KPMG-Studie «Globalizing the Risk Business»
Versicherungen müssen über die Bücher
publiziert: Freitag, 1. Sep 2006 / 07:49 Uhr

Konsolidierung, Regulierung, neue Verteilerkanäle und neue Kundenansprüche sind Schlüsselfaktoren, die wesentlich zur Gestaltung der Versicherungsbranche beitragen. Dies geht aus einer neuen von KPMG International und Economist Intelligence Unit durchgeführten Untersuchung im Versicherungsbereich hervor.

Der Umgang mit globalen Risiken und globale Ablaufmodelle in der IT stellen die Versicherungen vor grosse Herausforderungen.
Der Umgang mit globalen Risiken und globale Ablaufmodelle in der IT stellen die Versicherungen vor grosse Herausforderungen.
Bei der im Juni 2006 durchgeführten Untersuchung wurden 148 leitende Angestellte befragt. 52 Prozent der Befragten gaben an, neue Märkte mittels Akquisition zu erschliessen, während Katastrophen oder Ereignisse wie zum Beispiel die Terroristenattentate vom 11. September oder die Flutwellen infolge der Hurrikane vom Vorjahr veranschaulichen, wie sehr sich Risiken auf das gesamte Versicherungswesen auswirken.

Fragen aufgeworfen

Jedoch wirft die Untersuchung einige Fragen auf: In welchem Masse reagiert der Versicherungssektor auf diese neue Situation? Was unternimmt die Industrie, um ihre Geschäftsmodelle an dieses neue Umfeld anzupassen, und sind diese Massnahmen ausreichend? Bei dieser Untersuchung werden auch die bedeutenden Anteile der Wertschöpfungskette einer Versicherungsgesellschaft sowie die Pläne, die dieser Sektor in diesen Bereichen anbieten kann, berücksichtigt.

Swen Wyssbrod, Partner, Financial Services von KPMG Schweiz, sagt dazu: «Angesichts der Globalisierung und den kürzlich erfolgten Veränderungen auf dem Versicherungsmarkt müssen die Versicherungsgesellschaften ihre Strategie und ihr Geschäftsmodell überdenken, um ihre Stärken und Schwächen besser zu begreifen.»

Die wichtigsten Bereiche

Die Befragten wurden aufgefordert, die verschiedenen Tätigkeiten einer Versicherungsgesellschaft in Bezug auf die Gesamtauswirkung auf ihre Wettbewerbsposition zu klassifizieren. Zuallererst wurden die Kunden genannt. Kundendienst, Markenbildung sowie Verkauf und Marketing wurden als die drei wichtigsten Bereiche einer Versicherungsgesellschaft angeführt, dicht gefolgt von der Produktentwicklung.

Globale Marken entwickeln

Was den Kundendienst anbelangt, gaben die Befragten die Notwendigkeit an, die Schadensbearbeitungsverfahren zu verbessern (37 Prozent), die Qualität der Telefonkontaktstellen voranzutreiben (35 Prozent) und die Prozesse bezüglich Kontaktaufnahme mit den Beratern zur Förderung der Kundenerfahrung weiter zu entwickeln (35 Prozent). In den Bereichen Verkauf, Marketing und Markenbildung sind die Firmen mit 64 Prozent bestrebt, eine gemeinsame, globale Marke zu entwickeln, während gleichzeitig mit 55 Prozent die Schaffung von Produkten angestrebt wird, die auf den nationalen und lokalen Bedarf zugeschnitten sind.

Risiko als bedeutendster Faktor

Wenig überraschend war die Aussage von 61 Prozent der Befragten, dass Risikomanagement wichtig sei für die Art und Weise, ihre Wettbewerbsposition zu verwalten. Aber eine der grössten Herausforderungen der Versicherungsgesellschaften ist der Umgang mit dem globalen Risiko bei der Bekämpfung von Risikokonzentrationen, wie zum Beispiel der Hurrican Katrina. Drei Viertel der Befragten gaben diesen Punkt als den einzigen bedeutenden Faktor bezüglich effektivem Risikomanagement an. Das Konzept, den Risiken eines einzelnen Geschäftsbereiches Kapital zuzuführen, wodurch es einfacher wird, Risiko und Vergütung angemessen aufeinander abzustimmen, während den Geschäftsbereichen selbst mehr Verantwortlichkeit zugewiesen wird, wird von 56 Prozent der Befragten befürwortet; nach ihren Aussagen könnte damit innerhalb von drei Jahren ein Leistungssystem eingerichtet werden, bei dem die risikoabhängigen Leistungen an das Wirtschaftskapital im Rahmen ihrer Verwaltungsberichtsverfahren angepasst werden.

Wenig Interesse an Outsorucing

Etwas überraschend war die Aussage, dass Outsourcing scheinbar keine attraktive Option für diesen Industriezweig darstellt, da weniger als 8 Prozent der leitenden Angestellten die Absicht haben, in den nächsten drei Jahren Prozesse auszulagern. Der Vorzug wird gemeinsamen Dienstleistungsstellen gegeben, jedoch hat nur einer von fünf Befragten die Absicht, IT-, Finanz- und Buchhaltungstätigkeiten innerhalb der nächsten drei Jahre dorthin zu verlagern. Ganz klar geht hervor, dass IT als wichtiger Faktor zur Erzielung eines Wettbewerbsvorteils betrachtet wird, wobei diese Ansicht von 55 Prozent der Befragten geteilt wird; genannt werden: Verbesserung der Produktivität (45 Prozent), beschleunigte Entwicklung neuer Produkte (38 Prozent) und Verbesserung der Qualität (37 Prozent) als wichtigste Faktoren, die zur Entwicklung der IT-Strategien erforderlich sind.

Weit weg von globalem Modell

Indes gaben nur 21 Prozent der Befragten die Absicht an, ihre IT-Abläufe innerhalb der kommenden drei Jahre gemäss einem globalen Modell zu zentralisieren, womit deutlich wird, dass viele Versicherungsgesellschaften zwar vorhaben, ihre Abläufe durch Standardisierung der IT-Systeme und -Abläufe auszubauen und zu entwickeln, aber viel Zeit erforderlich ist, bevor dieses Ziel erreicht werden kann.

«Neues Zeitalter»

Swen Wyssbrod schliesst daraus: «Für Versicherungsgesellschaften hat ein neues Zeitalter begonnen, in dem Globalisierung dieses Gewerbe dazu zwingt, seine Geschäftsmodelle neu zu überdenken. Während bezüglich neu überdachter kundenorientierter Strategien hinsichtlich Handelsmarken, Marketing und Produktentwicklung einige Fortschritte erzielt wurden, muss in den Bereichen Risikomanagement, Outsourcing und insbesondere IT noch viel getan werden.»

Weitere Ergebnisse der Untersuchung «Globalizing the Risk Business» (in englischer Sprache) können von der Website www.kpmg.ch herunter geladen werden.

(hs)

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