Jatropha-Allianz wehrt sich gegen Moratorium
publiziert: Montag, 3. Aug 2009 / 13:53 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jun 2011 / 17:08 Uhr

Zürich - Die «Jatropha Sustainable Biofuels Alliance» mit Hauptsitz in Zürich möchte verhindern, dass die Jatropha-Pflanze dem geplanten Import-Moratorium für Bio-Treibstoffe unterstellt wird.

Jatropha-Anbau bei Luxor in Ägypten.
Jatropha-Anbau bei Luxor in Ägypten.
11 Meldungen im Zusammenhang
Hintergrund ist die parlamentarische Initiative von SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner, welche ein fünfjähriges Moratorium für die Einfuhr von Biotreibstoffen verlangt.

Das Moratorium wird von 18 Verbänden aus den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit, Menschenrechte, Kirche, Umweltschutz und Landwirtschaft unterstützt.

«Innovation behindert»

Dieses Moratorium, so Gregor von Drabich-Waechter, Mitbegründer der Jatropha Allianz, würde wichtige Wirtschafts- und Innovationsfelder für die Zukunft behindern, indem es alle Bio-Treibstoffe verbietet, auch diejenigen, welche sämtliche Nachhaltigkeitsregeln befolgen.

So sei die Verwendung etwa der Jatropha-Pflanze ökologisch und sozial verträglich, ihr Anbau schaffe Arbeitsplätze und schone die Umwelt, schreibt die Allianz.

Entwicklungshilfeorganisationen besorgt

Kritisch äussert sich dagegen das Hilfswerk Swissaid, welches ein Moratorium fordert. Neben anderen Agrotreibstoffen konkurrenziere auch der Jatropha-Anbau die lokale Landwirtschaft, betont Tina Goethe von Swissaid. Die Jatropha-Pflanze wachse zwar auch auf kargen Wüstenboden. Für den kommerziellen Anbau würden dennoch gute Böden verwendet, da der Ertrag auf diesen ungleich grösser sei.

Zudem würden zur Ertragssteigerung das Mittel der künstlichen Bewässerung und Pestizide eingesetzt. Der teilweise umfangreiche Landerwerb durch Unternehmen in der dritten Welt stehe im Zusammenhang mit Agrotreibstoffen und auch mit der Jatropha-Pflanze, erklärt Goethe weiter.

WWF: Kein Handlungsbedarf

Auch Patrick Hofstetter vom WWF weist darauf hin, dass Jatropha auf fruchtbaren, guten Böden angebaut werden könnte. Mit den strengen Auflagen der Treibstoff-Ökobilanzverordnung des Bundes sei praktisch aber auszuschliessen, dass «schlechter» Jatropha-Treibstoff mineralölsteuerbefreit importiert werde. Der WWF hat deshalb auf eine Unterstützung der Initiative Rechsteiner verzichtet.

Das Problem des Importes stellt sich für die Schweiz momentan kaum. Noch nie wurde ein Gesuch für die mineralölsteuerbefreiten Einfuhr von Jatropha-Treibstoff gestellt, bestätigt Wolfgang Kobler von der Oberzolldirektion. Ohnehin war der Import von Agrostreibstoffen in die Schweiz bisher marginal. Laut Kobler handelt es sich dabei fast ausschliesslich um aus Europa gelieferten Bio-Treibstoff.

Jatropha Allianz: Kontrolle bereits gegeben

Die Jatropha Allianz ihrerseits verweist auf die Vereinbarung ihrer Mitglieder, mit der sie sich verpflichten, Jatropha nur auf Böden anzupflanzen, welche sonst nicht tauglich sind, um Nahrungsmittel anzupflanzen.

Ausserdem würden mit den seit dem 1. Juli 2008 in Kraft getretenen Änderungen des bestehenden Mineralölsteuergesetz die sogenannten «schwarzen Schafe» unter den Agro-Treibstoffen bereits ausgesiebt, betont Drabich-Waechter von der Jatropha-Allianz.

