Maifeier ohne grosse Probleme
Zehntausende begehen den Tag der Arbeit
publiziert: Mittwoch, 1. Mai 2013 / 17:34 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Mai 2013 / 18:21 Uhr

Basel/Zürich - Schweizweit haben am Mittwoch zehntausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Tag der Arbeit begangen. Allein in Zürich gingen 13'000 Personen für Mindestlöhne, bezahlbare Mieten und sichere Renten auf die Strasse.

3 Meldungen im Zusammenhang
In Biel warb SP-Bundesrat Alain Berset für sein Reformprojekt Altersvorsorge 2020, mit dem der Bundesrat eine gesamtheitliche Lösung für die AHV und die berufliche Vorsorge anstrebt. «Wir betrachten die Altersvorsorge mit der ersten und der zweiten Säule als ein Ganzes», sagte Berset.

Der Innenminister geht davon aus, dass die Menschen eine solche Gesamtschau wünschen, um die Höhe ihrer Altersrente zu erfahren und sich so für die Zukunft absichern können.

Das geplante Gesamtpaket soll deshalb für Transparenz sorgen sowie Vertrauen und Sicherheit geben. Beim Reformprojekt steht unter anderem eine Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre zur Diskussion und eine Senkung des BVG-Umwandlungssatzes.

Den Gewerkschaftlerinnen und Gewerkschaftlern an den Rednerpulten brannten die aktuellen Lohnfragen und -ungerechtigkeiten unter den Nägeln. «Es macht mich wütend, wie sich ein paar wenige immer mehr nehmen und von den Bürgerlichen mit Steuergeschenken überhäuft werden. Es macht mich sprachlos, mit welcher arroganten Selbstverständlichkeit sie dies tun. Und es empört mich, dass sie sich auf Kosten von uns allen bereichern», sagte SP-Nationalrätin Marina Carobbio (TI) in Zürich.

Zu wenig Lohn

 In Zürich arbeiteten gelernte Verkäuferinnen für 2800 Franken netto pro Monat, und ein Angestellter der Uhrenindustrie im Tessin erhalte 2900 Franken. Das sei gerade mal so viel, wie der CS-Konzernchef Brady Dougan in fünf Minuten verdiene.

Dass dies keine Einzelfälle sind, machte SP-Ständerat Paul Rechsteiner in Basel klar: «440'000 Menschen in der reichen Schweiz verdienen zu wenig, um davon anständig leben zu können. 140'000 davon haben einen Lehrabschluss. Wie weit sind wir gekommen, wenn eine Lehre keine Garantie mehr dafür ist, dass man genug für ein anständiges Leben verdient?», fragte der Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) die Menge.

Als Rezept präsentierten die Rednerinnen und Redner die drei Initiativen 1:12, für Mindestlöhne und AHVplus. Nur damit könne eine Wende in der Lohn- und Einkommenspolitik, eine gerechte Verteilung der Löhne und Einkommen erreicht werden.

Die Gewerkschaften müssten Gegensteuer geben, bevor es zu spät sei, sagte Giorgio Tuti, Präsident der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) in Schaffhausen. Der Tag der Arbeit sei aktueller denn je. Man brauche dafür nur die Entwicklungen in Europa zu verfolgen. Weiter kritisierte er die Managerlöhne bei Post, SBB und Swisscom von einer Million Franken und mehr pro Jahr. Ein Bundesrat oder eine Bundesrätin verdiene nicht ganz 500'000 Franken pro Jahr. «Ich glaube nicht, dass sie weniger Verantwortung haben als diese Manager.»

Stärkeres Engagement für den Werkplatz Schweiz

In Spiez geisselte SP-Nationalrat und Gewerkschafter Corrado Pardini (BE) neoliberale Kräfte in der FDP und der SVP als «Ewiggestrige» und als «Anhänger einer toten Religion». Diese mächtigen Gruppen wollten den Service public zerstören, denn dann müsste das Volk diese Leistungen bei privaten Unternehmen einkaufen und sehr teuer dafür zahlen.

Pardini forderte auch ein stärkeres Engagement für den Werkplatz Schweiz. Der Bundesrat schütze allein den Finanzplatz. Doch nicht die Banken brächten das Land vorwärts, sondern der Werkplatz Schweiz.

In die gleiche Kerbe hieb SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen (BE) in Thun: Die Schweiz sei so reich wie nie zuvor. Es sei die Arbeit, die die Schweiz reich gemacht habe und nicht das Kapital, das sich in der Steuerhinterziehung oder in der Rohstoffspekulation verstecke.

Maifeier in Zürich grösstenteils friedlich verlaufen

Die Schweiz sei das reichste Land der Welt, aber weit entfernt von Verteilungsgerechtigkeit, erklärte VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber in Dietikon ZH. Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich immer weiter. Sie forderte deshalb zwingende staatliche Massnahmen gegen Lohnungleichheit, Quoten in den Führungsetagen und eine partnerschaftliche Erwerbsarbeit mit existenzsichernden Löhnen.

Bis um 17 Uhr verlief die Maifeier in Zürich friedlich. Danach kam es beim Helvetiaplatz zu vereinzelten Provokationen, auf welche die Polizei nicht reagierte. In Zürich sind Stadt- und Kantonspolizei mit einem grösseren Aufgebot in der Innenstadt präsent. Bereits im Vorfeld hatte die Polizei klar gemacht, dass sie Nachdemos und Ausschreitungen im Keim ersticken werde.

