Forschung

Studie: Mädchen fühlen sich in Technik zu wenig gefördert

publiziert: Dienstag, 23. Sep 2014 / 13:19 Uhr
Die Schweiz hatte 2010 mit 20 Prozent den geringsten Frauenanteil aller OECD-Länder (durchschnittlich 27 Prozent) bei den Studienabschlüssen in Ingenieurwissenschaften. (Symbolbild)
Die Schweiz hatte 2010 mit 20 Prozent den geringsten Frauenanteil aller OECD-Länder (durchschnittlich 27 Prozent) bei den Studienabschlüssen in Ingenieurwissenschaften. (Symbolbild)

Zürich - Der Schweiz mangelt es an Fachkräften in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Doch laut einer neuen Studie gelingt es Schulen und Gesellschaft - anders als im Ausland - nicht, Jugendliche und vor allem Mädchen für Technik zu begeistern.

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Demnach fühlen sich 45 Prozent der Buben und sogar 70 Prozent der Mädchen auf der Sekundarstufe I von ihren Lehrkräften eher wenig oder gar nicht in ihrem Technikinteresse gefördert. Dies geht aus der Studie «MINT-Nachwuchsbarometer Schweiz» der Akademien der Wissenschaften Schweiz hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. MINT ist die Abkürzung für die vier Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Für die Studie wurden über 6000 Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Erwerbstätige aus der Deutsch- und Westschweiz befragt. Bei den Naturwissenschaften sieht es etwas weniger drastisch aus: 39 Prozent der Buben und 37 Prozent der Mädchen finden, dass die Schule ihr Interesse wenig oder gar nicht fördert.

Dabei nehmen die Jugendlichen die natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufe grundsätzlich positiv wahr. Sie gelten als modern, fortschrittlich, nützlich und praktisch.

Männliche Vorbilder

Auch die Familien tragen wenig zur Technikbegeisterung bei - vor allem jener der Mädchen: 36 Prozent der Buben und 60 Prozent der Mädchen geben an, von ihrer Familie wenig oder gar nicht für Technik interessiert zu werden. Rollenvorbilder sind nach wie vor Väter und Grossväter, selten weibliche Verwandte. «Technik ist Männersache» treffe für viele Jugendliche noch immer zu, heisst es in der Studie.

Die Akademien empfehlen, Männer dazu zu ermutigen, auch ihren Töchtern und Enkelinnen Vorbilder zu sein. Daneben seien auch Unternehmen gefordert, ihre Berufsbilder und ihre Unternehmenskultur zu überdenken, wenn sie das Potenzial der Mädchen nutzen wollten. Dies sagte Beatrice Huber, Sprecherin der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW), auf Anfrage.

«Unsere Studie kann erstmals statistisch nachweisbar darlegen, dass die Mädchen sich in der Technik deutlich weniger gefördert fühlen als Buben», erklärte Huber. Ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sei auch bei gleicher Förderung viel geringer.

Schweiz Schlusslicht bei Ingenieurinnen

Deutlich zeigten die Resultate zudem, dass Technik und Naturwissenschaften nicht in einen Topf geworfen werden können: Wer sich für Naturwissenschaften - etwa Biologie oder Chemie - interessiert, ist nicht automatisch an Technik - etwa Computer - interessiert.

Die Akademien empfehlen deshalb, dass im Deutschschweizer Lehrplan 21 vorgesehene Fach «Natur und Technik» die Technik auch gezielt gefördert wird. Bisher sei Technik kein Schulfach, und es fehle somit an entsprechenden didaktischen Mitteln.

Fazit der Studie ist, dass der grösste Pool, um den MINT-Fachkräftemangel zu beseitigen, tatsächlich bei den Mädchen zu suchen ist. Die Schweiz hatte 2010 mit 20 Prozent den geringsten Frauenanteil aller OECD-Länder (durchschnittlich 27 Prozent) bei den Studienabschlüssen in Ingenieurwissenschaften. Als nächstes gelte es nun zu erkunden, wie man die Mädchen stärker für Technik begeistern könnte, sagte Huber.

(flok/sda)

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