Bei Live-Spielen im TV
WEKO vermutet Marktmissbrauch
publiziert: Donnerstag, 4. Apr 2013 / 09:13 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Apr 2013 / 16:49 Uhr
Teleclub unter Beschuss vom WEKO.
Teleclub unter Beschuss vom WEKO.

Bern - Die Wettbewerbshüter vermuten ein Foul der Swisscom an ihren Kabelnetzkonkurrenten bei der Übertragung von Live-Fussball- und -Eishockeyspielen im Bezahl-TV: Es gebe Anzeichen für Kartellrechtsverstösse der Swisscom und der Cinetrade.

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Man habe Hinweise, dass die Swisscom und die Cinetrade mit ihrer Tochter Teleclub bei der Übertragung von Live-Sport im Bezahlfernsehen marktbeherrschend seien und diese Stellung missbrauchten, teilte die Eidg. Wettbewerbskommission (WEKO) am Donnerstag in einem Communiqué mit. Deshalb habe die WEKO jetzt eine Untersuchung eröffnet.

Die Kino- und Pay-TV-Gruppe Cinetrade, die zu 49 Prozent der Swisscom gehört, hatte im vergangenen Jahr unter anderem die Übertragungs- und Vermarktungsrechte für die obersten beiden Ligen der Schweizer Fussballmeisterschaft für mindestens 140 Mio. Fr. gekauft. Auch die Rechte für die Spiele der Eishockeymeisterschaft liegen bei ihr.

Das Nachsehen hatten die Kabelnetzbetreiber, deren Verband Swisscable gemeinsam mit der SRG ebenfalls um die Rechte geboten hatte.

Grosses Angebot

Neben den Sportrechten besitzt die Cinetrade-Gruppe auch die Rechte für tausende Kinofilme. Mit jährlich mehr als 3000 Live-Sportanlässen und über 5000 Filmen auf Abruf offeriert die Swisscom gemäss eigenen Angaben eines der umfangreichsten Pay-TV-Angebote in Europa.

Damit hat der «blaue Riese» einen mächtigen Trumpf im immer hitzigeren Kampf mit den Kabelnetzbetreibern und Sunrise um den Fernsehzuschauer. Für Fussball- und Eishockeyfans ist Swisscom TV die einzige Wahl, um alle Spiele live zu sehen.

«Wir übertragen 180 Fussball- und 370 Eishockeyspiele der Schweizer Meisterschaften pro Saison», sagte Cinetrade-Verwaltungsrat und operativer Chef Wilfried Heinzelmann auf Anfrage. Auch die Spiele der Deutschen Fussball-Bundesliga und der italienischen Serie A werden live übertragen. Und der Sender ESPN bietet American Football, Eishockey, Basketball und Baseball aus Nordamerika.

Die Kabelnetzbetreiber und Sunrise können hingegen nur das Paket Teleclub Sport 1-3 ausstrahlen, das lediglich eine Auswahl an Live-Übertragungen von Schweizer Fussball- und Eishockeyspielen, von Partien der Deutschen Fussball-Bundesliga und der italienischen Serie A bietet.

Und bei einem weiteren Angebot sind sie im Nachteil: Nur bei Swisscom TV können die Kunden bestimmte Spiele ab 3,50 Fr. einzeln kaufen, ohne ein Sport-Zusatzpaket abonniert haben zu müssen.

Frage der Diskriminierung

In der Untersuchung der WEKO stehe die Frage im Vordergrund, ob die Cinetrade der Swisscom TV-Konkurrenz bestimmte Angebote ungerechtfertigterweise verweigere, erklärte WEKO-Direktor Rafael Corazza. Die Kabelnetzbetreiber beklagen, sie hätten gerne das gleiche Teleclub-Angebot wie die Swisscom, seien aber bei Teleclub auf taube Ohren gestossen.

Zudem untersucht die WEKO, ob Cinetrade gewisse TV-Anbieter und Endkunden diskriminiert, indem das Teleclub-Angebot auf Swisscom TV günstiger ist als bei ihrer Konkurrenz, obwohl das Sportprogramm auf Swisscom TV grösser ist.

Teleclub diktiert laut Heinzelmann den Kabelnetzbetreibern und Sunrise einen Endkundenpreis von 39,90 Fr. pro Monat für das Basispaket, während Swisscom-Kunden nur 29,90 Fr. bezahlen. Mit dem Sportpaket müssen Kabelnetzkunden für ein kleineres Sportprogramm insgesamt 7 Fr. pro Monat mehr bezahlen als Swisscom TV-Kunden.

Schliesslich wolle die WEKO klären, ob eine unzulässige Koppelung vorliege, wenn Endkunden die Sportkanäle von Teleclub nur zusammen mit dem Basispaket beziehen können.

Swisscom ist sich keiner Schuld bewusst

Die Swisscom und Cinetrade sind sich keiner Schuld bewusst: Sie würden sich rechtmässig verhalten, teilten sie mit. Die hohen Investitionen von Swisscom und Cinetrade in die Sportrechte und Sportübertragungen rechtfertigten denn auch die teilweise exklusive Ausstrahlung über Swisscom TV.

Ohne Teilexklusivität könnten die Investitionen nicht in genügendem Mass geschützt werden. Heinzelmann rechtfertigte die höheren Preise für die Kabelnetzbetreiber und Sunrise mit den günstigeren Verbreitungskosten bei Swisscom TV.

Dagegen begrüssen die Kabelnetzbetreiber, Sunrise und das Konsumentenforum kf die WEKO-Untersuchung: «Die Monopolisierung von Sportinhalten ist inakzeptabel», schreibt der Kabelnetzverband Swisscable.

(asp/sda)

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