WWF: Mehr als drei Viertel der Fischbestände überfischt
publiziert: Montag, 15. Dez 2008 / 09:07 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Dez 2008 / 16:59 Uhr

Hamburg - Mehr als drei Viertel der weltweiten Fischbestände sind nach Angaben der Umweltorganisation WWF bis an ihre Grenzen ausgebeutet und überfischt. Besonders gefährdet sei der Rotbarsch.

Der WWF fordert, die Tiefsee-Fischerei einzustellen.
Der WWF fordert, die Tiefsee-Fischerei einzustellen.
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Auf diesen sollten Konsumenten besser verzichten, teilte die Organisation in Hamburg zur Veröffentlichung ihres Berichts «Fisch in Teufels Küche» mit. Beim Fang dieser Fische würden ausserdem Jahrtausende alte Kaltwasserkorallen zerstört.

Der WWF fordert daher, die Tiefsee-Fischerei komplett einzustellen und ruft dazu auf, Fisch mit dem blauen Öko-Siegel des «Marine Stewardship Council» (MSC) zu kaufen. Der Fang in der Nordsee verursacht ebenfalls Schäden.

Keine Shrimps essen

«Wer Scholle, Seezunge oder Krabben isst, muss sich klar sein, dass in den Netzen ein Vielfaches an anderen Meerestieren verendet», erklärte Heike Vesper vom WWF.

Die Konsumenten sollten die Finger ebenfalls von tropischen Shrimps lassen, empfahlen die Umweltschützer. Für die Zuchtanlagen würden an der südamerikanischen Pazifikküste Mangrovenwälder abgeholzt.

Die Herkunftsländer sind nicht erkennbar

Beim Fang von Jungtieren für die Zuchtstationen gingen ausserdem pro Krabbe ungefähr 100 weitere Fische ins Netz.

Auch die Paella aus dem Tiefkühlfach oder der Dose hat es laut Vesper in sich. Die Herkunftsländer der darin enthaltenen Thunfische, Tintenfische, Sardinen und Makrelen seien oft nicht erkennbar. Häufig handele es sich um Fische aus westafrikanischen Gewässern, wo Fangflotten der Industriestaaten die Meere ausbeuteten.

Ende dieser Woche entscheiden die EU-Fischereiminister in Brüssel über die Fangquote in der Nordsee und im Nordostatlantik.

(sl/sda)

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