Spott und Hähme für segelnden BP-Chef
publiziert: Sonntag, 20. Jun 2010 / 09:40 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 20. Jun 2010 / 11:52 Uhr
Kein Händchen für erfolgreiche PR. (Archivbild)
Kein Händchen für erfolgreiche PR. (Archivbild)

New Orleans - Der wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko kritisierte BP-Chef Tony Hayward hat mit einem Besuch einer Yacht-Regatta für Empörung gesorgt.

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Hayward wurde am Samstag auf seinem luxuriösen Segelschiff vor der Isle of Wight im Ärmelkanal fotografiert - einen Tag, nachdem BP ihn vom Krisenmanagement abgezogen hatte.

Die US-Regierung kritisierte Haywards Verhalten scharf. «Das ist Teil einer langen Liste von Ausrutschern und PR-Fehlern», sagte der Stabschef von US-Präsident Barack Obama, Rahm Emanuel.

«Ich glaube, wir kommen alle zu dem Schluss, das Tony Hayward nicht vor einer Zweitkarriere als PR-Berater steht», spottete er in einem Interview des US-Fernsehsenders ABC.

«Nun, um Tony Hayward zu zitieren - er hat sein Leben wieder, wie er sagen würde.» Emanuel spielt damit auf eine Äusserung des BP-Chefs an, der inmitten der Umweltkatastrophe erklärt hatte, er wolle «sein Leben wiederhaben». Später entschuldigte er sich dafür.

BP weist Vorwürfe zurück

Der Senator aus Alabama Richard Shelby, dessen Bundesstaat mit der Ölpest zu kämpfen hat, nannte Haywards Teilnahme an der Regatta im TV-Sender Fox News «den Gipfel der Arroganz».

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace prangerte das «verletztende» Verhalten des BP-Chefs an. «Das streut Salz in die Wunden», sagte ein Sprecher.

BP verteidigte das Verhalten Haywards. Dieser sei «immer» auf dem Laufenden bei den Entwicklungen, sagte Sprecher John Curry. Sprecher Robert Wine sagte, der Samstag sei Haywards erster freier Tag seit Beginn der Ölkatastrophe gewesen.

Nicht mehr im Krisenmanagement

Hayward war in einer Anhörung vor dem Kongress am Donnerstag scharf angegangen worden und hatte schwere Versäumnisse im Zusammenhang mit dem Ölunfall eingestanden. Am folgenden Tag wurde er vom Krisenmanagement der Ölpest abgezogen. Diese Aufgabe übernahm BP-Manager Robert Dudley.

Seit dem Untergang der Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April strömen Millionen Liter Öl aus dem lecken Bohrloch in 1500 Metern Tiefe ins Meer.

(bert/sda)

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