PwC-Studie zum Private Banking in der Schweiz
Umbruch im Schweizer Private Banking
publiziert: Dienstag, 2. Nov 2010 / 07:37 Uhr
Die Zahl der Private-Banking-Institute ging seit dem Jahr 2005 von 181 auf 170 zurück. Diese Zahl wird weiter sinken.
Die Zahl der Private-Banking-Institute ging seit dem Jahr 2005 von 181 auf 170 zurück. Diese Zahl wird weiter sinken.

Zürich - Die aktuellen Entwicklungen im Schweizer Private-Banking-Markt stellen für zahlreiche Vermögensverwalter eine enorme Herausforderung dar. Der latente Vertrauensverlust sowie das Umschichten in risikoärmere und damit margenschwächere Produkte führten dazu, dass die Bruttomarge der analysierten Banken stark zurückging.

Die Kostenbasis lässt sich nur schwer reduzieren und konnte in den beiden vergangenen Jahren nicht im gleichen Umfang an die rückgängigen Erträge angepasst werden. Dadurch stieg das Kosten-Ertrags-Verhältnis (nach Abschreibungen) im Jahr 2009 auf 79 Prozent (2006: 65 Prozent).

Auf der Kostenseite werden die regulatorischen Kosten weiter ansteigen und insbesondere die kleinen Institute belasten. Diese können keine Skalenvorteile nutzen und haben auch keinen Zugang zum grossen Potenzial an Neugeldern in den aufstrebenden Märkten (insbesondere Asien).

Zu diesen Ergebnissen kommt die PwC-Studie «Heading for new horizons. Private banking in Switzerland». PwC untersuchte hierfür über die vergangenen vier Jahre die Geschäftsberichte von über 100 der 170 im Private Banking tätigen Institute in der Schweiz.

Grosse Unterschiede

Die Diskussionen um das Bankkundengeheimnis sowie diverse Steueramnestien setzten dem Schweizer Private Banking zu – insbesondere bei der Akquisition von Neukundengeldern. Nach einem deutlichen Rückgang der verwalteten Kundenvermögen im Jahr 2008 (-19,5 Prozent) setzte im Jahr 2009 mit einem Plus von 8,4 Prozent (Nettoneugeldzuwachs: 0,9 Prozent) wieder eine leichte Erholung ein. «Trotz widriger Umstände war es in den vergangen vier Jahren gesamtschweizerisch möglich, kontinuierlich Nettoneugelder zu akquirieren. Allerdings gab es grosse Unterschiede zwischen einzelnenBanken und Regionen», erklärt Matthias Memminger, Leiter Private Banking Business Consulting bei PwC Schweiz. «Der Finanzplatz Schweizzeichnet sich neben dem Bankkundengeheimnis durch wirtschaftliche undpolitische Rahmenbedingungen, Dienstleistungsqualität und Stabilität aus. Er besitzt daher auch in Zukunft grosses Potenzial, Kundenneugelder zu gewinnen.»

Vor allem in den aufstrebenden Märkten wird künftig Wachstum im Onshore-Private-Banking generiert. Bereits in den Jahren 2006 bis 2009 waren Institute mit einem Hub in diesen Märkten bei der Akquirierung der Nettoneukundengelder sehr erfolgreich. Die Banken werden also nicht umhin kommen, die aufstrebenden Märkte durch Kooperationen oder durch eine eigene Präsenz zu erschliessen.

Rückläufige Margen

Die Profitabilität der Kundenvermögen nahm in den untersuchten vier Jahren ab. Die Bruttomarge erreichte im Jahr 2009 noch 110 Basispunkte (2006: 117). Auch die Nettomarge der analysierten Institute lag im Jahr 2009 bei 20 Basispunkten (2006: 32). Diese Entwicklung liess im vergangenen Jahr das Kosten-Ertrags-Verhältnis (nach Abschreibungen) im Schweizer Private Banking auf 79 Prozent (2006: 65 Prozent) ansteigen. «Durch die veränderte Ertragssituation ist es für die Private-Banking-Institute von zentraler Bedeutung, die Kostenbasis in den nächsten Jahren unter Kontrolle zu halten und zu reduzieren», sagt Matthias Memminger. «Alleine die regulatorischen Kosten werden um 10 bis 30 Prozent ansteigen.»

Besonders unter Druck sind die kleinen Banken. So mussten sie im Rahmen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 mit -37 und -18 Basispunkten den stärksten Rückgang bei der Brutto- bzw. der Nettomarge in Kauf nehmen. Die fehlenden Skaleneffekte zeigen sich auch im tieferen Ertrag pro Mitarbeitenden von durchschnittlich 502'000 Franken über die vergangenen vier Jahre. Grosse Banken erreichten im selben Zeitraum einen Durchschnittswert von 604'000 Franken pro Mitarbeitenden.

