Venezuela zieht sich aus IWF und Weltbank zurück
publiziert: Dienstag, 1. Mai 2007 / 07:57 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Mai 2007 / 18:11 Uhr

Caracas - Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat den Austritt seines Landes aus dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank angekündigt. Der Schritt ist symbolisch, da Venezuela seine Schulden bei beiden Institutionen bereits getilgt hat.

Hugo Chavez will die täglichen Arbeitsstunden von acht auf sechs senken.
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Sein Land müsse nicht länger nach Washington gehen, «weder zum IWF noch zur Weltbank, zu niemandem», sagte Chávez. Er wolle die beiden Institutionen auffordern, «uns zurückzugeben, was sie uns schulden». Sie seien «Mechanismen des Imperialismus».

IWF und Weltbank dienten zur Ausbeutung kleiner Staaten, fügte Chávez hinzu. Dem umstrittenen Staatschef schwebt stattdessen die Gründung einer neuen Kreditbank vor, die von Nationen in der Region geleitet wird.

Tausende jubelnde Arbeiter haben derweil die Ölfelder Venezuelas besetzt und damit offiziell die Verstaatlichung der fünftgrössten Ölindustrie der Welt vollzogen.

«Ja zur Nationalisierung!»

Das entsprechende Dekret zur Verstaatlichung war bereits im Februar von Chávez unterzeichnet worden. «Wir machen vom Recht Gebrauch, die Naturressourcen zu Gunsten des Volkes zu verwalten», sagte der Energieminister der linksnationalistischen Regierung, Rafael Ramirez, in Caracas.

Die Arbeiter in roten T-Shirts mit der Aufschrift «Ja zur Nationalisierung!» hatten bereits kurz nach Mitternacht (Ortszeit) Ölanlagen im Orinoco-Gebiet, in dem die grössten Ölreserven der Welt vermutet werden, friedlich besetzt.

Bislang hatten dort ausländische Firmen das Sagen. Staatschef Hugo Chávez hatte auch eine militärische Besetzung von Feldern zum 1. Mai angekündigt.

(smw/sda)

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