Kampfmassnahmen ergriffen
Verladebahnhof der Tamoil-Raffinerie blockiert
publiziert: Freitag, 13. Feb 2015 / 07:56 Uhr / aktualisiert: Freitag, 13. Feb 2015 / 17:53 Uhr
Die Gewerkschaften bezeichneten die Vorschläge der Tamoil zum Sozialplan als «inakzeptabel».
Die Gewerkschaften bezeichneten die Vorschläge der Tamoil zum Sozialplan als «inakzeptabel».

Sitten - Im Tauziehen um einen Sozialplan für die von der Entlassung bedrohten Angestellten der Tamoil-Raffinerie in Collombey-Muraz VS haben die Gewerkschaften am Freitag Kampfmassnahmen ergriffen. Sie blockierten von 5.30 bis 9 Uhr den Verladebahnhof der Raffinerie in Aigle.

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Kein Wagon konnte während dieser Zeit den Bahnhof verlassen und keiner der über 50 Tanklastwagen wurde aufgefüllt, wie Blaise Carron, Sekretär der Gewerkschaft Unia, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Das Vorgehen war am Donnerstagnachmittag bei einer Versammlung der Gewerkschaften und der Tamoil-Angestellten beschlossen worden.

Die Gewerkschaften bezeichneten die Vorschläge von Tamoil zum Sozialplan als «inakzeptabel». Die Verhandlungen waren am Mittwoch ins Stocken geraten. Laut den Gewerkschaften seien die Vorschläge von Tamoil deutlich unter den Standards in vergleichbaren Fällen in der Schweiz. Zudem seien sie auch unter dem Niveau dessen, was Tamoil im italienischen Cremona akzeptiert habe.

Die Tamoil-Direktion warf ihrerseits den Gewerkschaften vor, den Verhandlungstisch ohne klare Gegenposition und mit einer «wenig konstruktiven Haltung» verlassen zu haben.

Sicherheit in Gefahr

Von der Schliessung sind 233 Raffinerie-Angestellte im Wallis sowie über 20 Angestellte am Tamoil-Sitz in Genf betroffen. Nach dem Streik präsentierten die Tamoil-Angestellten und Gewerkschaften an einer Medienkonferenz ihre Forderungen.

Die Mitarbeiter stünden unter starkem Druck und es seien bald zu wenige, um die Sicherheit garantieren zu können, hiess es. Die Sicherheit der Raffinerie und folglich der Bevölkerung habe oberste Priorität für die Angestellten, betonten ihre Vertreter vor den Medien. Allerdings sei das Personal geschwächt und verunsichert, was nicht die besten Voraussetzungen seien.

Hinzu kämen die krankgeschriebenen Mitarbeiter und das Fehlen jener, die einen neuen Job gefunden hätten. Deshalb verlangten die Angestellten von Tamoil, den Betrieb der Raffinerie anzuhalten, solange die Verhandlungen über einen Sozialplan liefen. Diese Forderung werde von der Betriebsleitung der Raffinerie unterstützt.

Namensliste verlangt

Bereits am 29. Januar hatte die Personalvertretung von der Tamoil-Direktion verlangt, jedem der 233 Gekündigten möglichst bald das Datum seiner Entlassung mitzuteilen. Auch für Genf wurde eine Namensliste gefordert.

Vom Kanton Wallis forderten die Angestellten, dass er die Einhaltung des Arbeitsgesetzes durchsetze. Denn einige Mitarbeiter müssten die Absenz ihrer Kollegen abfedern und dabei Überstunden anhäufen, was nicht ohne Risiko sei.

(bg/sda)

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