Zwischen Möglichkeiten und Gefahren: Vor- und Nachteile von Online-Casinos
publiziert: Donnerstag, 7. Jul 2016 / 14:57 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 7. Jul 2016 / 15:53 Uhr

Im Oktober 2015 verabschiedete der Bundesrat das neue Geldspielegesetz: Seither dürfen Schweizer Casinos auch im Netz Glücksspiele anbieten. Doch was bedeutet das für Gambler? Eröffnen sich für sie dadurch neue Möglichkeiten, oder tragen sie Nachteile davon?

Grundsätzlich ändert sich im Vergleich zur traditionellen Spielbank bei der virtuellen Variante nicht viel. Casinos, die Geldspiele im Internet anbieten wollen, müssen dazu nur ihre Konzession erweitern lassen.

Grundlagen: So funktionieren Online-Casinos

Zocker können über das Internet auf die virtuellen Spielbanken zugreifen, indem sie beispielsweise einen Computer verwenden. Dabei haben sie grundsätzlich gleiche Gewinnchancen und Auszahlungsquoten wie bei stationären Casinos. Bei manchen Betreibern sind die Rückzahlungsquoten sogar höher: So sollen mehr Kunden angezogen werden, da die Konkurrenz unter Spielbanken im Netz grösser ist. Ausserdem zahlen virtuelle Anbieter keine Miete und können sich daher höhere Auszahlungsbeträge erlauben: Statt den 60 bis 70 Prozent in den traditionellen Einrichtungen liegen die Quoten beim Online-Casino bei 90 bis 95 Prozent.

Grundlage für das Funktionieren der Internet-Casinos ist ein Pseudozufallszahlengenerator (engl.: pseudorandom number generator: PRNG), der über den Ausgang des Games entscheidet. So wird beispielsweise die Reihenfolge der Karten oder das Ergebnis eines Würfelwurfs bestimmt. Die PRNGs basieren auf einem Algorithmus und gewährleisten die Fairness der Spiele, auch wenn die Zufälligkeit nicht tatsächlich gegeben ist. Ein Nachteil ist, dass virtuelle Spielbanken keinen Einblick in ihre Software gewährleisten, und Gambler nicht wissen, ob der Hausvorteil übermässig implementiert wurde.

Vorteilhaft ist jedoch, dass externe Instanzen, beispielsweise Sicherheitsfirmen und Behörden, die Funktionsweisen und Algorithmen überprüfen. Darüber hinaus gibt es mehrere Testportale im Internet, die die einzelnen Betreiber beschreiben und nach bestimmten Gütekriterien untersuchen. So werden die verschiedenen Online-Spielbanken in Bezug auf Game-Auswahl, Seriosität, Zahlungsmethoden, Sicherheit, Zusatzangebote, Bonusbedingungen und Support analysiert. Das ermöglicht es, einen sicheren und seriösen Anbieter im Bereich Internet-Casino zu finden.

Vielfalt: Das Game-Angebot in der virtuellen Spielbank

Es gibt drei Arten von Internet-Spielbanken:

- Web-basierte Online-Casinos:

Diese können direkt über den Browser gespielt werden, ohne dass eine Software heruntergeladen werden muss. Allerdings ist manchmal die Installation von Zusatzprogrammen wie Java erforderlich.

- Download-basierte Internet-Spielbanken:

Hier muss eine spezielle Software heruntergeladen werden. Diese Casinos arbeiten zwar schneller als die web-basierte Alternative, aber die Erstinstallation ist zeitaufwändig und birgt das Risiko von Malware.

- Live-Dealer Casinos:

Bei dieser Variante wird das Game durch einen menschlichen Croupier moderiert, was über Livestream übertragen wird. Der Ausgang des Spiels wird von physischen Interaktionen statt von Zufallszahlengenerationen beeinflusst. Doch der finanzielle Aufwand ist grösser als bei den einfachen virtuellen Spielbanken: Benötigt werden entsprechende Räume sowie diverse Experten.

Aufgrund dieser hohen Kosten werden bei dieser Art von Spielbank nur die beliebtesten Spiele - etwa Roulette, Blackjack und Poker  - angeboten. Bei den beiden anderen Varianten ist die Auswahl grösser: Bis zu 500 verschiedene Games können online gezockt werden. Neben den bereits genannten Tischspielen sollten auch Spielautomaten, Würfelspiele und Arcade Games zur Wahl stehen.

