Google will sich Skype unter den Nagel reissen

publiziert: Donnerstag, 3. Apr 2008 / 16:01 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 3. Apr 2008 / 16:22 Uhr

Mountain View - Der US-amerikanische Internetkonzern Google soll an der Übernahme des Online-Telefondienstes Skype interessiert sein. Dies geht aus einem Bericht des Branchendienstes Techcrunch unter Berufung auf informierte Unternehmenskreise hervor.

Der Suchmaschinenbetreiber gibt seine Mobilfunkpläne noch nicht auf. (Symbolbild)
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Der zum Online-Auktionshaus eBay gehörende Service sei bereits Thema von Verhandlungsgesprächen mit Google. Abseits einer möglichen Komplett-Akquisition könne sich die eBay-Spitze auch eine Zusammenarbeit mit dem Suchmaschinenanbieter vorstellen.

«Die Verknüpfung der Google-Dienste mit Skype wäre enorm spannend. Hinter der bestehenden Skype-Kundenbasis steckt natürlich ein verlockendes Potenzial, das zum einen wohl den grössten Anreiz für Google, zum anderen aber auch den grössten Trumpf für Skype bietet», meint Markenexperte Markus Hübner, Geschäftsführer von Brandflow.

Interessante Möglichkeiten für Google

Nach der Skype-Übernahme durch eBay 2005 zweifelten Branchenexperten den Sinn hinter dem Deal an. Vor dem Hintergrund, dass der Anbieter der Auktionsplattform ansonsten keine Projekte in der Telekommunikationsbranche betreibt, könne Google hingegen umso mehr an Skype profitieren.

Insbesondere in Hinblick auf die Ambitionen des Internetkonzerns, in das Mobilfunkgeschäft einzusteigen, bietet Skype interessante Möglichkeiten, so der Experte.

Apple stark aufgestellt

Über den VoIP-Service sind weltweit Anrufe auf Festnetz- und Mobiltelefone möglich. Bei der kürzlich stattgefundenen Versteigerung von US-amerikanischen Mobilfunkfrequenzen ging Google leer aus.

«Die Android-Plattform war der erste Schritt durch Google, in Richtung Mobilfunk zu gehen. Das Konzept hat aber nicht so monumental eingeschlagen wie erhofft. Dazu hat auch beigetragen, dass grosse Konkurrenten wie Apple in dem Bereich stark aufgestellt sind», erklärt Hübner.

eBay hat vieles falsch gemacht

Auf der Gegenseite habe eBay seit der Skype-Übernahme vieles falsch gemacht. «Die Basis, neue Dienste aufzusetzen und zu integrieren, wäre gegeben gewesen, was eBay jedoch versäumt hat. So verhielt sich die Integration und Weiterentwicklung der Dienste relativ stagnierend», sagt der Experte.

Im Portfolio und der Entwicklung von B2B-Diensten, stärkeren Community-Services und Consumer-to-Consumer-Angeboten hinke eBay eigenverschuldet hinterher. «Die Integration von Skype in eBay selbst nicht voranzutreiben, stellt den grössten Fehler des Unternehmens dar», betont Hübner.

Abschreibungen an Skype

In den Gesprächen soll im Fall einer vollständigen Übernahme von Skype ein Kaufpreis zwischen vier und sechs Mrd. Dollar zur Verhandlung stehen. eBay hat vor knapp drei Jahren eine Transaktionssumme von rund 4,1 Mrd. Dollar ausgelegt.

Der Marktwert des Telefoniedienstes ist seither jedoch nicht gestiegen. Im Oktober des Vorjahres musste eBay Abschreibungen in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar an Skype vornehmen, was mitunter zu einem Wechsel an der Führungsspitze beitrug.

Was eine Skype-Übernahme für den vergleichbaren und bereits angebotenen Service Google Talk, der eine deutlich geringere Nutzung aufweist, zur Folge haben wird, ist derzeit noch unklar.

(tri/pte)

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