Thema:
Euro-Staaten wollen Spanien bis zu 100 Milliarden Euro geben
Sonntag, 10. Juni 2012 22:49 Uhr
Neoliberal als Plattitüde?
keinschaf aus Henau (1514 Kommentare seit Sa, 09.04.2011)
Bis jetzt dachte ich immer, neo-liberal sei eben eine neue Form des Wirtschaftsliberalismus.
Das ist eher eine Einstellung, die jede Form von Arbeitnehmerschutz und staatlicher Schranken für die Wirtschaft ablehnt und damit eigentlich eine pervertierte Form des uralten Freimaurerdenkens ist, welche aber nicht die Ausbeutung der Arbeitnehmer und den Menschen-Freihandel, sondern den freien, schrankenlosen Warenhandel zum Ziel hat(te).
In diesem hierarchischen System ist das Denken des einzelnen unerwünscht und deshalb ist es auch kein Wunder, ist es dem Gros entgangen, dass man den Feind zum obersten Boss gemacht und die ursprünglichen Ziele pervertiert hat. Heute ist zum Beispiel in der Eurokratur der freie Warenhandel in weiter Ferne, jedoch der freie Menschenhandel aka PFZ realisiert, um nur ein Beispiel zu nennen.
Dass jeder Unternehmer im Prinzip ein Interesse daran hat, mit möglichst wenig staatlicher Bürokratie geschäften zu können, dürfte selbstverständlich sein. Nicht jeder, der sich gegen überbordende und sinnlose Gesetze stark macht, ist deshalb ein Neo-Liberaler. Diese Bewegung stammt übrigens aus dem Königreich und ist dann über den grossen Teich geschwappt, wo er auf fruchtbaren Boden stiess und von dort wieder auf's Europäische Festland zurückgekehrt.
Sie finden dieses Denken in der Schweizerischen FDP, zum Beispiel bei deren Marionetten-BR, die uns sogar ein Brüsseler Kontrollorgan schmackhaft machen wollen, das über die Einhaltung der von der EU diktierten Befehle wachen soll. Auch die Anbindung des Frankens an den Euro haben wir solchen Kräften zu verdanken - denen Sie ja auch zujubeln. Sie sind halt schon ein seltsamer Kauz, was dies betrifft. Bei Ihnen ist einfach alles neoliberal, was Ihnen nicht schmeckt. Es gibt in der SVP zwar auch einen wirtschaftsliberalen Flügel, der ist aber in der Minderheit. Da finden Sie in Ihrer Super-CVP deutlich mehr von dieser Sorte und vor allem in den neuen Parteien BDP und GLP.
Glauben Sie bloss nicht, mit solch vereinfachenden Schubladisierungen könnten Sie "gut" von "böse" unterscheiden. Wenn es denn so einfach wäre, könnte man die Welt mit einer einzigen Wahl ins Paradies verwandeln. In der SP finden Sie zwar kaum "wirtschaftsliberales" Gedankengut, aber dafür Gutmenschen, die so gut sind, dass sie nicht merken, dass sie für ein Butterbrot an die Armen den Superreichen in die Hände arbeiten. Politik ist eben nix für Kurzsichtige.. und vor allem leider leider auch nix für Bauchgefühle - insbesondere, wenn die nicht mit dem Hirn korrespondieren.
Jänu, dann schick ich den Arzt wieder heim, wenn Sie ihn nicht brauchen. Lassen Sie auf seine Empfehlung weiterhin Schubladen ins Netz, wenn's denn hilft.
Uebrigens: nein, Blocher ist kein neoliberaler... er ist genau so, wie wir ihn brauchen. Das einzig gefährliche an ihm ist, dass Leute sich an ihm reiben. Und da wissen Sie ja genau, wen ich da unter anderem meine. Sie gehören genau auch zu der Sorte, die sich vorgeblich um die Schweiz sorgen, dann aber doch im rein politischen Eigen- und nicht Gesamt-Interesse auf Blocher einprügeln, um von den realen Problemen abzulenken.
Wie gesagt: wenn sich's gut anfühlt.... aber das ist dann nicht in Blochers Verantwortung.
ah ja, noch was: Monti und Konsorten sind keine Wirtschaftsliberalen. Das werden Sie wahrscheinlich noch einsehen müssen. Das dumme daran: Sie werden es erst sehen, wenn kein Bargeld mehr da ist.