«Beim Tanken denke ich nicht an das Ölleck»

publiziert: Freitag, 2. Jul 2010 / 16:21 Uhr / aktualisiert: Samstag, 10. Jul 2010 / 17:09 Uhr

Täglich sickert neues Öl aus der BP-Bohrinsel «Deepwater Horizon» in den Golf von Mexiko. US-Küsten sind verschmutzt und Wildtiere gefährdet. news.ch befragte Kunden einer BP-Tankstelle in Zürich, was sie darüber denken.

9 Meldungen im Zusammenhang
Carmen Müller, 38, Angestellte und Selbständigerwerbende, aus dem Kanton Schwyz:

Ob das Ölleck unser Verhalten ändern wird? Ich hoffe es, auch weltweit. Eigentlich habe ich beim Tanken noch nie an das Ölleck gedacht. Das wird ganz sicher Folgen für die Umwelt haben. Für mich persönlich hatte es noch keine Konsequenzen. Ich würde gewisse Dinge wie zum Beispiel autofreie Sonntage oder auch einen Benzinaufschlag unterstützen, um das Geld im Golf von Mexiko einzusetzen.

Ich denke jeder einzelne sollte sich überlegen, ob es sinnvoll ist, das Auto zu benützen. Aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel sollten sich optimieren, mit mehr Plätzen in den Zügen und mehr Verbindungen während der «Rush Hour».

Georg, Bauleiter, Architekt, aus Zürich, ursprünglich aus Hamburg:

Ich denke, das wird Auswirkungen auf unser Verhalten haben. Es gibt nicht nur ein BP-Leck sondern weltweit etwa 1000 Öllecks wie in Nigeria. Mein persönliches Verhalten? Ich benutze mein Auto nur beruflich, es geht nicht anders. Beim Tanken habe ich schon mal ans Ölleck gedacht, aber es ist eigentlich egal, bei wem man tankt. Man wird um das Auto nicht herumkommen, egal wie gut der öffentliche Nahverkehr ist.

Mobility Carsharing ist vielleicht ein Möglichkeit, vielleicht auch Elektroautos oder etwas Biokraftstoff. Das muss halt gefördert werden. Es gibt da spannende Dinge. Aber die Öllobby ist unschlagbar.

Alexander, aus dem Tessin, arbeitet momentan in Zürich:

Das Ölleck ist eine grosse Katastrophe, zum Beispiel für die Tiere. Die Spezialisten müssen schnell etwas dagegen unternehmen, um das Öl zu entfernen. Ein Teil des Geldes, dass BP hier einnimmt, sollte für das Aufräumen verwendet werden. Es muss nicht jede Person ein Auto besitzen. Eine grüne Welt wäre sicher besser.

Graziella, aus Thalwil, Packaging-Designer:

Ob das unser Verhalten verändern wird? Ich glaube nicht, solange man nicht in dieser Gegend lebt. Ob ich beim Tanken an das Ölleck gedacht habe? Ja. Ich bin hilflos und völlig entsetzt, dass es nicht gelingt, dieses Leck zu stoppen. Ich tauche selbst und weiss, was ein Druck in einer solchen Tiefe bedeutet. Ich hoffe, dass die Firmen zu einem Umdenken animiert werden. So etwas darf nicht mehr passieren.

In drei Wochen gehe ich nach Miami und ich weiss nicht, was man dort sehen wird. Ob ich an meinem persönlichen Verhalten etwas geändert habe? Ich kaufe möglichst kein Mineralwasser und keine Früchte aus dem Ausland mehr. Meinen Luxus möchte ich aber behalten. Manchmal nehme ich auch den Zug wie letzthin nach Paris. Ich glaube, dass Verhaltensänderungen nur über das Geld zu erzielen sind. Ob ich für ein «Road Pricing» bin? Da bin ich noch unschlüssig, aber ich nehme an, dass das zwangsläufig kommen muss.

Robert, Unternehmensberater, aus Zürich und Frankreich:

Ob das Ölleck unser Verhalten verändern wird? Das hat mit BP nichts zu tun. Bei all dem was weltweit passiert, werden die Leute selbstverständlich ihr Verhalten ändern müssen. Das Ölleck hat für mein persönliches Verhalten keine Konsequenz. Das Beste wäre, wenn wir keine Agrarkultur mehr hätten, denn Kühe produzieren am meisten CO2. Der Verbrauch von Erdöl hat viel weniger mit Autos zu tun als man denkt, sondern mehr mit Heizen, Industrie und Flugzeugen.