In Zürich hatten sich auch rund 300 Aktivisten der linksautonomen Szene, angeführt von der Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher, dem 1-.Mai-Umzug angeschlossen. Viele von ihnen waren entweder vermummt oder trugen Masken, die an UBS-Chef Sergio Ermotti oder Schauspieler George Clooney erinnerten. Bei der Polizeihauptwache Urania bewarfen sie Polizisten mit Wasserballons und feuerten Knallpetarden ab.

(fajd/sda)

Machen Sie auch mit! Diese wirtschaft.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Der vom Gewerkschaftsbund der Stadt Zürich und dem 1. Mai-Komitee organisierte ... mehr lesen
Rund 14'000 Personen besammelten sich im Raum Lagerstrasse zum 1. Mai-Umzug.
Die Polizei hatte am 1. Mai wieder Einiges zu tun.
Zürich - 51 vorübergehende ... mehr lesen 2
Tag der Arbeit?
"Allein in Zürich gingen 13'000 Personen ... auf die Strasse." In einer Stadt mit knapp 400'000 Einwohnern und einem Kanton mit 1,4 Millionnen Einwohnern!? Zieht man noch die rund 300 Spinner um die Stauffacher ab, eher ein mikriger Aufmarsch. Dann spricht auch die Foto mit dem Banner "Stopp dem Putsch in Venezuela" seine eigene Sprache.
Bürostuhl mit oder ohne Rollen?
Bürostuhl mit oder ohne Rollen?
Publinews Um richtig arbeiten, lernen und sich auf Prüfungen vorbereiten zu können, ist der passende Arbeitsplatz notwendig. mehr lesen  
Crowdworking im Jahr 2019  2019 gaben 0,4% der Bevölkerung an, in den letzten 12 Monaten ... mehr lesen  
Knapp zwei von fünf Plattformdienstleistenden verdienen jährlich weniger als 1000 Franken.
Selbständigerwerbende können trotz allfälliger Öffnung am 11. Mai 2020 bis am 16. Mai weiterhin Kurzarbeitsvergütungen bekommen, wenn das Geschäft wegen hygienischen oder anderen Einschränkungen nicht so schnell an Fahrt aufnimmt.
Publinews Bern - Die sukzessive Aufhebung der Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erfordert Anpassungen bei der Entschädigung des ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
.
Green Investment news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 21
EasyGov am Laptop
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die nötigen Behördengänge Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) baut den Online-Schalter für Unterneh-men EasyGov.swiss bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr aus. Mit ...
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
KMU-Magazin Research Energiewende ist im Mittelstand angekommen Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf ...
 
News
         
Kryptowährung
Publinews Staaten in aller Welt diskutieren aktuell über die Einführung einer nationalen Kryptowährung der Schweiz. Hier soll mit einem E-Franken eine ... mehr lesen
Auf bewährte Mittel zurückgreifen.
Publinews Egal, ob es um die Reinigung der eigenen vier Wände oder auch des Unternehmens geht - Sauberkeit ist nur einer der vielen Punkte, der hier im Vordergrund ... mehr lesen
Interessenten das Gefühl geben, die richtige Wahl zu treffen.
Publinews Der Beruf des Immobilienmaklers ist eine vielfältige Tätigkeit, die in Zeiten wachsender Märkte lukrative Gehaltsaussichten bietet. ... mehr lesen
Der grosse Durchbruch.
Publinews Immer mehr Menschen wollen sich angesichts günstiger Zinsen ihren Wohntraum erfüllen. Das Eigenheim im Grünen erscheint dadurch erschwinglich zu sein. mehr lesen
Können Art und Weise der eigenen Lebensführung stark beeinflussen.
Publinews CBD Produkte werden mittlerweile in einer Vielzahl angeboten. Doch um was handelt es sich bei diesem pflanzlichen Produkt eigentlich genau? Welche Eigenschaften ... mehr lesen
Startup Forum Graubünden 2020
Publinews Trotz Corona Ausnahmezustand durften die Organisatoren des diesjährigen Startup Forum Graubünden am 02. Juni 2020 über 200 Gäste auf ... mehr lesen
Firma Acin
Publinews Der Schweizer Dienstleister Acin AG hat mitten in der Corona-Krise schnell reagiert und in seinem Betrieb kurzerhand eine vierte Packstrasse ... mehr lesen
Extrakte, die einen hohen Reinheitswert aufweisen, sind bei Konsumenten beliebt.
Publinews Heute bekommt man praktisch sämtliche CBD Produkte im Fachhandel. Im Internet hat der Trend begonnen und der Fachhandel ist schnell ... mehr lesen
Der Rheinfall - eine einzigartige Erfahrung.
Publinews Die Schweiz wird oft als ein unparteiisches Land assoziiert. Neben einigen Wintersportaktivitäten und der Hauptstadt gibt es jedoch nur wenig, das die Gesellschaft als ... mehr lesen
Von Zuhause aus gründen.
Publinews Gratis  Aussergewöhnliche Zeiten erfordern aussergewöhnliche Menschen. Heute und morgen sind mutige Macher/innen gefragt. Mehr denn je. mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
SASEN TECHNOLOGY LIMITED Logo
14.07.2020
14.07.2020
LANVIN Logo
14.07.2020
STEINBOCK SPIRITS Logo
14.07.2020
Ketortilla Logo
14.07.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 15°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
Basel 15°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen freundlich
St. Gallen 13°C 18°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 14°C 20°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 15°C 19°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Genf 15°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt recht sonnig
Lugano 18°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten