Aventis warnt vor massivem Jobabbau

publiziert: Dienstag, 27. Jan 2004 / 18:51 Uhr

Paris - Das französisch-deutsche Pharmaunternehmen Aventis sieht bei einer Übernahme durch Sanofi-Synthelabo bis zu 12 000 Arbeitsplätze in Gefahr. Mit dieser Warnung hofft Aventis auf Unterstützung der Angestellten im Kampf gegen die Übernahme.

Das Pharmaunternehmen Aventis rechnet mit einem Abbau von 12000 Stellen.
Das Pharmaunternehmen Aventis rechnet mit einem Abbau von 12000 Stellen.
Ein Aventis-Sprecher sagte, die erwarteten Synergien von 1,6 Mrd. Euro gingen einher mit einem Abbau von zehn Prozent der Arbeitsplätze. Aventis zählt weltweit rund 71 000 Beschäftigte, Sanofi etwa 32 000.

Bei einem Zusammenschluss der beiden grössten Arzneimittelfirmen Frankreichs entstünde ein Pharmariese, der mit der britischen GlaxoSmithKline weltweit um Platz Zwei in der Branche hinter dem US-Unternehmen Pfizer streiten würde. Der Aventis-Verwaltungsrat hatte zuvor die feindliche Offerte über knapp 50 Mrd. Euro als zu niedrig zurückgewiesen.

Aventis war erst im Jahr 2000 aus der Verschmelzung des Frankfurter Hoechst-Konzerns mit Rhône-Poulenc hervorgegangen. Besonders besorgt über mögliche Massenentlassungen sind Arbeitnehmervertreter in Deutschland, wo etwa 9000 Menschen für Aventis Pharma und 1000 für Sanofi arbeiten.

Die Übernahmeschlacht um Aventis ist noch lange nicht entschieden. Der Verwaltungsrat will sich am Mittwoch zu einer Krisensitzung treffen. Dabei werde die Strategie zur Abwehr des Übernahmeangebots ausgelotet, hiess es in unternehmensnahen Kreisen.

Aventis hat dazu mehrere Möglichkeiten: Aventis könnte versuchen, umgekehrt Sanofi zu schlucken. Sanofi ist aber in der Hand der Grossaktionäre Total und L´Oréal, die bis zum Ende ihres Paktes im Dezember das Kapital verriegeln.

Eine weitere Möglichkeit wäre ein so genannter Weisser Ritter: Aventis könnte einen anderen grossen Pharmakonzern wie Eli Lilly oder Brystol Myers Squibb zu einem freundlichen Fusionsangebot bewegen. Die französische Regierung steht aber offenbar hinter Sanofi, was Konzerne aus anderen Staaten abschrecken könnte.

Aventis könnte zudem versuchen, sich unverdaulich zu machen, indem es sehr teure Verpflichtungen eingeht oder abträgliche Verträge schliesst, deren Erfüllung an den Erfolg der Übernahme geknüpft ist.

(rp/sda)

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