Lohndiskriminierung

Frauen haben es beim Berufseinstieg schwer

publiziert: Mittwoch, 18. Dez 2013 / 10:23 Uhr
Frauen werden bereits beim Berufseinstieg diskriminiert.
Frauen werden bereits beim Berufseinstieg diskriminiert.

Bern - Frauen werden gemäss einer Studie bereits beim Berufseinstieg diskriminiert und erhalten weniger Lohn als junge Männer für die gleiche Arbeit. Mögliche Lösungsansätze könnten eine grössere Lohntransparenz oder ein Elternurlaub nach skandinavischem Vorbild sein.

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Forschende um den Ökonomen Michael Marti vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Ecoplan in Bern haben herausgefunden, dass nach Berücksichtigung aller möglicher Faktoren ein Lohnunterschied von sieben Prozent oder 278 Franken pro Monat zwischen Frauen und Männern besteht. Diesen Betrag müssten Frauen beim Berufseinstieg mehr verdienen, um gleich wie Männer entlöhnt zu werden, heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Nationalfonds vom Mittwoch.

Besonders gross waren die Unterschiede in Berufen mit einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis. Gerade in diesen Branchen scheine es an Sensibilität hinsichtlich Lohngleichheit zu mangeln. Doch auch in männertypischen und frauentypischen Berufen kämen die Frauen lohnmässig schlechter weg. Sie würden oft Tätigkeiten übernehmen, die schlechter entlohnt werden. Bei den Männern gelte das Gegenteil.

Löhne der Männer steigen schneller an

Auch die Lohnentwicklung verläuft gemäss der Studie ungleich: Die Löhne der Männer steigen schneller an, die Lohnschere öffnet sich also in den ersten Berufsjahren noch weiter.

Es sei nicht auszuschliessen, dass junge Männer bewusst oder unbewusst Firmen wählten, in denen höhere Löhne bezahlt würden oder bei Lohnverhandlungen fordernder aufträten. Auch scheine die frühe Berufswahl im Schweizer Berufsbildungssystem für junge Frauen nachteilig zu sein: Sie würden oft frauentypische Berufe im Gesundheitsbereich oder als Coiffeusen oder Floristinnen wählen, in denen das Lohnniveau bereits tief ist.

Diskriminierende Lohnunterschiede als solche führen die Forschenden aber eher darauf zurück, dass Arbeitgebende Frauen benachteiligen, sie also weniger fördern und ihnen tiefe Löhne anböten. Der Grund könnte darin liegen, dass Arbeitgebende bewusst oder unbewusst davon ausgingen, dass Frauen der Firma weniger lang erhalten blieben, weil sie später eine Familie gründeten und daher ihr Pensum reduzierten oder die Unternehmung verliessen.

Mehr Transparenz notwendig

Um die Lohnunterschiede zu korrigieren, seien eine Erhöhung der Lohntransparenz sowie eine weitere Sensibilisierung der Arbeitgeber zentral, wie die Ökonomin Kathrin Bertschy in der Mitteilung zitiert wird. Wichtige Weichenstellungen für die Lohnunterschiede entstünden bereits bei der Ausbildungswahl und verstärkten sich später bei der Familiengründung.

Bertschy plädiert dafür, dass sich Frauen in ihrer Berufswahl weniger an traditionellen Rollen, als vielmehr am Fachkräftebedarf orientieren. Zudem laste das «Risiko» der Erwerbsunterbrüche einseitig auf Frauen. Abhilfe schaffen könnte in diesem Fall eine Art Elternurlaub, wie ihn skandinavische Länder kennen.

Er könnte laut den Forschenden ein Mittel sein, um die Lohnungleichheiten zu mildern, weil Arbeitgebende dann auch bei männlichen Angestellten damit rechnen müssten, dass sie für die Gründung einer Familie ihr Berufsleben unterbrechen.

Für die Studie wurden Daten von rund 6000 Jugendlichen ausgewertet, die seit dem Jahr 2000 an einer Langzeitstudie zum Übergang von der Schule in den Beruf teilgenommen haben.

(fajd/sda)

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