2022 tiefste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren

publiziert: Montag, 9. Jan 2023 / 19:57 Uhr
Es fehlen zunehmend Arbeitskräfte in der Schweiz.
Es fehlen zunehmend Arbeitskräfte in der Schweiz.

Das SECO hat am 9. Januar 2023 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2022 publiziert. Die positive Arbeitsmarktentwicklung des Vorjahres setzte sich fort. Die Arbeitsmarktentwicklung war 2022 zunehmend durch eine Verknappung des Arbeitskräfteangebots geprägt.

Langzeittiefstwerte bei den Arbeitslosenzahlen waren die Folge: Für das Berichtsjahr 2022 resultiert daraus eine Arbeitslosenquote von 2,2%, was einer Abnahme um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2021 (3,0%) entspricht.

Mit der wirtschaftlichen Erholung und der sinkenden Arbeitslosigkeit ist es für die Unternehmen im Verlauf des Jahres 2022 zunehmend schwieriger geworden, Arbeitskräfte für sich zu gewinnen. Dass die Schwierigkeiten zuletzt auch bei unqualifizierten Arbeitskräften anstiegen, weist auf eine konjunkturell bedingte Verknappung des Arbeitskräfteangebots hin. Auf Grund der erwarteten Eintrübung der Konjunktur dürfte sich die Arbeitskräftenachfrage im laufenden Jahr wohl abschwächen. Die individuelle Herausforderung für die Unternehmen, ihre Attraktivität als Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber zu beweisen, bleibt aber bestehen. Aufgabe des Staates ist es, u.a. im Rahmen der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik gute Rahmenbedingungen für die Unternehmen und die Arbeitnehmenden zu bieten, welche den Ausgleich von Arbeitskräfteangebot und -nachfrage auf mittel- und langfristige Sicht begünstigen.

Rückblick: Kontinuierlicher Rückgang der Arbeitslosen im 2022

2022 setzte sich die positive Arbeitsmarktentwicklung des Vorjahres fort. Langzeittiefstwerte bei den Arbeitslosenzahlen waren die Folge. Die saisonkorrigierte Arbeitslosenquote verringerte sich von 2,3% auf 1,9% im Jahresverlauf. Der Umfang der ausbezahlten Kurzarbeitsentschädigung (KAE) entwickelte sich 2022 stetig zurück. Ab Juli 2022 wurde pro Monat weniger KAE ausbezahlt als vor Beginn der Covid-Krise.

Bereits ab Januar gingen sowohl die Zahl der registrierten Stellensuchenden als auch der Arbeitslosen kontinuierlich zurück, ausgehend von einem mit Blick auf die letzten Jahre bereits unterdurchschnittlichen Anfangsniveau (206'867 Personen bei den Stellensuchenden, 122'268 Personen bei den Arbeitslosen). Im Oktober verlangsamte sich der Rückgang bei den Arbeitslosen, respektive erhöhte sich die Zahl der Stellensuchenden erstmals im Jahresverlauf wieder, wenn auch nur geringfügig und vorwiegend aus saisonalen Gründen. Mit 96'941 lag die Arbeitslosenzahl Ende Dezember 2022 um 24'787 bzw. um 20,4% unter dem Wert von Dezember 2021. Die Zahl der Stellensuchenden lag mit 167'904 um 41'772 bzw. um 19,9% tiefer als ein Jahr zuvor.

Die Arbeitslosenzahl für 2022 beläuft sich im Jahresdurchschnitt auf 99'577 Personen und liegt damit um 38'037 Personen (-27,6%) tiefer als 2021. Für das Berichtsjahr 2022 resultiert daraus eine Arbeitslosenquote von 2,2%, was einer Abnahme um 0,8 Prozentpunkte gegenüber 2021 (3,0%) entspricht. Dabei handelt es sich um die tiefste Arbeitslosenquote seit über 20 Jahren. 2001 wurde zuletzt mit 1,7% eine tiefere Arbeitslosenquote ausgewiesen. Die Anzahl der Stellensuchenden liegt im Jahresdurchschnitt 2022 bei 175'549 und damit ebenfalls deutlich unter dem Durchschnittswert aus dem Vorjahr (-53'381/-23,3%).

Die Jugendarbeitslosenquote (15- bis 24-Jährige) liegt im Mittel 1,0 Prozentpunkte tiefer als im Vorjahr und sinkt damit auf einen Jahresdurchschnittswert von 2,0%. Die Arbeitslosenquote der älteren Arbeitnehmenden (50- bis 64-Jährige) hat mit einem Jahresdurchschnitt von 2,2% ebenfalls abgenommen (-0,7 Prozentpunkte gegenüber 2021).