Geldanlage und Gemeinnützigkeit: Virtuelle Casinos als Investitionsmöglichkeit

Beim Gedanken an die Vermehrung ihres privaten Kapitals denken die meisten an die Investition in Immobilien oder in Aktien. Doch warum nicht das Glücksspiel als Geldanlage nutzen? So können Zocker ihr Kapital spielerisch vermehren. Der Vorteil davon ist, dass sich ein festgelegtes Budget einsetzen lässt und Gewinne durch attraktive Quoten wahrscheinlicher sind als beispielsweise beim Lottospielen. Darüber hinaus kann der Gamer sich das Geld jederzeit wieder auszahlen lassen. Zudem bieten virtuelle Spielbanken zur Kundenbindung Boni an, die ab einem gewissen Umsatz ausgezahlt werden.

Vorteilhaft ist ausserdem, dass Geldgewinne nach wie vor steuerfrei sind. So haben Spieler mehr davon und können sie anlegen oder für das nächste Game einsetzen. In letzterem Fall profitiert auch der Schweizer Staat. Denn Geldspiele stellen für ihn eine wichtige Einnahmequelle in Millionenhöhe dar: Zum einen durch die Unternehmensgewinnsteuern, zum anderen durch die Spielbankenabgabe. So gehen Teile der Casino-Erträge an die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie an die Invalidenversicherung. In den vergangenen Jahren betrug die jährliche Abgabe durchschnittlich 387 Millionen Franken, wovon 331 Millionen an die AHV gingen. Der Rest wird von den Kantonen für gemeinnützige Projekte gespendet, sodass auch der gute Zweck von Geldgames profitiert. Durch die Genehmigung für die Spielbanken, ihre Glücksspiele auch online anzubieten, sollen die Einnahmen noch erhöht werden und steuerfreie Gewinne kompensiert werden.

Schutz oder Überwachung? Gefahren von virtuellen Spielbanken und Lösungen

Die Steuerfreiheit der Gewinne ist ein grosser Anreiz für Gamer, genauso wie die Tatsache, dass Internet-Casinos leicht zugänglich und rund um die Uhr verfügbar sind. Doch damit sind auch Gefahren verbunden.

- Suchtpotential:

Die Verfügbarkeit und die vielen Vorteile des Online-Gamblings könnten unter Umständen das Suchtpotential steigern. 0,8 Prozent der Erwachsenen werden als spielsüchtig eingeschätzt, die Dunkelziffer ist vermutlich höher. Daher will der Bundesrat mit dem neuen Geldspielegesetz auch den Schutz vor Spielsucht verbessern. So müssen Kantone Präventionsmassnahmen sowie Beratungen und Behandlungen anbieten. Die Veranstalter der Glücksgames sind zudem verpflichtet, Schutzmassnahmen zu ergreifen. Dazu gehört, gefährdete Gambler zu identifizieren, anzusprechen und im Ernstfall zu sperren. Doch wie sollen die Betreiber mögliche Gefährdete im Netz erkennen? Zum einen beraten Spielsuchtexperten die Veranstalter und unterstützen die Kantone und den Bund. Zum anderen sei der Gamer im Internet ein gläserner Kunde, wie Experte Jörg Häfeli in diesem Artikel verrät: Handlungen und Verhaltensänderungen lassen sich zurückverfolgen und werden protokolliert. Gefährdete Zocker hätten zudem häufig ein auffälliges Kommunikationsverhalten.

- Überwachung:

Doch damit einhergeht, dass die Gambler in den Internet-Casinos bei Weitem nicht anonym, sondern gläserne Menschen sind: Sie werden durchleuchtet und ihr Datenschutz wird verletzt. Dass aus Jugendschutzgründen und zur Bezahlung manche Daten benötigt werden, gehört dazu. Doch dass alles, was die Spieler online tun, aufgezeichnet wird, ist ein Nachteil, auch wenn es aus Gründen der Sicherung passiert: Diese Form der Überwachung führt zum Verlust ihrer Privatsphäre.

(ja/IFJ)

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