Währung deutlich überbewertet
SNB-Direktor Jordan glaubt an Abschwächung des Frankens
publiziert: Samstag, 17. Jan 2015 / 08:07 Uhr / aktualisiert: Samstag, 17. Jan 2015 / 11:07 Uhr
Nationalbank-Direktor Thomas Jordan: «Was wir jetzt beobachten, ist ein massives Überschiessen.»
Nationalbank-Direktor Thomas Jordan: «Was wir jetzt beobachten, ist ein massives Überschiessen.»

Bern - Nationalbank-Direktor Thomas Jordan beurteilt die heftigen Kursbewegungen nach der Mindestkurs-Aufhebung als Überreaktion der Märkte. Er geht davon aus, dass sich der Franken wieder abschwächen wird - allerdings erst nach einer gewissen Zeit.

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«Was wir jetzt beobachten, ist ein massives Überschiessen», sagte Jordan im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» und «Le Temps» vom Samstag. Der Franken sei nun gegenüber allen Währungen stark überbewertet. «Der Markt wird nach und nach feststellen, dass diese Überbewertung nicht gerechtfertigt ist.» Es werde aber einige Zeit dauern, bis die Märkte zu geordneten Verhältnissen zurückkehrten.

Jordan verteidigte erneut den überraschenden Entscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Donnerstag. Die Situation sei für die Wirtschaft im Moment zwar sehr schmerzhaft. «Aber irgendwann musste der Mindestkurs sowieso wieder aufgehoben werden. Ich vertraue darauf, dass die Wirtschaft jetzt nicht überreagiert.»

Er verneint, dass der Franken nun noch attraktiver geworden ist. «Der Franken ist nach Aufhebung des Mindestkurses für Anleger äusserst unattraktiv. Wir haben nun eine deutlich überbewertete Währung, und die Anleger sind erst noch mit deutlich negativen Zinsen konfrontiert.»

Wirkung der Negativzinsen braucht Zeit

Diese Negativzinsen bezeichnet er als ein «sehr wirksames Instrument». Das Halten von Franken sei nun deutlich teurer als das Halten von Euros oder Dollars. «Die negativen Zinsen werden über die Zeit stark wirken.» Jeder Investor werde sich fragen müssen, ob es nicht zu teuer sei, Franken zu halten und ob es nicht besser wäre, in andere Währungen zu gehen.

Zum Vorwurf, die Nationalbank habe mit dem abrupten Kurswechsel ihre Glaubwürdigkeit verspielt, sagte Jordan: «Ich glaube, die Nationalbank ist dann glaubwürdig, wenn sie jene Entscheide trifft, die in der mittleren und langen Frist notwendig sind.» Sie hätte dann an Glaubwürdigkeit eingebüsst, wenn sie den Mindestkurs trotz gegenteiliger Überzeugung beibehalten hätte.

Ein stufenweiser Ausstieg sei zudem praktisch unmöglich gewesen, «weil dann der Markt dazu eingeladen wird, gegen die Nationalbank zu spekulieren - und man schliesslich dennoch aussteigen muss», sagte er weiter.

Hypothekenmarkt steht unter Beobachtung

Vage bleibt Jordan zu allfälligen weiteren Schritten der Nationalbank. Zu Kapitalverkehrskontrollen sagte er: «Ich halte das heute für keine realistische Option.» Den Hypothekenmarkt, der durch weiterhin tiefe Zinsen beflügelt werden dürfte, werde die Nationalbank weiter beobachten.

Jene, die nach flankierenden Massnahmen rufen wie etwa der Tourismussektor, ruft Jordan zur Geduld auf: «Man sollte jetzt abwarten, wie die Situation sich entwickelt.» Solche Forderungen wolle er nicht beurteilen, er halte sie aber für verfrüht.

Abzuwarten gilt es aus seiner Sicht auch mit einer Bilanz zum dreieinhalbjährigen Mindestkurs zum Euro. «Aber ich denke, der Mindestkurs hat der Schweiz grosse Dienste geleistet», sagte er. Die Wirtschaft habe Zeit gekriegt, sich auf einen starken Franken einzustellen.

(asu/sda)

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Ja, so ist das!
Man konnte nicht stufenweise aussteigen. Hätte man das mit dem stufenweise Austreten gemacht, wäre ich die erste gewesen, die Shorts auf den Euro gekauft hätte! Mit Hebel 300 und höher, ich hätte dann mit nur tausend Franken auf einen Schlag 40 000.- Franken machen können. Soros hätte gleich eine Milliarde eingesetzt und 400 Milliarden verdient wovon die Herausgeber-Bank natürlich völlig vernichtet worden wäre. Wie viele Banken es gelupft hätte, ist kaum abzuschätzen.Man muss sich diese Tatsachen wirklich vor Augen führen, um zu verstehen, welcher Belastung der Jordan ausgesetzt war!
Es gibt also nur eine einzige Lösung, und die wird so sicher wie das Amen in der Kirche kommen müssen: Dem Euroraum beitreten.
Für unsere Wirtschaft wäre das ein wahrer Segen, daran kann keine(r) zweifeln, der auch nur ein klitzekleines bisschen was vom Geld und vom Devisenhandel versteht!
Wie viele Länder hatten schon in Krisenzeiten den Dollar oder die D-Mark als Währung und es hatte ihnen nie etwas geschadet. Auch der Schweiz würde der Euro nicht schaden.
Jetzt müssen die Löhne runter, die Firmen müssen noch mehr rationalisieren und Leute entlassen, viele Exportfirmen werden bankrottgehen usw.
Eine kleine Erleichterung wäre zumindest, wenn die Grenzgänger ihren Lohn in Euro erhalten würden, das wäre sicher eine kleine Hilfe und keinerlei Verlust für die.
Am besten aber, gleich dem Euroraum beitreten, denn eines Tages kommt es doch so, und dann wird es wieder für viele Menschen hier grosse Verluste geben. Aber wegen den Rechten Träumern vom unabhängigen Schweizerländli wird das sicher auch wieder zu spät kommen. Dass es kommt, ist sicher! Träumer sind zwar liebenswerte Menschen, aber der Wirtschaft nützt da nichts!
Wie unabhängig wir sind, haben wir gerade sehr deutlich vor Augen geführt bekommen!
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    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
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  • kubra aus Berlin 3232
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