KMU-Geschäft wird für Banken riskant
ZKB spricht von «Exodus» der Industrie ins Ausland
publiziert: Mittwoch, 19. Okt 2011 / 11:50 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 19. Okt 2011 / 16:40 Uhr
Die ZKB zeichnet kein glückliches Bild der Schweizer KMUs.
Die ZKB zeichnet kein glückliches Bild der Schweizer KMUs.

Zürich - Die Belastungen der Realwirtschaft mit einem starken Franken und einer langsamen Konjunkturabkühlung bleiben nicht ohne Folgen für die 24 Kantonalbanken. Die Staatsinstitute fürchten um ihre Erträge im wichtigen Firmenkundengeschäft; die kleineren und mittleren Unternehmungen (KMU) unterhalten oft eine Geschäftsbeziehung zu einer Kantonalbank.

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«Wir dürfen uns nichts vormachen: Die rückläufigen Bestelleingänge sind für die KMU die eigentliche Herausforderung», sagte Heinz Kunz, Leiter des Firmenkundengeschäfts der Zürcher Kantonalbank (ZKB), an der Jahresmedienkonferenz des Schweizerischen Kantonalbankenverbands (VSKB) am Mittwoch in Zürich.

Eine Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland, auch wenn diese Option aus Sicht der KMU seit dem Sommer etwas an Bedeutung verloren hat, bleibt laut der ZKB weiter ein Thema. Die Festlegung der 1,20-Franken-Untergrenze für den Eurokurs durch die Nationalbank sei für KMU weiterhin sehr tief, sagte Kunz.

Einen «Exodus» der Schweizer Industrie ins Ausland bekäme die ZKB stark zu spüren, sagte Kunz weiter. Die Folgen wären rückläufige Investitionen in betriebliche Immobilien und Anlagen in der Schweiz. Damit ginge ein substanzieller Rückgang der Nachfrage im Kreditgeschäft einher, der fast 60 Prozent zu den Erträgen im Firmenkundengeschäft der Schweizer Banken beisteuert.

Aber auch das durch die Staatsschuldenkrise in Europa und den USA gelähmte Wirtschaftswachstum setze den Unternehmen zu: «Es bleibt das ungewisse Gefühl, dass die aktuell noch gute Situation sich in einer Rezession und in tieferen Bonitätsratings für Firmen auswirken könnte», sagte ZKB-Manager Kunz. Damit stiegen Kreditkosten für Firmen und die Ausfallrisiken für die Banken.

Verschärfter Wettbewerb für KMU

Das KMU-Barometer 2011, das die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) erstellte, ortet die am stärksten von der aktuellen Wirtschafts- und Schuldenkrise betroffenen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Investitionsgüterindustrie und im Tourismus.

Schweizer KMU würden angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs nicht nur einen zunehmenden Rentabilitätsdruck spüren, sondern sähen sich auch vor die Schwierigkeit gestellt, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Dieser Punkt werde von den 323 befragten Unternehmen als grösste Herausforderung in den nächsten ein bis drei Jahren gesehen, heisst es im Barometer weiter.

(bg/sda)

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