Das Handy als Touristenführer

publiziert: Samstag, 26. Apr 2008 / 08:22 Uhr

Wolfratshausen - Das deutsche Technologieunternehmen superWise Technologies hat ein System entwickelt, mit dem jedes Kamera-Handy zum Touristen-Informationssystem wird. «eye-Phone» ist der Name des Projekts, das GPS und Bilderkennung kombiniert, um ein möglichst breites Spektrum an Inhalten zugänglich zu machen.

Leider ist das eye-Phone noch nicht erhältlich.
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«Bei unserem eye-Phone geht es darum, beliebige Objekte an beliebigen Orten zu erkennen. Dies kann eine Pflanze, ein bewegliches Objekt, ein Gebäude, ein Landschaftsteil, ein Tier, ein Kunstobjekt oder ähnliches sein», beschreibt superWise-Vorstand Ernst Pechtl.

Damit hat das System das Potenzial, weit flexibler Informationen zu bieten als Systeme, die anhand der GPS-Position Informationen zu ausgewählten Attraktionen liefern.

Informationen aus dem Internet

Die Idee ist einfach. Mit der Kamera des eigenen Mobiltelefons schiesst der Nutzer ein Foto und markiert das Objekt seines Interesses. «Nach einer Vorverarbeitung durch eye-Phone wird eine sehr stark komprimierte Information über den Provider an eine Bilddatenbank geschickt und dort identifiziert», beschreibt Pechtl den weiteren Vorgang.

Zusätzlich zur Information, was der User vor sich hat, bietet das eye-Phone auf Wunsch weitere Informationen rund um das Objekt aus dem Internet. Die GPS-Standortdaten dienen dem System als zusätzlicher Anhaltspunkt bei der Suche.

Theoretisch könnte das System dabei beliebige Objekte identifizieren, so superWise. Spezialisierte Anwendungen, etwa nur zum Erkennen von architektonischen Objekten in einer bestimmten Gegend, wären aber mit entsprechend geringerem Bedarf an Speicherplatz und Rechenressourcen möglich, so Pechtl.

Kernstück «Apollo»

Technisches Herz von eye-Phone ist «Apollo», eine KI-Technologie von Superwise. Sie kommt beim eye-Phone sowohl im Handy als auch am Backend des Systems zum Einsatz.

«Die Apollo-Technologie ähnelt sehr stark dem biologischen Gehirn», beschreibt Pechtl. Damit unterscheide sie sich deutlich von neuronalen Netzen und anderen KI-Ansätzen.

Die Fähigkeiten der Apollo-Engine dienen im eye-Phone der Bilderkennung, könnten aber laut superWise ebenso für andere Anwendungen wie inhaltliche Texterkennung oder sprecherunabhängige Spracherkennung genutzt werden.

Die Anpassung von Apollo an bestimmte Aufgaben würde allenfalls unwesentliche Änderungen erfordern, bestätigt Pechtl.

Mehrere Auszeichnungen

Die Anwendung, die neben Handys auch internetfähige Digitalkameras unterstützt, konnte bereits einige Auszeichnungen für sich verbuchen. Sie hat den Bayrischen Regionalpreis der European Satellite Navigation Competition 2007 gewonnen, die vom ES Technology Transfer Programme (TTP) gesponsert wurde.

Für Kunden verfügbar ist das Service allerdings noch nicht, das eye-Phone befindet sich noch im Prototyp-Stadium. «Derzeit ist die Funktionalität der Objekterkennung nachgewiesen», hält Pechtl fest.

Verhandlungen mit Mobilfunkbetreibern über ein Angebot des eye-Phone-Services seien unter Dach und Fach, konkrete Prognosen zur Markteinführung wolle er derzeit keine treffen.

(rr/pte)

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