Verzicht auf Offshore-Banking schon früher entschieden
publiziert: Freitag, 18. Jul 2008 / 12:21 Uhr / aktualisiert: Freitag, 18. Jul 2008 / 12:42 Uhr

Zürich - Die UBS hat bereits vergangenen Herbst beschlossen, das Offshore-Banking für US-Bürger aufzugeben. Aufgrund der Steuerbetrugs-Vorwürfe aus den USA soll der Verzicht nun aber schneller umgesetzt werden.

UBS-Vermögensverwalter Mark Branson will US-Vermögen nur noch von der Schweiz aus betreuen.
UBS-Vermögensverwalter Mark Branson will US-Vermögen nur noch von der Schweiz aus betreuen.
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Derzeit bietet die UBS reichen Amerikaner über drei Gesellschaften ihre Dienste an. Neben der Wealth-Management-Tochter in den USA und der UBS Swiss Financial Advisers, die beide von den US-Aufsichtsbehörden überwacht werden, tut dies die Schweizer Grossbank auch im Rahmen des weltweiten Vermögensverwaltungsgeschäfts von der Schweiz aus.

Mit letzterem soll bald Schluss sein, wie Mark Branson, Finanzchef der UBS-Vermögensverwaltung, am Donnerstag vor einem Ausschuss des US-Senats sagte. Der Entscheid zum Verzicht auf das Offshore-Banking mit Amerikanern habe die UBS aber bereits im November gefällt, erläuterte UBS-Sprecher Serge Steiner am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Die Reorganisation des Geschäfts mit reichen US-Bürgern sei vorab aus Marktüberlegungen beschlossen worden. Sie soll nun schneller als ursprünglich geplant umgesetzt werden, wobei die UBS aber alle laufenden Verträge mit bestehenden Kunden einhalten werde.

Die Frage der Legalität hat laut Steiner beim Verzichtsentscheid keine Rolle gespielt. Das Qualified-Intermediary-Abkommen mit den US-Steuerbehörden ermögliche es nämlich ausdrücklich, auch aus der Schweiz heraus amerikanische Kunden zu betreuen. «Allerdings ist das kompliziert und mühsam.»

Ganze Angebotspalette

Indem nur noch ihre Gesellschaften mit amerikanischer Banklizenz das Vermögensgeschäft mit US-Bürgern betrieben, könne die UBS allen ihren Kunden auch die ganze Palette an Dienstleistungen anbieten, sagte Steiner. Aus der Schweiz heraus sei dies aufgrund der Gesetzeslage nur sehr eingeschränkt möglich.

Wieviele Kunden vom UBS-Verzicht auf das Offshore-Banking mit US-Bürgern betroffen sind, gibt die Schweizer Grossbank nicht preis. Gemäss UBS-Sprecher Steiner betrage die Summe der aus der Schweiz verwalteten Vermögen amerikanischer Kunden rund 20 Mrd. Franken.

In Relation zu den über 1,8 Billionen Franken, welche sich weltweit in der Obhut des Wealth-Managements der UBS befinden, ist dies ein kleiner Betrag. Die UBS erwartet denn auch keine gewichtigen Nachteile aus ihrem Entscheid, selbst wenn sie möglicherweise einen Teil der betroffenen Kunden verliere, sagte Steiner.

(fest/sda)

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