Die Bomben-Nachricht
Vor 20 Jahren entstand Novartis
publiziert: Montag, 7. Mrz 2016 / 08:58 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mrz 2016 / 08:05 Uhr
Damals schlug die Nachricht wie eine Bombe ein.
Damals schlug die Nachricht wie eine Bombe ein.

Bern/Basel - Vor zwanzig Jahren fand eine der grössten Fusionen der Schweizer Wirtschaftsgeschichte statt: Die beiden Basler Chemie- und Pharmakonzerne Ciba und Sandoz vollzogen unter dem Namen Novartis einen Schulterschluss. Die Nachricht schlug damals wie eine Bombe ein.

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Allenthalben rieb man sich am 7. März 1996 verwundert die Augen als Ciba und Sandoz völlig überraschend ihre Fusion bekannt gaben. Gut neun Monate später wurde die Grossfusion dann ins Basler Handelsregister eingetragen.

Angesichts der laufenden Umstrukturierungen habe man zwar mit vielem gerechnet, aber nicht mit diesem Zusammenschluss, hiess es etwa von Gewerkschaftsseite. Namens der Landesregierung appellierte Wirtschaftsminister Jean-Pascal Delamuraz mit Blick auf den angekündigten Abbau von rund 12'000 Stellen innert dreier Jahre - davon 3000 in der Schweiz - an das soziale Gewissen der Verantwortlichen.

Der Basler Volkswirtschaftsdirektor Mathias Feldges versuchte angesichts der schwer absehbaren Folgen der Fusion zu beruhigen: Er verwies darauf, dass sich doch der 1970 von vielen zuerst negativ beurteilte Zusammenschluss von Ciba und Geigy im Nachhinein als positiv erwiesen habe.

Aus einer Position der Stärke

Die Fusion vollzog sich zwischen zwei ebenbürtigen Partnern durch Aktientausch zu einem Zeitpunkt, da beide Konzerne gut dastanden, sich aber der wachsenden internationalen Konkurrenz stellen mussten. Mit dem Zusammenschluss sollten angesichts steigender Forschungsaufwendungen insbesondere Skaleneffekte genutzt werden.

Von Synergien von rund 1,8 Milliarden und Restrukturierungskosten von 2 Milliarden Franken war die Rede. Der Umsatz des neuen Konzerns wurde zuerst auf 36 Milliarden und nach der Ausgliederung von einzelnen Unternehmensteilen auf 26 Milliarden Franken beziffert.

Auf dem weltweiten Pharmamarkt bedeutete die Fusion neu Platz zwei hinter der britischen Glaxo Wellcome (seit 2000 GlaxoSmithKline), auf dem Agro-Markt gar die Spitzenposition. Fusionen in der Pharmabranche lagen damals weltweit im Trend. Beide Konzerne waren auf der Suche nach Partnern gewesen. Die Initiative für eine «Basler Lösung» ging schliesslich von Sandoz aus.

Aus Firmensicht machte der Zusammenschluss damals sicher Sinn. Ob langfristig auch aus Investorensicht muss angesichts der vielen Veränderungen im Unternehmen in den letzten Jahrzehnten offen bleiben.

(nir/sda)

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