Untersuchungsrichter stellt Verfahren ein - Attac empört
publiziert: Freitag, 13. Feb 2009 / 21:41 Uhr

Lausanne - Die Infiltrierung der Waadtländer Sektion der globalisierungskritischen Organisation Attac durch eine Angestellte der Securitas hat keine strafrechtlichen Folgen. Der Untersuchungsrichter stellt das Verfahren gegen Securitas und Nestlé ein.

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Aus Sicht von Attac stellt die Bespitzelung einen schweren Eingriff in die Privatsphäre der Aktivisten dar.
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Laut Untersuchungsrichter Jacques Antenen war es zu keinen strafrechtlich relevanten Handlungen gekommen.

Es seien weder die Strafgesetz-Bestimmungen über den Schutz der Privatsphäre noch das Datenschutzgesetz verletzt worden, teilte Antenen mit. Nur unter ethischen Gesichtspunkten könne die Bespitzelung kritisiert werden.

Zwischen September 2003 und Juni 2004 hatte Securitas im Auftrag von Nestlé bei Attac eine junge Frau eingeschleust. Sie berichtete den Auftraggebern über eine Arbeitsgruppe, die ein kritisches Buch über Nestlé verfasste.

Attac kündigt Rekurs an

Attac Schweiz äusserte sich in einem Communiqué «empört» über den Entscheid. Aus Sicht von Attac stellt die Bespitzelung durch die Securitas einen schweren Eingriff in die Privatsphäre der Aktivisten dar und verletzte mehrere Bestimmungen des Strafgesetzes und des Datenschutzgesetzes.

Der Entscheid komme einer «Justizverweigerung» gleich, hiess es in der Mitteilung weiter. Die Strafjustiz sei in diesem Fall «parteiisch». Attac werde deshalb bei der Anklagekammer des Kantons gegen die Einstellung des Verfahrens rekurrieren.

Antenen hatte es abgelehnt, bei Nestlé und Securitas Hausdurchsuchungen anzuordnen. In der Einstellungsverfügung zeigte er sich überzeugt, dass ihm die beiden Firmen alle Unterlagen über die Bespitzelung übergeben haben.

Die Hausdurchsungen hätten seiner Ansicht nach ohnehin nur etwas gebracht, wenn sie unerwartet erfolgt wären. Das Überraschungsmoment sei jedoch weggefallen, da Attac mit der Anzeige bis zur Ausstrahlung der Fernsehsendung «Temps Présent» gewartet habe, welche den Fall im Juli 2008 publik machte.

(bert/sda)

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