Vekselberg mit 40 Mio. Fr. gebüsst
publiziert: Donnerstag, 28. Jan 2010 / 11:04 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 28. Jan 2010 / 11:56 Uhr

Moskau/Zürich - Das Finanzdepartement hat den russischen Investor Viktor Vekselberg wegen seines Einstiegs vor vier Jahren beim Technologiekonzern OC Oerlikon mit 40 Mio. Fr. gebüsst. Vekselberg spricht von einem «willkürlichen und befangenen Urteil» und wird es anfechten.

Viktor Vekselberg soll das Börsenrecht verletzt haben.
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Das Eidg. Finanzdepartement (EFD) wirft Vekselberg vor, das Börsenrecht verletzt zu haben, wie es in der Mitteilung von Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Renova heisst.

Konkret geht es demnach um zwei Aktienpakete der damaligen Unaxis (heute OC Oerlikon), die Renova 2006 der österreichischen Beteiligungsgesellschaft Victory abgekauft hat.

Renova und Victory bildeten damals aus Sicht des EFD eine Gruppe - und hätten dies entsprechend melden müssen. Renova weist die Anschuldigungen zurück und betont, alle Vorschriften beachtet zu haben. Eine Gruppenbildung mit Victory bei OC Oerlikon habe erst später bestanden - und sei 2008 ordnungsgemäss gemeldet worden.

Weniger als den Marktpreis gezahlt

Das Departement nimmt zu dem im Dezember erlassenen Urteil keine Stellung, weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei. Gemäss der «Neuen Zürcher Zeitung» stützt sich der Befund des EFD unter anderem auf einem Preisnachlass, den Victory Renova gewährt habe.

Renova hat gemäss der Zeitung beim ersten Aktienkauf 16 Prozent weniger als der Marktpreis für die Titel von Unaxis zahlen müssen. Dies habe das EFD als Indiz für abgestimmtes Verhalten gewertet.

Laut dem Zeitungsbericht sind die damaligen Eigentümer von Victory, die Österreicher Ronny Pecik und Georg Stumpf, ebenfalls mit 40 Mio. Fr. gebüsst worden. Auch dazu schweigt sich das EFD aus.

Schlechte Zeit für Vekselberg

Vekselberg und den beiden österreichischen Investoren droht weiteres Ungemach: Denn das EFD führt auch eine Untersuchung wegen des Einstiegs der drei Investoren beim Winterthurer Maschinenkonzern Sulzer. Es geht ebenfalls um eine mögliche Verletzung von Meldepflichten, und zwar beim Aufbau ihrer Beteiligung zwischen November 2006 und April 2007.

Das Urteil des EFD kommt für Vekselberg zur Unzeit. OC Oerlikon ist hochverschuldet und muss restrukturiert werden. Gemäss Renova entspricht die 40-Millionen-Busse rund einem Fünftel des aktuellen Werts von OC Oerlikon.

(fkl/sda)

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