So rollerte Micro vom Hype durch die Krise zum Erfolg
publiziert: Sonntag, 15. Apr 2007 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 15. Apr 2007 / 15:57 Uhr

Von null in Rekordzeit auf 150 und mehr – und genau so rasch wieder auf null: Das ist die verrückte Geschichte des faltbaren Micro-Rollers im Jahr 2000. Zur eigentlichen Erfolgsstory wird sie aber dadurch, dass Unternehmen – die Micro Mobility Systems AG – und Produkt diese Turbulenzen überstanden haben und sich bester Gesundheit erfreuen. (ps/IFJ)

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«Gibt es die denn noch?» Die Frage taucht immer wieder auf, wenn von den faltbaren Flitzern die Rede ist, die – wann war das schon wieder? – einmal das Strassenbild dominiert haben. Ja, es gibt sie noch, und aus der Trendrakete von damals ist ein stabiles KMU mit konstanten Wachstumsraten geworden.

Wenn ein alter Hut…

Dass das alles andere als selbstverständlich ist, schilderte Hans-Peter Bolliger, zusammen mit «Erfinder» Wim Ouboter und einem dritten Partner Gründer der Micro Mobility Systems AG, an einem «venture apéro». Der Faltroller war weder grundlegend neu noch das Produkt einer schulmässig geplanten Marketingkampagne: Das erste Patent für einen Roller stammt aus dem Jahr 1895, und 1905 war er auch schon faltbar.

…dem Zeitgeist begegnet

Neu und einmalig dagegen ist, wie eine spontane Idee unter Kollegen dem Zeitgeist über den Weg fuhr und so einen Megatrend losgetreten hat. Tatort: der Bratwurststand am Vorderen Sternen in Zürich, Hauptdarsteller ein paar Stammgäste, die ihren Permafrust über fehlende Parkplätze und geklaute Velos konstruktiv loswerden wollten. Warum eigentlich kein Faltroller, leicht und stets dabei wie der Regenschirm? Gesagt, getan – oder vielmehr getüftelt.

Wiederverkäufer wollen gar nichts Neues

Ein Zeitsprung ins Jahr 2000, über erste erfolglose Vermarktungsversuche hinweg: «Die etablierten Wiederverkäufer wollten nichts wagen», stellt Bolliger im Rückblick fest, «für sie müssen so genannte Innovationen eigentlich Weiterentwicklungen sein, wenn möglich mit Verkaufsgarantie.» Diese Erfahrung brachte die Micro-Leute dazu, ihren Roller den potenziellen Nutzerinnen und Nutzern an einer Messe direkt, B-to-C also, zu präsentieren.

An der Messe ging die Post ab

Und da, in Frankfurt, ging dann die Post ab. Zuerst drängten sich die Kunden um den Scooter, dann die Medien – und schliesslich auch die Einkäufer. In aller Eile musste der Hersteller in China die Kapazitäten bereitstellen, denn «während des grossen Hypes in der zweiten Hälfte 2000 verkauften wir täglich rund 80 000 Scooter», erinnert sich Bolliger. Und zwar nach dem ganz pragmatischen System der «Vorauskasse»: Nur wer seinen Einkauf direkt bezahlte, bekam etwas – weil Micro den Hersteller ja ebenfalls im Voraus bezahlen musste. Geliefert wurde nach dem Prinzip First come, first serve, und da konnte es durchaus vorkommen, dass sich der Chefeinkäufer von «Otto», vor dem sonst die ganze Branche buckelte, hinten anstellen musste…

Keine «negative Energie» binden

Mit dem Erfolg kamen auch die Trittbrettfahrer mit ihren Imitationen: Das Original kostete 199, die billigste Kopie gab’s für weniger als zehn Dollar. Anfang 2000 produzierte niemand in Asien Roller, Ende Jahr waren es 500 Firmen! Micro reagierte nicht jedoch nicht mit Juristereien: «Das hätte nur negative Energie gebunden», erklärt Bolliger: «Unser Motto hiess besser sein!»

Nach dem Hype die harten Jahre

Trotzdem: Ein überschwemmter Markt mit kaputten Preisen und einem ramponierten Image des Produkts waren die logische Folge: So rasch wie der Hype aufgeschossen war, brach er wieder zusammen, die Billigscooter wurden weltweit – allein Micro lieferte in über 80 Länder – verscherbelt. Nicht zusammengebrochen ist, auch wenn es tüchtig durchgeschüttelt wurde, das Unternehmen. «2001 bis 2003 waren schon harte Jahre. Wir hatten aber nicht nur die finanziellen Reserven, um die Krise zu überstehen, sondern auch ein gutes Vertrauensverhältnis zu unserem Hersteller – und wir waren überzeugt, dass sich der Markt erholen werde», sagt Hans-Peter Bolliger. Und: Micro beschloss, weiterhin auf Qualität – so stammen Räder und Kugellager aus Italien – zu setzen, die Preise zu halten und den Vertrieb neu aufzubauen.

Wieder in der Lifestyle-Presse

Diese Strategie bewährt sich: In den letzten Wochen tauchte wieder ein Produkt von Micro Mobility Systems in der internationalen Lifestyle-Presse auf: Das «g-bike», ein dreirädriges Einstiegsmodell für Kinder. Auch der praktische Gepäckrolli, mit dem man Schweizer Soldaten antrifft, stammt aus der Scooter-Schmiede. Und trägt das Super-Qualitätslabel «Swiss Army approved».

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