Bayer will Schering ganz schlucken

publiziert: Donnerstag, 13. Apr 2006 / 10:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 13. Apr 2006 / 10:43 Uhr

Frankfurt - Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Bayer will den Rivalen Schering komplett übernehmen.

Bayer-Chef Werner Wenning plant nach der Übernahme, Schering von der Börse zu nehmen.
Bayer-Chef Werner Wenning plant nach der Übernahme, Schering von der Börse zu nehmen.
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Bayer hat seine milliardenschwere Offerte nun auch offiziell vorgelegt. Die Annahmefrist für das Angebot von 86 Euro (135 Fr.) pro Schering- Aktie ende am 31. Mai um Mitternacht (MESZ), teilte Bayer in Leverkusen mit. Eine weitere Annahmefrist laufe dann vom 9. bis 22. Juni, sollte bereits bis zum 31. Mai die Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent erreicht worden sein.

Die Offerte liege um etwa 39 Prozent über dem Schlusskurs der Schering-Aktie vor dem Auftreten erster Übernahmespekulationen. «Für die Schering-Aktionäre lohnt es sich also, unser Angebot anzunehmen», warb Bayer-Chef Werner Wenning bei den Aktionären des Berliner Traditionsunternehmens.

Bayer will Schering in der grössten Übernahme seiner mehr als 142- jährigen Firmengeschichte für insgesamt 16,5 Mrd. Euro schlucken. Die höhere Wert im Vergleich zu den bislang genannten 16,3 Mrd. Euro sei im wesentlichen eine Folge der bei Schering laufenden Mitarbeiter-Optionsprogramme, teilte Bayer mit.

Schering von der Börse nehmen?

Ziel sei es, Schering zu 100 Prozent zu übernehmen. Bayer erwäge, Schering von der Börse zu nehmen. Dies gelte für die Schering-Aktie an der Deutschen Börse, aber auch eine Dekotierung von Schering in der Schweiz und in den USA sei möglich.

Bayer macht Schering in der Übernahmeofferte auch Zugeständnisse: Die künftig unter «Bayer-Schering-Pharma» firmierende Sparte mit einem Jahresumsatz von mehr als 9 Mrd. Euro soll künftig am Schering- Stammsitz Berlin angesiedelt werden.

Stellen gefährdet

Allerdings sind bei der Übernahme rund 6000 Stellen gefährdet. Weltweit kommen beide Unternehmen in ihren Gesundheitssparten auf zusammen rund 60 000 Beschäftigte.

Der Bayer-Konzern war Schering am 23. März als so genannter Weisser Ritter zur Seite gesprungen, um eine vom Darmstädter Pharmaunternehmen Merck betriebene feindliche Übernahme abzuwehren. Mit 86 Euro pro Schering-Aktie hatte Bayer das Merck-Angebot von 77 Euro deutlich überboten.

(fest/sda)

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