Warum ich nicht mit dem Zug nach Genf fahre? Ich brauche dafür drei Stunden. Ich verstehe nicht, warum die Schweiz es nicht schafft, Hochgeschwindigkeitszüge einzusetzen. In Peking gibt es ein Zug, der in einer Viertelstunde 100 Kilometer weit fährt.

Roger, 43, Handwerker, aus Zürich:

Wir fahren Auto, wir fahren Töff, man braucht Öl. Fehler passieren. Ich glaube nicht, dass das unser Verhalten verändern wird. Das Öl, das ins Meer läuft, interessiert uns nicht, das ist 10'000 Kilometer weit weg.

Ob wir das Öl wirklich brauchen? Ja, aber mit dem Töffli brauche ich drei Liter pro 100 Kilometer, andere brauchen dafür 15 Liter und fahren alleine. Wenn es kalt wird, fahre ich mit dem Zug. Oder ich fahre mit dem Velo. Es ist heikel. Man kann nicht viel tun.

Manfred, 35, aus Embrach, arbeitet im Marketing:

Ich glaube nicht, dass unser Verhalten wegen des Öllecks geändert wird, jenes der Ölkonzerne aber schon. Es gab ganz sicher schon verschiedene Lecks. Dagegen sollte man schärfere Massnahmen ergreifen. Auf mein persönliches Verhalten hat das Ölleck keine Konsequenzen. Das hat nichts damit zu tun.

Es würde nichts ändern, wenn ich nicht mehr Motorrad fahre. Das Tanken ist etwas Alltägliches und ich habe dabei noch nie an das Ölleck gedacht. Fehler passieren überall. Schlimmer finde ich, dass in Japan Delphine getötet werden. Ja, Ich wäre bereit, einen kleinen Benzinaufschlag zu bezahlen, wenn dieses Geld für das Säubern der verschmutzten Küsten eingesetzt wird.

(Harald Tappeiner/news.ch)

Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - In der ersten Hälfte des ... mehr lesen 13
Nächstes Jahr noch kein Mobility-Pricing: Fulvio Pelli.
Ein von Öl verschmutzter Pelikan konnte gerettet werden.
New Orleans - Nach dem Verschluss ... mehr lesen
Knapp drei Monate der Ölpest sind ... mehr lesen
Live-Aufnahme kurz vor Mittag am Freitag (MEZ).
Blick auf die Bohrinsel Deepwater Horizon am 9. Juli 2010.
New Orleans - Im Kampf gegen die ... mehr lesen
New Orleans/Washington - Im Golf ... mehr lesen
Am Freitag gelang es BP eigenen Angaben zufolge, 25'290 Barrel Öl abzusaugen oder zu verbrennen.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Damit ist es bald vorbei, wenn der Hurrikan kommt: Ölauffangen von der Oberfläche.
La Carbonera - Der Hurrikan «Alex» ... mehr lesen
Die Verseuchung im Golf von Mexiko ist gigantisch.
London - Die Beseitigung der Ölpest ... mehr lesen
Leipzig - Wie lässt sich eine Katastrophe abbilden? Nach Tränen, Wut, ... mehr lesen
Da auslaufende Öl ist im Vergleich zum weltweiten Ölkonsum ein Wimpernschlag.
Natürlich denke ich daran
Ich tanke nicht mehr bei BP und denke natürlich an die Öl-Katastrophe und das von BP täglich dazu gemischte Gift. Hoffe auf baldige Umstellung auf neue Energien ohne die Verwendung von Öl.
Egoismus
Das BP wahrscheinlich ausserhalb der USA keine grossen Umsatzeinbussen haben wird glaube ich sofort.