Bisher wurde für das Jahr 2022 KAE in der Höhe von rund 366 Mio. CHF ausbezahlt, was im Vergleich zum Vorjahr mit Ausgaben von 4,9 Mrd. CHF einer deutlichen Reduktion entspricht. Ausgehend von 81'925 Arbeitnehmenden (10'003 Betriebe), für die im Januar 2022 KAE ausbezahlt wurde, hat sich der Umfang der KAE stetig reduziert. Im Oktober 2022 (aktuellster verfügbarer Monat) wurde bisher für 1894 Arbeitnehmende (175 Betriebe) KAE abgerechnet, was einem tieferen Stand entspricht als zu Beginn des Jahres 2020. Diese Werte dürften noch leicht ansteigen, da die Unternehmen drei Monate Zeit haben, um ihre Abrechnungen einzureichen.

Arbeitslosenversicherung mit Einnahmenüberschuss

Der Bund stattete die Arbeitslosenversicherung wegen den coronabedingten Auswirkungen auch im Jahr 2022 mit einer ausserordentlichen Zusatzfinanzierung in der Höhe der geleisteten Kurzarbeitsentschädigungen aus. Der Ausgleichsfonds der Arbeitslosenversicherung wird das Rechnungsjahr 2022 gemäss aktuellen Schätzungen bei einem Gesamtertrag von 9,63 Mrd. Franken (2021: 14,07 Mrd.) und einem Gesamtaufwand von 7,36 Mrd. Franken (2021: 14,26 Mrd.) mit einem Einnahmenüberschuss von 2,27 Mrd. Franken (2021: Ausgabenüberschuss 0,19 Mrd.) abschliessen.

Die Haupteinnahmen bestehen aus den Beiträgen der Versicherten und Arbeitgeber von 7,92 Mrd. Franken (2021: 7,65 Mrd.) und dem COVID-19-Bundesbeitrag von 0,92 Mrd. Franken (2021: 5,65 Mrd.). Die Hauptausgaben beinhalten die Arbeitslosenentschädigungen, die sich 2022 auf 4,79 Mrd. Franken beliefen (2021: 6,75 Mrd.), sowie Kurzarbeitsentschädigungen von 0,92 Mrd. Franken (2021: 5,65 Mrd.).

Arbeitslosigkeit: Kennzahlen für Dezember 2022

Registrierte Arbeitslosigkeit im Dezember 2022: Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Dezember 2022 96'941 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 5614 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg damit von 2,0% im November 2022 auf 2,1% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 24'787 Personen (-20,4%).

Jugendarbeitslosigkeit im Dezember 2022: Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich um 140 Personen (+1,6%) auf 8773. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 1796 Personen (-17,0%).

Arbeitslose 50-64 Jahre im Dezember 2022: Die Anzahl der Arbeitslosen 50-64 Jahre erhöhte sich um 1185 Personen (+4,2%) auf 29'223. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einer Abnahme um 8?531 Personen (-22,6%).

Stellensuchende im Dezember 2022: Insgesamt wurden 167'904 Stellensuchende registriert, 3408 mehr als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank diese Zahl damit um 41'772 Personen (-19,9%).

Gemeldete offene Stellen im Dezember 2022: Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% schweizweit eingeführt, seit 1. Januar 2020 gilt ein Schwellenwert von 5%. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im Dezember um 7'973 auf 48'473 Stellen. Von den 48'473 Stellen unterlagen 36'706 Stellen der Meldepflicht.

Abgerechnete Kurzarbeit im Oktober 2022: Im Oktober 2022 waren 1894 Personen von Kurzarbeit betroffen, 369 Personen mehr (+24,2%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe verringerte sich um 6 Einheiten (-3,3%) auf 175. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 12'380 (+14,7%) auf 96'328 Stunden zu. In der entsprechenden Vorjahresperiode (Oktober 2021) waren 2'227'061 Ausfall-stunden registriert worden, welche sich auf 48'264 Personen in 7917 Betrieben verteilt hatten.

Aussteuerungen im Oktober 2022: Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats Oktober 2022 ausgeschöpft hatten, auf 1798 Personen.

(fest/pd)

Im Zusammenhang mit dem Megatrend Digitalisierung ist beispielsweise der Beruf «Entwicklerin / Entwickler digitales Business EFZ» entstanden.
Im Zusammenhang mit dem Megatrend Digitalisierung ist beispielsweise der ...
44 revidierte oder neue Berufe  Die Angebote der Berufsbildung werden fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst. Im zweiten Halbjahr 2022 hat das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) insgesamt 44 neue oder revidierte Berufe genehmigt und erlassen: Sechs in der beruflichen Grundbildung und 38 in der höheren Berufsbildung. mehr lesen 
Es fehlen zunehmend Arbeitskräfte in der Schweiz.
Das SECO hat am 9. Januar 2023 die neusten Zahlen zum Schweizer Arbeitsmarkt im Jahr 2022 publiziert. Die positive Arbeitsmarktentwicklung des ... mehr lesen  
Buchhaltung Die Schweiz und Frankreich haben sich auf eine Lösung für die Besteuerung des Einkommens des Homeoffice geeinigt: ... mehr lesen  
Frankreich und die Schweiz einigten sich darauf, dass Telearbeit, die sich auf 40 Prozent der Arbeitszeit beschränkt, weder Auswirkungen auf den Grenzgängerstatus, noch auf die damit verbundenen Einkommensbesteuerungsregelungen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit im Wohnsitzstaat der Arbeitnehmenden hat.
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.konkurs.ch/ajax/top5.aspx?ID=1&col=COL_2_1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
Ein Jahr nach ihrer Gründung waren 93,7% der Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten weiterhin aktiv, nach fünf Jahren waren es noch 63,6%.
Startup News 2020 wurden in der Schweiz 40'188 Unternehmen neu gegründet In der Schweiz wurden im Jahr 2020 insgesamt 40'188 Unternehmen neu gegründet. Dies entspricht 7,1% aller in diesem Jahr aktiven Unternehmen. ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Lange geschmäht - jetzt cool: Die Sachlichkeit des Ost-Berliner Bürodesigns ist jetzt en vogue.
Publinews Ein gut beleuchtetes Büro ist unerlässlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter und hat auch Auswirkungen auf die Produktivität und ... mehr lesen
Der Werkzeugkoffer als Trolley.
Publinews Der Werkzeugkoffer - ein Muss für jeden Handwerker  Gutes Werkzeug ist im Handwerk unerlässlich. Viele Arbeiten lassen sich schneller und sicherer verrichten, wenn man das richtige Werkzeug ... mehr lesen
Datenschutz
Publinews Das neue Datenschutzgesetz der Schweiz - Relevant für alle Start-Up's und KMU's  Wenn Sie bei der Erstellung der Datenschutzerklärung Unterstützung benötigen, können wir Ihnen an dieser ... mehr lesen
Rabea Rageth
Publinews Puresense startet Crowd Founding Kampagne  Was 2013 klein begann, ist heute der grösste Onlineshop für Naturkosmetik in der Schweiz: puresense.ch aus Engelburg. Jetzt startet Puresense.ch ... mehr lesen
Datenschutzgesetz 2023
Publinews Das neue DSG – wird ein externer Datenschutzbeauftragter notwendig?  Nach mehrjährigen Debatten steht es nun fest! Das neue Datenschutzgesetz (DSG) kommt im September 2023. Damit soll den ... mehr lesen
Der Kauf auf Rechnung ermöglicht dem Händler, seine Kundenbindung zu stärken.
Publinews Der Kauf auf Rechnung ist eine beliebte Zahlungsmethode, die von vielen Online-Händlern angeboten wird. Dabei kauft der Käufer ein Produkt ... mehr lesen
Alle 6 Wochen kommen mindestens 1 Million neue Songs auf den Markt.
Publinews Mit dem Aufkommen der sozialen Medien scheint es, als ob jeder Zweite singen kann und seine Musik promotet. Es ist einfacher geworden, Musik zu veröffentlichen als je ... mehr lesen
Der UR16e von Universal Robots.
Publinews Laut Deloitte könnten allein in den USA zwischen 2018 und 2028 schätzungsweise 2,4 Millionen Arbeitsplätze unbesetzt bleiben. Dieser Arbeitskräfte- und ... mehr lesen
Medizinische Berufe sind sehr vielfältig.
Publinews Das Gesundheitswesen ist ein vielfältiges Gebiet. Mehr als 50 medizinische Berufe gibt es derzeit - und es werden immer mehr. mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
26.01.2023
26.01.2023
FINE CRUNCHY Logo
26.01.2023
25.01.2023
PostFinance WOMENS LEAGUE Logo
25.01.2023
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich -3°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Basel -2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
St. Gallen -5°C 2°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregen
Bern -4°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern -4°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, wenig Regen
Genf -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano -1°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten