Widmer-Schlumpf will Bankkontis besser schützen
publiziert: Freitag, 10. Okt 2008 / 08:19 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Okt 2008 / 20:46 Uhr

Bern - Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf spricht sich für einen besseren Schutz der Sparguthaben aus. Dafür werde sie sich im Bundesrat einsetzen, sagte die stellvertretende Finanzministerin in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Der Bundesrat berate noch über die Details, sagte Widmer-Schlumpf.
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Noch offen sei, welche Guthaben gesichert werden sollen und bis zu welchem Betrag. Dies müsse die politische Diskussion in den nächsten Wochen ergeben.

In einem Interview, erschienen im «Blick» , sagte sie weiter: «Es macht keinen Sinn zu sagen: Wenn das geschieht, machen wir das, und falls dieser Fall eintritt, handeln wir so. Wir würden auf diese Weise die Verunsicherung wohl nur noch verstärken.»

Entscheide gut durchdenken

Wichtig sei, dass Entscheide gut durchdacht und umsetzbar seien. Der Bundesrat habe sich mit «allen möglichen Auswirkungen der Krise» auseinandergesetzt und habe «Massnahmen für alle denkbaren Szenarien durchdacht», betonte sie gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Im gleichen Sinn hatten sich am Donnerstag Bundespräsident Pascal Couchepin und Bundesrätin Doris Leuthard geäussert. Leuthard bekräftigte auch die Unterstützung für die Grossbanken CS und UBS, sollten diese in eine ernste Krise geraten oder gar in Konkurs fallen.

Regierungsparteien einig

Die Schweizer Regierungsparteien sind sich über die Erhöhung des Einlegerschutzes für Sparguthaben nicht einig. Die SVP vertritt den Standpunkt, dass dies zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn macht, wie SVP-Sprecher Alain Hauert gegenüber der Nachrichtenagentur SDA erklärte. In der Schweiz seien die Banken besser kapitalisiert als im Ausland. Im Moment sei Abwarten richtig.

CVP-Präsident Christophe Darbellay hingegen begrüsst die Ankündigung von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf, die Sparguthaben besser zu schützen. «Das ist gut für das Vertrauen», sagte er gegenüber der SDA. «Kleinanleger müssen besser geschützt werden.» Die CVP befürwortet deshalb eine Erhöhung des Einlegerschutzes auf 100'000 Franken.

Auch die FDP ist für einen besseren Schutz der Bankguthaben. Gegenüber dieser «guten Lösung» hat Parteipräsident Fulvio Pelli nur einen Vorbehalt: Der Schritt dürfe die Liquiditätsprobleme der Banken nicht verschärfen, sagte er.

Die SP hat ihre Zustimmung vorweggenommen, fordert sie doch schon länger eine Erhöhung des Einlegerschutzes auf 100'000 Franken.

Kaupthing zahlt Gelder aus

Unterdessen teilte die Schweizer Zweigstelle der Kaupthing-Bank mit, dass etwa 90 Prozent der rund 1700 Schweizer Kunden der verstaatlichten isländischen Kaupthing-Bank ihr Geld in den nächsten Wochen grösstenteils zurückbezahlt bekommen. Unklar ist noch, was bei Einlagen über 30'000 Franken geschieht.

(ht/sda)

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