Zeitung berichtet über Razzien bei CS-Kunden
publiziert: Dienstag, 10. Jul 2012 / 23:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 11. Jul 2012 / 10:02 Uhr
Credit Suisse: Steuerhinterziehungsprodukt an deutsche Kunden verkauft.
Credit Suisse: Steuerhinterziehungsprodukt an deutsche Kunden verkauft.

Düsseldorf/Basel - Steuerfahnder haben nach Angaben der Zeitung «Handelsblatt» bei deutschen Kunden der Schweizer Grossbank Credit Suisse in ganz Deutschland Hausdurchsuchungen vorgenommen. Grund seien Erkenntnisse über Steuerhinterziehungen, berichtete die Zeitung am Dienstabend in ihrer Online-Ausgabe.

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Der Sprecher der Credit Suisse, Marc Dosch, sagte der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage, bei «einer Anzahl von deutschen Kunden der Credit Suisse Schweiz» hätten Untersuchungen stattgefunden.

Laut «Handelsblatt» wurden mit Hilfe von Scheinversicherungen «Milliarden von Euro am deutschen Fiskus vorbeigeschleust». Bei den Scheinversicherungen handle es sich um Produkte der Tochterfirma Credit Suisse Life mit Sitz auf Bermuda. Insider hätten berichtet, die Bank habe normale Konten als steuerfreie Versicherungen getarnt.

Dosch sagte der Nachrichtenagentur sda, es handle sich um Bankprodukte, die korrekt verkauft worden seien. Die Kunden aus Deutschland seien zudem darauf hingewiesen worden, «dass die Steuerpflicht bei ihnen selbst liegt, und das haben die Kunden unterzeichnet».

Laut «Handelsblatt» gelangten «verfängliche Daten über ein Leck innerhalb der Bank an die deutschen Steuerfahnder». Dazu könne Credit Suisse «keine Angaben machen», sagte Dosch.

Der Zeitung zufolge werden die Ermittlungen über die Steuerfahndung Wuppertal koordiniert. Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans habe die Angaben bislang weder bestätigen noch dementieren wollen.

Laut «Handelsblatt», das weitere Berichterstattung über den Fall in ihrer Mittwochausgabe ankündigte, sollen rund 7000 Kunden der Credit Suisse betroffen sein, die meisten von ihnen Deutsche. In Zürcher Finanzkreisen hiess es dazu am Dienstagabend nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa, dies sei vermutlich zu hoch gegriffen.

(fest/sda)

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