Zurück in die Garage: So lässt sich ein Start-up (fast) ohne Geld lancieren
publiziert: Donnerstag, 26. Jul 2007 / 10:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 27. Jul 2007 / 14:15 Uhr

Vor gut fünf Jahren hiess das Motto: «Laut ankündigen und ohne den Hauch eines Geschäftes am Horizont möglichst viel Geld ausgeben». Bis die so genannte «Internetblase» platzte und sich Milliarden in Luft aufgelöst haben. Heute läuft es genau umgekehrt: Zwar wenig Geld für den Start, dafür aber sehr rasch substantielle Einkünfte. Über das neue, nicht nur amerikanische «Zurück in die Garage».

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Heute – und da lehren uns die Amerikaner einmal mehr das Staunen – läuft es genau umgekehrt: Die Finanzierungen sind minimal dafür klingelt sehr bald einmal die Kasse. Eine der Symbolfiguren dieses Systems ist Paul Graham, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops «venture leaders» in Boston getroffen haben. Die Büros seines «y-combinator» sind in einem grossen Speisesaal untergebracht, Unterteilungen gibt es keine, auch der Durchblick zur benachbarten Küche ist offen.

In kleinen Tranchen zum Web 2-0-Erfolg

Paul Graham hat in zwei Jahren an die 60 Projekte finanziert – und zwar in Tranchen von 25'000 Dollar: Er ist überzeugt, dass dieser Betrag genügt, um eine erfolgreiche Web 2.0-Site zu realisieren.

Mehr als Spekulation auf einen neuen Goldrausch?

Mehr als nur Spekulation auf einen neuen Internet-Goldrausch? Das Beispiel von YouTube, der Video-Plattform Nummer eins im Web, die im Oktober 2006 von Google nach nur 18 Monaten für über eine Milliarde Dollar gekauft worden ist, erklärt das Phänomen. Die Site wurde im Februar 2005 lanciert und erhielt im November 2005 eine Finanzierung von drei Millionen Dollar.

2006 verzeichnete Youtube bereits über 20 Millionen Visits pro Monat. Das Geheimnis des Erfolgs liegt darin, dass Google und Konsorten diese Zahlen in Geldwerte umrechnen können. Myspace oder facebook sind – unter vielen – weitere Beispiele für dieses Modell.

Kreativ und immer kreativer

Und: Dank diesen Erfolgen tauchen immer mehr und immer kreativere Start-ups auf: Das Web 2.0 illustrier, wie der Nutzer/Käufer mit einem eigenständigen Beitrag zum Anbieter/Verkäufer wird: Ein Beispiel für die oft beschworene Demokratisierung dank dem Internet.

Neu ist aber nicht nur, dass es möglich ist, mit dem Web-Communities Geld zu verdienen. Auch die Instrumente, die den Entwicklern heute zur Verfügung stehen, haben sich gemacht und sind unwahrscheinlich effizient geworden. So sagt Marc Bürki, der Gründer von Swissquote: «Die Informatiker sind wahre Künstler. Heute bauen zwei, drei Entwickler eine Applikation, für die noch vor kurzem eine ganze Equipe mehrere Wochen gebraucht hat.»

Auch das Marketing verschlingt keine Unsummen mehr. Wenn sich etwas von Mund zu mund, wie ein Virus quasi verbreitet, wird jemand ohne PR oder Werbeagentur in kürzester Zeit bekannt und populär: Aus einer Vielzahl kleiner Märkte wird so plötzlich ein gewaltiger grosser Markt.

Die wichtigen Figuren pflegen

Obwohl beim Start nur wenig Mittel vorhanden sind, machen es eine rasche, gezielte und intensive Lancierung möglich, dass neue Dienstleistungen und Angebote rasch verbreitet und auch akzeptiert werden. Wichtig dabei: Die wichtigen Figuren einer Community müssen als Multiplikatoren besonders gepflegt werden.

Wenn dieser rasche Einstieg gelingt, kommt sehr bald auch die Hoffnung auf einen neun- oder zehnstelligen Exit in den bereich des Möglichen – verschiedene Beispiele dafür gibt es bereits.

Europa hat den Zug nicht verpasst

Trotzdem: Vorsicht ist am Platz, nicht wäre verkehrter als jene unkritische Euphorie, die bereits eine Blase zum Platzen gebracht hat. Dennoch: Das «Zurück in die Garage», wie es Paul Graham vormacht, ist ein erfreuliches Phänomen. So sind schliesslich neben HP – dessen «Garage» im Silicon Valley inzwischen unter Denkmalschutz steht, auch Start-ups wie Apple oder Google dank ihrer Kreativität entstanden – und nicht, weil einfach Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung stand.

Zudem: Das Phänomen beschränkt sich keineswegs auf die USA. Für einmal sieht es ganz so aus, als habe good old Europe den Zug nicht verpasst.

Dieser Artikel von Hervé Lebret und Jordi Monserrat ist als Teil einer Serie im Westschweizer Wirtschaftsmagazin «agéfi» erschienen (Übersetzung: ps)

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