiten.» Neben den Finanzmärkten gehe es um die Realwirtschaft, und vor allem um diese gehe es ihm.

Mit dem Rettungsfonds sollen Problem-Hypotheken für Wohn- und Geschäftsimmobilien sowie mit Hypotheken besicherte Wertpapiere gekauft werden, die auf den Bilanzen der Finanzinstitute und der Wirtschaft lasten. Finanzminister Henry Paulson und Notenbank-Chef Ben Bernanke wollten im Laufe des Wochenendes mit dem Kongress über die Details des Plans beraten.

Die demokratische Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, sagte ein schnelles und parteiübergreifendes Vorgehen der Abgeordneten zu. Eine Entscheidung solle in der kommenden Woche fallen.

(tri/sda)

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