Zeitungsvertrieb: Verleger versus Post
publiziert: Donnerstag, 17. Sep 2009 / 14:13 Uhr

Interlaken - Die Schweizer Verleger wollen eine von der Post geplante Preiserhöhung für den Zeitungs- und Zeitschriftenvertrieb für 2010 um bis zu 30 Prozent vehement bekämpfen. Sie fordern stattdessen eine rasche Liberalisierung der Post. Die Verleger erhoffen sich davon marktgerechte Preise.

Beim Zeitungsvertrieb streiten sich die Post und Verleger.
Beim Zeitungsvertrieb streiten sich die Post und Verleger.
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Die Post wolle die Zustellkosten für Printmedien im nächsten Jahr um einen Rappen pro Exemplar erhöhen, sagte Christof Nietlispach, Leiter des Departements Distribution beim Verband Schweizer Presse, an der Mitgliederversammlung in Interlaken. Diese Preiserhöhung brächte der Post Mehreinnahmen von 10 Millionen Franken.

Darüber hinaus wolle die Post die Tarife teuerungsbedingt um 2 Prozent erhöhen und Vergünstigungen für Titel streichen, die der indirekten Presseförderung unterliegen. «Das ist inakzeptabel», sagte Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument. Die Verleger gehen nun in die Offensive und schlagen vor, die Vertriebskosten gesetzlich auf 10 Rappen pro Exemplar zu begrenzen.

Verleger wollen indirekte Presseförderung erhalten

Nietlispach erinnerte daran, dass Bundesrat Moritz Leuenberger anlässlich der Debatte um die indirekte Presseförderung versprochen habe, dass die Preise für den Pressevertrieb vorbehältlich der Teuerung nicht angetastet würden. «Das waren damals klare Aussagen. Aber die Post will sich daran offenbar jetzt nicht mehr halten», sagte Nietlispach.

Die Verleger werden der Post-Konzernleitung in nächster Zeit ein Schreiben mit dem Zitat Leuenbergers zustellen. Darüber hinaus wollen sie auch an den Preisüberwacher gelangen.

Einsetzen wollen sich die Verleger auch dafür, dass die indirekte Presseförderung erhalten bleibt. Derzeit profitieren rund 160 Titel beim Vertrieb von vergünstigten Konditionen, wofür Mittel von 20 Millionen Franken nötig sind.

(fkl/sda)

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