Mit Wellness ist nicht mehr alles well

publiziert: Mittwoch, 24. Aug 2005 / 07:28 Uhr

Das Beispiel des Kurhotels Steinegg zeigt, dass der Marketingbegriff «Wellness» noch keine Erfolgsgarantie gibt. Experten glauben, dass das Ende des Trends absehbar ist.

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Wäre die Zahl der Wellness-Angebote in der Schweiz auch der Gradmesser des allgemeinen Wohlbefindens, müssten sich alle wunderbar fühlen. Nicht nur ist das Angebot omnipräsent, durch umfassende Marketing-Anstrengungen spüren die Konsumenten, dass sie es auch brauchen.

Man nimmt das Modewort Burn-out schon in den Mund, wenn der Chef mal ein bisschen Arbeit mehr auf den Schreibtisch packt, und wer gefeuert wird, darf sich Mobbing-Opfer nennen.

Das Raffinierte am Marketingbegriff Wellness ist, dass jeder sich selbst etwas darunter vorstellen kann, vom gelegentlichen Schlammbad bis zur umfassenden Lebensstil-Reformation.

Der nächste Trend

Doch: schon der Begriff "Trend" schliesst mit ein, dass dieser zeitlich begrenzt ist. Ein Blick auf die Geschichte zeigt: Die 80er Jahre gehörten Jane Fonda und Aerobic, es folgten die Jogging-Jünger und bunte Leggings, in den 90er Jahren schossen die Fitness-Center wie Pilze aus dem Boden, und es galt als chic, den Körper am Gerät zu stählen.

Jetzt steht Wellness auf dem Pflichtprogramm – doch wenn der führende Trend-Forscher Matthias Horx recht hat, wird Wellness bald von "Mindness" abgelöst ("in einer zunehmend komplexen Welt balanciert denken lernen").

Steinegg: fast am Ende

Das Schlosshotel Steinegg in Hüttwilen war ein Begriff lange bevor das Wort "Wellness" über die Lippen der Plauschgesellschaft kam. Ausgeklügelte Diäten verschafften dem Kurbetrieb im Volksmund den Namen "Hungerburg".

Doch trotz des Renommés, trotz des exklusiven Angebots und mitten im Wellness-Boom schien das "Aus" für die Steinegg absehbar – eine Nachricht, die die Wellness-Branche aufgerüttelt haben müsste.

Geschäftsleiter Rolf Frei: "Wer von Wellness spricht, meint Hallenbad und Maniküre. Wir aber sind ein Fastenhotel." Als dem Betrieb das Geld knapp und knapper wurde, hat man selbst den Gürtel enger geschnallt, und das ausgerechnet beim Marketing; ein Fehler, wie Frei heute weiss.

Kein Star liess sich ans Hotel anbinden

Er hat noch Anstrengungen unternommen, mit prominenten Namen Werbung zu machen, bat Walter Andreas Müller, Kurt Felix oder Ernst Mühlemann um ein Outing, doch innert nützlicher Frist liess sich kein grosser Star ans Steinegg anbinden.

Viele in der Region glaubten zu wissen, dass das abgelegene Institut hinter seinen dicken Mauern eine Art Betty-Ford-Klinik für Schweizer Showstars sei. Der frühere Besitzer unterhielt in den 80er Jahren gute Kontakte zur Showszene und konnte Gäste wie Vico Torriani ins Schloss locken, aber auch Bankdirektoren und hohe Bundesbeamte kamen zur Erholung.

"Wir hatten viele treue Kunden", sagt die langjährige Mitarbeiterin Anita Wepfer, die ebenso treu noch heute ihre Lippen versiegelt hält. "Die Leute wollten nicht erkannt werden."

Was das Schlosshotel besonders machte, die Fastenkur von 7 bis 10 Tagen, war gleichsam sein Manko. Gemäss Frei eine fatale Fehlkalkulation, dass für den Partner eines Fastenden keine Alternative geschaffen wurde, ja sogar Gäste abgewiesen wurden.

Nach langem Bangen wird die Steinegg samt Hungerkur nun doch erhalten bleiben, durch einen im letzten Augenblick auftauchenden Investor aus Holland. Das Angebot jedoch soll künftig breiter gefächert werden, weitere Investitionen sind nötig. Frei sagt: "Obwohl der Wellness-Gedanke hochaktuell ist, verbinden viele doch einen solchen Aufenthalt dennoch mit Bequemlichkeit und Event-Unterhaltung."

Fortsetzung morgen: Warum die Schweizer Tourismusbranche glaubt, weiter in den Wellness-Boom investieren zu müssen, um mit der österreichischen Konkurrenz gleichzuziehen.

(Roland Schäfli /news.ch)

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