Widerstand gegen Leistungsabbau bei der Post
publiziert: Mittwoch, 7. Jul 2010 / 09:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Jul 2010 / 09:56 Uhr
Es darf nicht weiter gespart werden, so Marc Furrer.
Es darf nicht weiter gespart werden, so Marc Furrer.

Bern - Die Post soll bei der Grundversorgung keine weiteren Abstriche machen. Dies fordert der Leiter der Postregulationsbehörde PostReg, Marc Furrer, in seinem Jahresbericht 2009.

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Zwar seien die Briefe im vergangenen Jahr wieder vermehrt pünktlich angekommen, hält Furrer fest. Dies sei erfreulich. Die Tendenz zum Leistungsabbau bleibe aber. Die Konsumenten reagierten darauf zunehmend verärgert.

«Bei der Versorgung des Bürgers darf nicht weiter gespart werden», fordert der PostReg-Chef im am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht. Dass eine Marktöffnung nicht mit Leistungsabbau einhergehen müsse, zeigten Untersuchungen in anderen Ländern. Die Post müsse einen «Marschhalt» einschalten.

Post erst am Nachmittag

Sorgen bereitet der Behörde zum Beispiel das Projekt «Distrinova» in der Ostschweiz: Die Briefe für die Zustelltour werden maschinell statt durch den Briefträger sortiert.

Wird das System definitiv eingeführt, erhalten Privatkunden die Post künftig erst am Nachmittag. Zudem müsste mit einem Abbau von Arbeitsplätzen zu gerechnet werden. Entscheide sind für 2011 zu erwarten, wie die PostReg schreibt. 2008 war die Post mit ähnlichen Versuchen im Kanton Waadt auf Kritik gestossen.

Dicke Briefe werden zu Paketen

Die PostReg nahm auch Neuerungen beim Angebot unter die Lupe. Dass die Post Briefsendungen, die dicker als 2 Zentimeter sind, nicht mehr als Briefsendungen annimmt, bezeichnet die Behörde als «unbefriedigend».

Weil die Sendungen neu als Pakete gelten, ist ihr Preis stark gestiegen. Zwar sei die Post zu dieser Änderung berechtigt, hält die PostReg fest. Die Post habe aber sehr zurückhaltend informiert und viele Kunden verärgert.

Post zu lange im Briefkasten

Ärger verursachte 2009 auch, dass immer mehr Briefkästen nur am Morgen geleert werden. In der Stadt Bern löste dies ein so grosses Echo aus, dass die Post die Situation noch einmal überdachte und entschied, gewisse Briefkästen wieder am Nachmittag zu leeren.

«Tatsache bleibt allerdings, dass seit längerer Zeit gesamtschweizerisch mehr als die Hälfte der Briefeinwürfe vor 12 Uhr geleert werden», schreibt die Regulationsbehörde dazu. Aus ihrer Sicht sei dies ein «klarer Abbau der Grundversorgungsqualität».

(sl/sda)

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