Abgas-Affäre
Weltweit 2,1 Millionen Audi-Fahrzeuge von Abgasaffäre betroffen
publiziert: Montag, 28. Sep 2015 / 10:26 Uhr / aktualisiert: Montag, 28. Sep 2015 / 13:06 Uhr
Millionenschwerer Schaden - die Autos können durch den Entzug der Typengenehmigung nicht mehr verkauft werden.
Millionenschwerer Schaden - die Autos können durch den Entzug der Typengenehmigung nicht mehr verkauft werden.

Wohlen AG - In der Abgas-Affäre ist nun auch die Zahl der betroffenen Audi-Fahrzeugen bekannt: Weltweit sind es 2,1 Millionen Fahrzeuge. Das sagte ein Audi-Sprecher am Montag zur Nachrichtenagentur Reuters.

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In der Region Westeuropa gehe es um 1,42 Millionen Wagen, in Deutschland um 577'000. In den USA betreffe die Manipulation der Abgastechnik rund 13'000 Fahrzeuge. Bereits in der vergangenen Woche wurde bekannt, dass diverse Konzernmarken von VW betroffen sein werden.

Für die Schweiz sind noch keine konkreten Zahlen bekannt. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) geht von 180'000 betroffenen Fahrzeugen aus. Darunter sind aber diverse Modelle der Marken Audi, Seat, Skoda und Volkswagen. Das ASTRA hat für den (heutigen) Montag weitere Informationen angekündigt.

Die Privat- und Kleinimporteure sowie Occasionshändler kritisieren unterdessen den Bund für sein Vorpreschen in der Abgas-Affäre. Sie rechnen durch den Verkaufsstopp mit Kosten in Millionenhöhe. Der zuständige Verband erwägt darum Klage gegen den VW-Konzern.

Effektiven Schaden feststellen

Der Verband freier Autohandel (VFAS) rechnet mit etwa Eintausend Autos, die bei Schweizer Händlern unimmatrikuliert in den Garagen stehen. Diese Autos können durch den Entzug der Typengenehmigung praktisch nicht mehr verkauft werden, denn sie werden gar nicht mehr zugelassen. Der VFAS beziffert den Schaden, der den Händlern dadurch entsteht, auf "Millionen Franken", wie es in der Mitteilung vom Montag heisst.

"Dass nun auch Händler des Verbandes der freien Autohändler die Zeche für werkseitige Verfehlungen zahlen sollen, stösst beim VFAS auf Unverständnis", schreibt der VFAS weiter. Der Verband prüft darum "Schadenersatzforderungen gegenüber den Verantwortlichen", heisst es weiter.

Gemeint sei in erster Linie der VW-Konzern, präzisierte der Verbandspräsident Roger Kunz gegenüber der Nachrichtenagentur sda. In einem ersten Schritt will der Verband den effektiven Schaden feststellen und ruft Händler auf, sich zu melden.

VW hatte bereits früher zugegeben, Abgaswerte in den USA mit einer verbotenen Software manipuliert zu haben. Weltweit sollen bis zu elf Millionen Fahrzeuge mit dieser Software ausgestattet sein.

(jbo/sda)

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