Das würde sich nur ändern, wenn ein Qualitätsproblem mit dem Benzin auftreten würde, dass die Konsumenten DIREKT betrifft.
Für weiteres sind die Leute einfach zu sehr ICH-Bezogen oder dumm.
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, nicht durch Überzeugung.
Die Energiewende gelingt nur durch Profitgier, ...
Publinews Vom Energiewandel profitieren alle, das versteht sich von selbst. Schliesslich bedeutet er, dass die Preise für die Energie sinken, die Umwelt wird geschont und modernde Technologien schreiten schneller voran. mehr lesen  
Das Landvogthaus Nidfurn  Es ist schon etwas ganz Besonderes, dieses Hotel, das von der Fachwelt gelobt und von prominenten ... mehr lesen  
Das Landvogthaus Nidfurn: Ruhe und Geschichte erleben.
Fertighäuser können auch in Massivbauweise zusammengesetzt werden.
Fertighäuser  Wenn Sie einen Hauskauf planen, ist ... mehr lesen  
Publinews Nachhaltigkeit in der Mode  Nachhaltige Mode: Auf den ersten Blick scheint es sich hier um einen Widerspruch zu handeln. Denn was ist verschwenderischer, als mehrmals jährlich die Garderobe zu wechseln? Schliesslich ist es ja das, was Mode ausmacht: möglichst oft etwas Neues kaufen. Was wäre, wenn wir bewusster konsumieren und unsere Kaufgewohnheiten anpassen würden? Hier erklären wir, was Nachhaltigkeit in der Mode bedeutet. mehr lesen  
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.versicherungen.ch/ajax/top5.aspx?ID=1&col=COL_2_1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Bewerbungsgespräch
Startup News So bewirbt man sich richtig Gute Bewerbungen öffnen Türen zu guten Positionen. Was ist bei der Bewerbung wichtig und welche Trends sind 2022 zu berücksichtigen?
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Volvo
Publinews HYRA: Das flexible Auto-Abo von Volvo.  Ein Geschäftswagen ist für viele Unternehmen unerlässlich, doch gerade in den Anfängen kommt ein Kauf oder Leasing oft nicht in Frage. Damit auch ... mehr lesen
Businessfotos müssen authentisch wirken und sollten von einem professionellen Fotografen gemacht werden.
Publinews Für Präsentationen, Firmenbroschüren, die Webseite, aber auch Einladungen zu Firmenveranstaltungen kommt es auf authentische Businessfotos an. ... mehr lesen
3D-Druck ist mittlerweile in der Industrie angekommen.
Publinews Der 3D-Druck ist längst schon in den verschiedensten Industriezweigen angekommen. Anfangs vor allem auf das Rapid Prototyping, den schnellen Modellbau, beschränkt, ... mehr lesen
Strandkorb
Publinews Urlaubsfeeling im heimischen Garten mit einem Strandkorb!  So integrieren Gartenbesitzer einen Strandkorb in den heimischen Garten: Standort, Untergrund, Pflege, Farbauswahl, Dekoration und ... mehr lesen
Der Klimawandel ist aber nicht das einzige Problem, mit welchem sich die neue Generation befassen muss.
Publinews Die jüngere Generation beschwert sich gerne! Dies denken zumindest die älteren Generationen, wobei sie selten hinterfragen, ob diese Beschwerden wirklich ... mehr lesen
Pexels
Publinews Was muss beim Hausbau beachtet werden?  Hausbau✅ Grundstück ✅ Immobilie ✅ Zinsbindung ✅ Tilgungssatz ✅ Eigenkapitalquote ✅ Fremdfinanziertes Bauen ✅ ... mehr lesen
Timmendorfer Strand Ostsee
Publinews Urlaub an der Ostsee: Die schönsten Strände an der deutschen Küste  Von Warnemünde bis Fehmarn💓: Diese Orte an der Ostsee verfügen über tolle Strände! ✅ Frische Seeluft ✅ ... mehr lesen
Bank
Publinews Geld verdienen durch Trading  Börsenhandel für Privatpersonen ► Wie verdient man mit Trading Geld? ► Assets ✅ Strategien ✅ Risikoanalyse ✅ mehr lesen
FLYERALARM
Publinews Nutzen Sie Festivals für Ihr Marketing  Festivals sind für Marketingmassnahmen äusserst interessant: Dort tummeln sich viele Menschen, die ähnliche Interessen teilen, entspannt sind und gute ... mehr lesen
Iphone
Publinews mobileup – elektronischen Geräten ein zweites Leben schenken  Wie lange besitzt du dein Smartphone schon? In der Schweiz werden unsere Handys zwischen zwei und drei Jahre verwendet, ehe sie ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
Label Local Logo
05.07.2022
05.07.2022
05.07.2022
05.07.2022
05.07.2022
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Basel 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 13°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Bern 12°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Luzern 14°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 21°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten