Zugang auf eingefrorene Spenden
Wikileaks - Spendenkonto frei gegeben
publiziert: Donnerstag, 9. Dez 2010 / 13:12 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Dez 2010 / 14:20 Uhr
Wikileaks publiziert weiter.
Wikileaks publiziert weiter.

New York/Berlin - Die Anhänger der Enthüllungsplattform Wikileaks können im Streit mit PayPal, Mastercard und Visa einen Etappensieg feiern: Der Online-Zahlungsdienst PayPal gibt gesperrte Spenden an Wikileaks frei.

5 Meldungen im Zusammenhang
PayPal-Rechtsberater John Muller erklärte im Firmenblog: «Wir verstehen, dass die Entscheidung von PayPal zum Gegenstand einer grösseren Geschichte geworden ist, bei der es rund um die Aktivitäten von Wikileaks auch um politische und juristische Debatten und um die Meinungsfreiheit geht.»

Das Spendenkonto sei allein wegen der Verletzung der Geschäftsbedingungen gesperrt worden. Grundlage sei ein Brief des US-Aussenministeriums an Wikileaks, wonach das Internet-Projekt im Besitz von Dokumenten sein könnte, die unter Verletzung von US-Gesetzen beschafft worden seien.

Die zu den wichtigsten Spendensammlern von Wikileaks zählende deutsche Wau-Holland-Stiftung will nach eigenen Angaben rechtlich gegen die unangekündigte Sperrung ihres Kontos bei PayPal vorgehen. Die Stiftung bezifferte die Höhe der eingefrorenen Spenden auf rund 10'000 Euro.

Wieder Websites lahmgelegt

Auch die beiden Kreditkarten-Firmen Mastercard und Visa hatten angekündigt, keine Zahlungen an die Enthüllungsplattform mehr zuzulassen.

Am Mittwoch wurde dann die Website von Mastercard angegriffen und in der Nacht zum Donnerstag legten Hacker die Visa-Website lahm. Das gleiche widerfuhr Anfang Woche dem Internetportal von Postfinance, nachdem der Schweizer Finanzdienstleister ein Wikileaks-Spendenkonto gesperrt hatte.

Ebenfalls in der Nacht zum Donnerstag griffen Hacker offenbar auch die Website der schwedischen Regierung an. Wie die Zeitung «Aftonbladet» berichtete, war die Seite einige Stunden lang offline.

Der in Schweden ansässige Online-Zahlungsdienst Flattr teilte am Donnerstag mit, dass er weiter Spenden an Wikileaks überweisen werde. Solange es kein Gericht gebe, das die Aktivitäten von Wikileaks für illegal erkläre, werde man die Spenden der Flattr-Nutzer weiterreichen.

(sl/sda)

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Aktivisten blockierten die Website von Mastercard.
Paypal hat kapiert
dass sie es nicht durchsetzen könnten. Ein Angriff würde Millionen Kosten und paypal musste mit Klagen gegen sie rechen, die sie zielmlich sicher verlieren würden.

Klagen gegen Matercard und VISA sind bereits in Vorbeitung.
Gradwanderung
Diese Konzerne (PayPal, VISA usw.) müssen sich fragen ob sie lieber ein Marketing Desaster in Kauf nehmen wollen oder allenfalls Recht verletzen wollen (was ja noch kaum bewiesen ist).

Ich glaube diesen Firmen dämmert es langsam, dass eine Blockade/Boykott von Wikileaks ein riesiger Imageschaden anrichten könnte.

Die US-Regierung, bzw. die Behörden müssen aufpassen das Ganze nicht zu einer ausgewachsenen Hexenjagd verkommen zu lassen. Auch dies könnte noch weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen.

Jedenfalls glaube ich, dass die öffentliche Stimmung sicher eher für Wikileaks und gegen dessen Boykott/Spendenblockaden ist.

Assange wird wohl kaum mit Gefängnis rechnen müssen wenn es überhaupt zum Prozess kommt.
Ausser er würde tatsächlich an die USA ausgeliefert, was ich aber nicht mehr glaube.
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