Testflüge mit Jatropha-Biodiesel

Die Jatropha-Pflanze wächst weltweit im sogenannten »Jatropha-Gürtel«, 30 Grad nördlich bis 30 Grad südlich des Äquators. Die Pflanze gilt als extrem genügsam, sie kommt zur Not einige Monate ohne Wasser aus. Dies ermöglicht das Anpflanzen auf sehr kargem Boden, auf welchem sonst kaum etwas gedeihen könnte. Genutzt wird die Jatropha-Nuss, aus ihr wird Öl gepresst, dieses wiederum wird zu Bio-Treibstoff verarbeitet. Die Jatropha-Nuss ist giftig, sie kann von Menschen oder Tieren als Nahrungsmittel nicht genutzt werden.

In der traditionellen Landwirtschaft Westafrikas übernahm die Jatropha-Planze die Funktion der Hecke, welche die Felder vor Wildtieren schützte. Aus den Nüssen wurde zudem Seife hergestellt, erläutert Tina Goethe von Swissaid.

Das Jatropha-Öl kann unter anderem für den Antrieb von Generatoren genutzt werden. Die Fluggesellschaft Air New Zealand hat Testflüge mit Jatropha-Biodiesel gemacht und kam dabei laut der Jatropha Allianz zu guten Resultaten.

(Harald Tappeiner/news.ch)

Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Für den zunehmenden Monokultur-Anbau werden häufig Pestizide eingesetzt.
Green Investment Agrotreibstoffe aus Palmöl oder Zuckerrohr gefährden die Umwelt und bringen ... mehr lesen
London - Erstmals hat ein mit Erdgas ... mehr lesen
Die alternative Flugtreibstoffe könnten ihren Anteil rasch steigen.
Für eine Tankfüllung mit 95 Litern Agrotreibstoff braucht es 200 Kilogramm Mais. Davon könnte sich ein Mensch ein Jahr lang ernähren.
Bern - Für eine Tankfüllung mit 95 ... mehr lesen 1
Bern - Der Basler SP-Nationalrat und Swissaid-Präsident Rudolf Rechsteiner verlangt ... mehr lesen
Rudolf Rechsteiners Ziel: Die Schweiz muss voll einsteigen bei den erneuerbaren Energien.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Wunderpflanze Jatropha
Seit Jahren geistern die Nachrichten über die phantastischen Eigenschaften der Jatroha, dort zu gedeihen, wo alles andere pflanzliche Leben nicht möglich sei durch die ein-schlägige Presse. Dabei wird vielfach die Kultivierung der Pflanze und die Verwertung des Öls als Ersatz für fossile Brenn- und Treibstoffe sehr idealistisch verklärt dargestellt. Tatsache ist, dass die Kultivierung jeder Pflanze durch biologische Gesetzmässigkeiten limitiert wird. So wird Jatropha nur auf Flächen, auf denen auch anderde - direkt als Nahrungsmittel verwendbare - Kulturen wirtschaftlich zufriedenstellende Erträge bringen würden, angebaut werden. Ausserdem ist dergrossflächig betriebene Anbau nicht mit dem verklärten Argument der Beschäftigung von zehntausenden, sonst Arbeits- und Einkommenslosen zu bewerkstelligen. Zum industriellen Anbau von Jatropha bräuchte es
den Aufbau von sehr kapitalintensiven Infrastrukturen für Logistik, Bodenbearbeitung , Pflanzenschutz, Ernte und Verarbeitung. Weil dies naturgemäss in Zonen (Jatrophagürtel)
mit politisch und sozial eher unstabilen Verhältnissen passieren würde , werden sich keine Investoren für die nötihgen Vorleistungen finden.
Die klassischen Bauberufe sind immer noch gefragt.
Die klassischen Bauberufe sind immer noch gefragt.
Herkömmliche Tätigkeiten auf dem Bau immer noch aktuell  Bauberufe zeichnen sich durch ein vielseitiges Aufgabenspektrum und attraktive Aufstiegschancen aus. Durch den technologischen Wandel ändern sich die Tätigkeitsprofile. Gleichwohl sind viele handwerkliche Aufgaben erhalten geblieben. mehr lesen 
Bern - Innosuisse untersucht seit Anfang 2021 mit einem systematischen Monitoring die Wirkung der unterstützten Innovationsprojekte auf die ... mehr lesen  
Disigel ist ein von Innosuisse gefördertes Projekt, das ein Handdesinfektionsmittel mit mehrstündiger Schutzwirkung entwickelt.
Publinews Grosse Entscheidungen werden an Bürotischen getroffen. Allerdings gibt es noch immer viele Büros, die über eine Einrichtung verfügen, die ergonomisch nicht optimal ist. Das Ergebnis sind Rücken- und Nackenschmerzen oder sogar Kopfschmerzen. Eine wichtige Basis für einen ergonomischen Arbeitsplatz ist der Bürotisch. mehr lesen  
Die Bevölkerung in der Schweiz wächst.
Publinews Die Schweiz ist mit rund 41.285 km² ein recht kleines Land, dessen Bevölkerung hauptsächlich im urbanen Raum angesiedelt ist. Die meisten ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Bewerbungsgespräch
Startup News So bewirbt man sich richtig Gute Bewerbungen öffnen Türen zu guten Positionen. Was ist bei der Bewerbung wichtig und welche Trends sind 2022 zu berücksichtigen?
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Solarenergie ist rentabel geworden, und zwar nicht nur auf dem eigenen Hausdach.
Publinews Weitreichende Veränderungen führen zu neuen Denkweisen. Weltweite Ereignisse haben in den letzten zwei Jahren unser Leben so nachhaltig verändert wie schon lange nicht mehr zuvor. mehr lesen
Luxusuhren
Publinews Gebrauchte Luxusuhren als Investment  Luxusuhren aus Schweizer Manufakturen eignen sich hervorragend als Anlageobjekte in Krisenzeiten. Was ist zu beachten? Jetzt lesen. mehr lesen
Nach 24 Stunden ist der Kleber fest. Eine Mutter wird anschliessend in die Platte geschoben und der Träger daran angeschraubt.
Publinews Plissees ohne Bohren lassen sich schnell und einfach ohne Löcher zu bohren anbringen. Eine tolle Alternative für Mietobjekte. Der Fensterrahmen wird nicht ... mehr lesen
Pexels
Publinews Wie Online-Shops durch Coupons profitieren  Kunden mögen Belohnungen und für diese zahlt der Anbieter. Trotzdem überwiegen für ihn meistens die Vorteile. Welche sind es und warum ist das so? ... mehr lesen
Unternehmen
Publinews Corporate Housekeeping für dein Unternehmen  Mindestens morgens und abends, manche auch am Mittag: Zähneputzen - wer tut es nicht? Aber was hat Zähneputzen mit Recht zu tun? Eigentlich gar ... mehr lesen
Bringt man genug Geld mit, ist das Auswandern gar kein Problem. Wenn nicht, wird es konpliziert.
Publinews Obwohl Deutschland viele schöne Seiten besitzt und über ein gutes Rechtssystem verfügt, ist es trotzdessen nicht für jedermann. Manche Leute können sich einfach nicht mit dem ... mehr lesen
Bildschirm, Game
Publinews Gespielt wird immer: Gamesbranche auf steigendem Kurs  Die Entertainmentbranche boomt! Während sich die Streamingportale einen erbitterten Wettstreit um die Abonnenten liefert, fristet die ... mehr lesen
Beim Hausbau lässt sich eine Menge Geld sparen.
Publinews Lebenssituationen sind unterschiedlich, dementsprechend vielfältig sind die Möglichkeiten des Bauens. Da ein Keller für ... mehr lesen
Auszeiten sind wichtig.
Publinews Die Verbundenheit zur Natur scheint einigen Menschen deutlich eher gegeben zu sein, als es bei anderen Mitmenschen der Fall ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
13.05.2022
13.05.2022
13.05.2022
13.05.2022
13.05.2022
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Basel 16°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
St. Gallen 15°C 23°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 14°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Luzern 14°C 24°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 14°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 17°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten