coloraffairs: Die Filmemacher hinter ifj.ch
publiziert: Freitag, 20. Jul 2012 / 13:33 Uhr / aktualisiert: Freitag, 20. Jul 2012 / 14:57 Uhr
Filmprofis hinter der Kamera, die jedes Mal auch hinter ihrer Arbeit stehen: Beni Leoni und Roland Luder von coloraffairs
Filmprofis hinter der Kamera, die jedes Mal auch hinter ihrer Arbeit stehen: Beni Leoni und Roland Luder von coloraffairs

Sie sorgen für die Bewegung auf unserer Webseite - die Rede ist von Coloraffairs aus Zürich, die in den letzten Jahren hauptsächlich für das SF produzierten. Nun haben sie sich den Videos für unseren neuen Auftritt gewidmet. Wir haben uns mit den beiden Gründern Beni Leoni und Roland Luder unterhalten.

Weiterführende Links zur Meldung:

mehr über Coloraffairs
Webseite der Filmproducer
coloraffairs.ch

Filmbeispiele auf ifj.ch
die Videos von coloraffairs für den Relaunch von ifj.ch
ifj.ch

«Beni, wir sind sehr happy über unsere Filme. Was zeichnet Euch als Full-Service-Anbieter für Videoproduktionen aus?»

Beni Leoni: «Danke! Für die Kundenzufriedenheit gehen wir täglich die bekannte Extrameile, was uns sicher mit auszeichnet. Weil wir technologisch auf dem neusten Stand und sehr schlank und effizient arbeiten, können wir alles von A bis Z in-house abwickeln. So sind wir preislich attraktiv, schnell und unkompliziert. Ein Beispiel: In der Fertigstellungsphase der IFJ-Filme konntet ihr jederzeit auf einem passwortgeschützen Streaming-Channel unserer Website die Ergebnisse anschauen und Korrekturwünsche gleich auf dieser Seite eintragen, so dass die neue Version Minuten später schon wieder zur Verfügung stand. So muss es heute laufen, denn der Kunde erwartet Tempo und Professionalität.»

«Du bist selbst seit wenigen Monaten ein frischer Jungunternehmer. Wie ist es dazu gekommen?»

Beni Leoni: «Ich habe zusammen mit Roland Luder mehrere Jahre beim Schweizer Fernsehen Beiträge und Live-Sendungen für «Schweiz aktuell» sowie zahlreiche Folgen für die Reisesendung «SF unterwegs» realisiert - davon eine zusammen mit Roland. Während eines Drehs auf Mauritius Ende 2010 sprachen wir zum ersten Mal darüber, dass wir unsere grosse Fernseherfahrung bündeln könnten, um für Schweizer Firmenkunden professionelle Filme herzustellen. Im Sommer 2011 wurde es konkret - wir gründeten die Firma, legten Ende 2011 mit ersten Kunden los und sind seit diesem Frühling eine GmbH.»

«Roland, Ihr beiden bringt fast 50 Jahre an journalistischer Erfahrung mit. Wie hilft Euch das bei der täglichen Arbeit?»

Roland Luder: «Indem wir unsere Filme nicht nur nach dramaturgischen und visuellen Leitlinien konzipieren, sondern immer auch auf eine journalistische Basis stellen. Wir verfolgen einen integrierten Ansatz, bei dem Inhalt, Dramaturgie und Gestaltung gleichberechtigt ineinanderfliessen. Dies macht uns zu einer echten Full-Service-Videoagentur, die nicht nur die technische Produktion durchführt, sondern auch den inhaltlichen, journalistischen Teil mitbringt.»

«Im Technopark Zürich habt ihr in relativ kurzer Zeit mit sehr vielen Jungunternehmern gedreht. Wie war Euer Eindruck?»

Beni Leoni: «Kamerascheu war definitiv niemand. Diese Leute sind gewohnt, vor Top-Investoren zu pitchen - da bringt sie eine Videokamera wohl nicht so schnell aus der Ruhe... (lacht) Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass praktisch alle Jungunternehmer extrem professionell vor der Kamera waren. Wir konnten ihnen sagen «fass dies bitte in 20 Sekunden nochmals zusammen» - und es kam ein perfektes Statement geschossen - frei von der Leber weg und nicht in geschliffenem Marketingdeutsch formuliert. Für mich ist im Technopark wirklich die Elite der zukünftigen Schweizer Top-Unternehmen angesiedelt. Das sind wirklich echte Profis.»

Roland Luder: «Kommt dazu, dass wir es vom Schweizer Fernsehen her gewohnt sind, Interviews behutsam anzugehen und Interviewpartner nicht vor den Kopf zu stossen oder gar mit Fragen zu überfallen. Wir sind darauf bedacht, eine angenehme Interview-Atmosphäre zu schaffen, was sich auch positiv auf das Ergebnis auswirken kann.»

«Für wen produziert ihr alles? Ist Euer Angebot vielleicht auch für Jung- oder Kleinunternehmen interessant?»

Roland Luder: «Absolut. Da wir vom Journalismus kommen, sind wir es uns gewohnt, uns innert kürzester Zeit in die meisten Fachgebiete einzuarbeiten. Somit kommen unsere Kunden auch aus den verschiedensten Bereichen. Wir machen sowohl zweitägige, sehr günstige Produktionen, die gerade für Jungunternehmen interessant sind, als auch Grossproduktionen, die sich über Monate ziehen - zum Beispiel kürzlich für einen Schweizer Finanzdienstleister. Wir beliefern sowohl KMUs als auch internationale Konzerne. Grundsätzlich produzieren wir für jeden, der gute Qualität schätzt - sowohl inhaltlich als auch visuell. Und das lässt sich mit den heutigen neuen Kameras auch für kleine Budgets realisieren - hochprofessionell und ohne dass es wie ein billiges 90er-Jahre-Video aussieht.»

«Der Trend geht eindeutig zu mehr Videos, besonders was Inhalte auf Webseiten betrifft. Siehst du das auch so?»

Beni Leoni: «Ja, der Trend geht rasant in diese Richtung, in den USA schon seit längerem. Dort wird zum Teil bereits heute mehr Video im Web konsumiert als im Fernsehen. Es gehört heute zum guten Ton, dass man ein tolles Einführungsvideo auf der Homepage hat, das kurz und knapp die Produkte oder Dienstleistungen vorstellt.»

«Was sind die grossen Vorteile davon?»

Beni Leoni: «Wer es auf sich nimmt, eine Website zu besuchen, um sich über ein Produkt zu informieren, will dort nicht immer lange nach geschriebenen Informationen suchen. Ein 90-sekündiges Video bringt die Kernbotschaft der Firma attraktiv, schnell und möglicherweise sogar emotional auf den Punkt. Dazu muss es aber auch gut gemacht sein.»

«Inwiefern spielen dabei YouTube, Facebook und Co. eine Rolle?»

Beni Leoni: «YouTube und Facebook spielen eine sehr grosse Rolle, weil sich Videos dank diesen Portalen auf Knopfdruck mit Freunden teilen und somit weiterverbreiten lassen - wenn sie gut sind! Eine fast noch grössere Rolle spielt der Boom der Smartphones. Dies alles führte zusätzlich zu einer Verschiebung von Video direkt auf die mobilen Geräte. Der Konsum von Videos auf iPhones, iPads oder Android-Geräten steigt derzeit immens an. Und mit den neuen Flatrates der Telekommunikationsanbieter kann ich nun endlich auch in der S-Bahn Videos streamen, ohne dass ich mir Sorgen machen muss wegen der Kosten.»

«Sagen wir mal ein/e Jungunternehmer/in hat kein Geld, aber einen kleinen Full-HD-Camcorder in der Hand, den es schon für ein paar Hundert Franken gibt. Was sollte man damit auf keinen Fall machen?»

Roland Luder: «Auf keinen Fall denken, dass man damit automatisch auch gute Filme realisieren kann. Die allermeisten modernen Kameras machen tolle Bilder - sogar iPhone & Co. Das heisst aber nicht automatisch, dass auch gute Geschichten entstehen. Dazu braucht es viel Wissen und Talent. Ich sage nicht, dass ein Jungunternehmer die Finger davon lassen soll. Im Gegenteil: Die neuen Technologien sollen genutzt werden - und schon oft haben Leute, die nie im Film oder Fernsehen gearbeitet haben, tolle Filme gemacht. Aber wenn ein Video die Aufgabe hat, Kunden zu gewinnen, würden wir anraten, Profis beizuziehen. Ein gut gemeintes, aber schlecht gemachtes Video kann sogar dazu führen, dass man Kunden verliert.»

«Beni, wie siehst du generell die Schweizer Film-Szene?»

Beni Leoni: «Es gibt eine sehr lebendige und kreative Filmszene, gerade im Kurzfilmbereich. Und dank der Demokratisierung der technischen Hilfsmittel - man kann heute für unter 2000 Franken eine DSLR kaufen, die hollywoodtaugliche Bilder macht - können viele Talente endlich ihre Ideen realisieren, was früher aufgrund der hohen Kosten nicht möglich war. Dank Plattformen wie YouTube und Vimeo finden solche Filme dann auch ein Publikum. Ich finde das eine extrem spannende Entwicklung. Es gibt in der Schweiz viele Filmperlen - man muss sie einfach entdecken!»

«Untypischerweise fragen wir Dich jetzt nicht nach Deinem Lieblingsfilm. Hast Du aber ein Lieblingsbuch, das trotz Schwarzweiss für viele farbenfrohe Bilder in deinem Kopf sorgt?»

Beni Leoni: «Martin Suter schafft es bei mir jedes Mal, enorm viele Bilder auszulösen. Da entsteht im Kopf schon fast ein Drehbuch... Oder auch Simon Beckett - von dem würde ich alles lesen, auch den Einkaufszettel!» (lacht)

(th/IFJ)

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