Banken-Experte kritisiert UBS-Geschäftsmodell

publiziert: Dienstag, 1. Apr 2008 / 18:04 Uhr

Bern - Das UBS-Geschäftsmodell hat in seiner heutigen Form aus Sicht des Zürcher Banken-Experten Hans Geiger keine Zukunft. Es sei nicht mehr möglich, gleichzeitig grösster Vermögensverwalter der Welt und eine der führenden Investment-Banken zu sein.

Hans Geiger bringt es auf einen einfache Formel: «Bis vor einem Jahr ging es noch - jetzt ist es vorbei».
Hans Geiger bringt es auf einen einfache Formel: «Bis vor einem Jahr ging es noch - jetzt ist es vorbei».
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«Bis vor einem Jahr ging es noch - jetzt ist es vorbei», sagte Geiger am Dienstag im Gespräch mit der SDA. Dies sei einer seiner Erkenntnisse aus der jetzigen Krise.

Das Geschäftsmodell mit dem Private Banking, dem Investment Banking und dem Asset Management unter einem Dach habe zu den aktuellen Problemen der Grossbank beigetragen, erklärte der Professor am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich.

Risikoneigung verstärkt

Die UBS wäre laut Geiger nicht so grosse Risiken eingegangen, hätte sie nicht eine so starke Bilanz dank des Private Banking und des Asset Managements gehabt. Bei der Bewältigung der Krise sei das Modell hingegen ein Vorteil gewesen, weil die Mittelzufuhr aus den anderen Geschäftsbereichen es der Bank erlaubt habe, die grossen Abschreiber vorzunehmen.

Das Modell zu ändern, gehe nicht so schnell, sagte Geiger. Die drei Sparten seien eng miteinander verflochten. Die UBS könne einerseits das Investmentbanking «herunterfahren». Die andere Option sei der Verkauf der Sparte. Kurzfristig sei dies aber nicht machbar.

Geiger erwartet, dass die UBS nun das Schlimmste hinter sich hat. Er nehme an, die UBS habe mit ihrem neuen Abschreiber «Tabula Rasa» gemacht. Ein weiterer Abschreiber ergebe keinen Sinn. Mit seinem Rücktritt signalisiere Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel, dass die «Abschreiber-Serie» zu Ende sei.

UBS bleibt starke Bank

Die UBS bleibe trotz der grossen Probleme eine starke Bank, betonte Martin Janssen, wie Geiger Professor am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich. Es wies darauf hin, dass die UBS im ersten Quartal zwar 19 Mrd. Fr. abschreibe, jedoch «nur» 12 Mrd. Fr. Verlust ausweise.

Die Differenz von 7 Mrd. Fr. seien auf Jahresbasis fast 30 Mrd. Franken; ein ansehnlicher Gewinn, den die Grossbank in einer sehr schwierigen Zeit erwirtschaftet habe.

Zu beschwichtigen gebe es dennoch nichts. «Die grösste Schweizer Bank hat in der Vergangenheit grobe Fehler begangen. Die jetzt gewählte Strategie, hohe Abschreibungen mit Kapitalaufstockungen in Milliardenhöhe zu kombinieren, ist aber ohne Zweifel richtig», sagte Janssen. Das schaffe Vertrauen.

«Einwandfreie» Leistung der EBK

Hans Geiger stellt den Schweizer Aufsichtsbehörden ein gutes Zeugnis aus. «Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) und die Nationalbank haben bisher sehr gute Arbeit geleistet.»

Geiger glaubt nicht, dass die EBK die Probleme bei der UBS früher hätte erkennen können: «Wenn der Verwaltungsratspräsident der Bank es nicht merkt, können es das Dutzend Leute, die bei der EBK für die UBS zuständig sind, auch nicht merken.»

(fest/sda)

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