Unmut über Schneechaos in Spanien
publiziert: Montag, 12. Jan 2009 / 07:41 Uhr

Madrid - Erst der Schneesturm, dann ein Sturm der Entrüstung. Das Unwetterchaos in weiten Teilen Spaniens hat in der Bevölkerung eine Welle der Empörung ausgelöst.

Mehr als 700 Flüge wurden gestrichen, fast 60'000 Passagiere blieben am Boden.
Mehr als 700 Flüge wurden gestrichen, fast 60'000 Passagiere blieben am Boden.
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Hunderttausende sassen landesweit Stunden in kilometerlangen Staus in ihren Autos fest. In Madrid mussten Tausende Menschen auf dem Flughafen Barajas übernachten, weil dieser dem Unwetter nicht gewachsen war und über fünf Stunden lang den Betrieb einstellte.

Mehr als 700 Flüge wurden gestrichen, fast 60'000 Passagiere blieben am Boden. Erst in der Nacht zum Sonntag waren wieder alle vier Pisten in Betrieb.

Nur ein einziges Schneeräumfahrzeug stand nach Presseberichten auf Spaniens grösstem Flughafen - mit immerhin 52 Millionen Passagieren im Jahr - zur Verfügung. Das Militär musste schliesslich einspringen, um die Pisten vom Eis zu befreien.

Allein gelassen

«Wie ist so etwas im 21. Jahrhundert in einem modernen Land bloss möglich!», schimpfte eine entnervte Reisende im Radio. 30 Stunden und mehr verbrachten zahlreiche Menschen in den Terminals, schliefen mit ihren kleinen Kindern auf dem Boden, zugedeckt mit Mänteln.

Und immer wieder die gleiche Klage: «Niemand hilft uns, niemand sagt uns, wie es weitergeht.» Draussen schien längst wieder die Sonne, aber Barajas glich immer noch einer Mausefalle.

«Spanien ist vom Klima besiegt und den Naturgewalten ausgeliefert worden», stellte die Zeitung «El Mundo» fest. Und merkte an, dass andere europäische Hauptstädte derzeit einen viel strengeren Winter durchmachten, aber längst nicht ein solches Chaos erlebten.

Der Wetterdienst ist Schuld...

Auch die Politik suchte händeringend nach Erklärungen - doch der Versuch endete in gegenseitigen Schuldzuweisungen. Die Regierung etwa schoss sich auf den - staatlichen - Wetterdienst (AEMET) ein. Dieser habe bei seinen Prognosen versagt.

Am Donnerstagabend hatten die Meteorologen noch «leichte Schneefälle» angekündigt. Und als am Freitagmorgen gegen 7.25 Uhr vor starkem Schneefall gewarnt wurde, war das Chaos bereits perfekt.

«Es mangelt nicht an Mitteln und Ausrüstung, es fehlt an Voraussicht», sagte Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba. So sei in der Vorhersage von Schnee in Madrid zunächst gar nicht die Rede gewesen - obwohl es in der spanischen Hauptstadt dann so stark schneite wie seit zehn Jahren nicht mehr.

...oder die Verkehrsministerin?

Die Opposition macht ihrerseits Verkehrsministerin Magdalena Alvarez für alles verantwortlich und fordert deren Rücktritt. «Sie ist ein Albtraum», sagte Oppositionschef Mariano Rajoy.

«Niemand ist daran Schuld, dass sich das Wetter ändert», entgegnete die Ministerin lapidar, räumte dann aber ein: «Wir alle haben Fehler gemacht.» Zugleich bat sie die Bürger um Entschuldigung.

Der Wetterdienst, der dem Umweltministerium untersteht, sieht sich indes als Sündenbock und will die Vorwürfe nicht auf sich sitzen lassen. «Vor der Kältewelle haben wir schon vor langem gewarnt», sagte AEMET-Sprecher Angel Rivera. Es habe jedoch einen plötzlichen Wetterumschwung gegeben.

Und dass eine Prognose um bis zu 100 Kilometer daneben liegen könne, wenn es darum gehe, das Unwettergebiet zu bestimmen, sei normal. «Statt sich wie Kinder eine Schneeballschlacht zu liefern, sollten die Verantwortlichen lieber ihre Notfallpläne überarbeiten», meinte indes die Zeitung «El País».

(Von Jörg Vogelsänger, dpa/sda)

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