Steuerkonformes Geschäftsmodell

Der Trend hin zu einem steuerkonformen Geschäftsmodell wird die Entwicklung in den nächsten Jahren wesentlich prägen. So werden aufgrund der verstärkten staatlichen Regulierungen die in erster Linie steuerlich getriebenen Offshore-Geschäftsmodelle an Bedeutung verlieren. Im Vorteil sind grössere Banken, die sich dank Skalenerträgen mit den steigenden regulatorischen Kosten leichter tun. Über Kooperationen oder eigene Repräsentanzen haben sie zudem einfacheren Zugang zum grossen Potenzial an Neukundengeldern in den aufstrebenden Märkten.

Zahl der Banken sinkt

Trotz zahlreicher Neugründungen mit neuen Ansätzen und Geschäftsmodellen wird in den nächsten Jahren eine zunehmende Konsolidierung bei kleinen und mittelgrossen Banken stattfinden. Die Zahl der Private-Banking-Institute ging seit dem Jahr 2005 von 181 auf 170 (-6 Prozent) zurück. Diese Zahl wird weiter sinken. Insbesondere Auslandbanken und kleinere Institute könnten Gegenstand von Transaktionen werden. Sie stehen vor der Aufgabe, ihre strategische Ausrichtung und insbesondere ihre Effizienz durch Kostensenkungsprogramme, Outsourcing-Optionen und Zusammenschlüsse zu überprüfen.

(cs/KMU Magazin)

Eine breite Allianz konzernkritischer Organisationen erhöht den Druck auf Schweizer Unternehmen.
Eine breite Allianz konzernkritischer ...
Allianz erhöht den Druck  Bern - Eine breite Allianz konzernkritischer Organisationen erhöht den Druck auf Schweizer Unternehmen. Nachdem sie das Thema Konzernverantwortung mit der Kampagne «Recht ohne Grenzen» auf die politische Agenda gebracht haben, lancieren sie nun eine Volksinitiative. mehr lesen 1
Energiesparen  Die kleinen und mittleren Unternehmen sind auf dem Weg zu mehr Energieeffizienz. Hauptmotiv ... mehr lesen  
Jedes dritte KMU in Deutschland hat 2011-2013 Energie eingespart.
Spezialisten verdienen durchschnittlich 113.000 Franken.
Studie zur Vergütung von Fachkräften  Die Saläre von Spezialisten und Sachbearbeitern in der Schweiz steigen in diesem Jahr ähnlich moderat wie in den vergangenen Jahren: ... mehr lesen  
IT-Zufriedenheit  Besonders junge Berufstätige wollen ... mehr lesen
Mehr als die Hälfte der Berufstätigen würden gerne den Arbeitscomputer durch ein neues Gerät ersetzen.
AKTUELLE AUSGABE
AKTUELLE AUSGABE

» Hier abonnieren


Die Fachzeitschrift
für Geschäftsleitung und Verwaltungsrat von Unternehmen mit 10 - 250 Beschäftigten.

» Hier abonnieren


Agenda
Wichtige Termine für Entscheider

» Termine anzeigen

Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wieso eigentlich? Brauchen wir doch gar nicht, die Menschenrechte, nicht mal in der ... So, 12.04.15 18:01
  • JasonBond aus Strengelbach 4115
    Zürich Weltmetropole Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. In 10 Jahren ... Do, 24.02.11 11:02
  • jorian aus Dulliken 1754
    Rohstoffpreise A Wer keine Gold oder Silbermünzen hat ist selbst schuld! EU ... Fr, 04.02.11 03:57
  • Midas aus Dubai 3810
    Wir alle haben schuld Sehen Sie die Beiträge zur Waffeninitiative im Vergleich zu Ihrem ... Fr, 04.02.11 02:48
  • mriedl aus Aurolzmünster 1
    Schuld haben die Politker Ein Beispiel, der Heizölverbrauch sink jährlich um 5%, Tendenz weiter ... Do, 03.02.11 14:23
  • jorian aus Dulliken 1754
    Buchtipp ... Sa, 08.01.11 11:26
  • Betriebsrentner aus Wörthsee 1
    Die Versicherungswirtschaft läßt grüßen!! Wieder ein Versuch, diesmal auf europäischer Ebene, Menschen in die ... So, 06.06.10 16:59
  • ochgott aus Ramsen 695
    Eine Statistik die keinen Menschen weiterhilft. Mi, 26.05.10 16:26
EasyGov am Laptop
Startup News EasyGov.swiss vereinfacht die nötigen Behördengänge Das Staatssekretariat für Wirtschaft ...
 
News
         
Reanimation
Publinews Erste Hilfe am Arbeitsplatz  Was tun Sie, wenn Ihr Kollege keine Luft mehr bekommt? Und damit meinen wir nicht (nur) ... mehr lesen
Für Arbeitgeber ergibt sich mit dem Home Office ein wichtiger Vorzug.
Publinews    Die Arbeit beansprucht nach Abschluss der Ausbildung oder des Studiums einen grossen Teil unseres Lebens, weshalb es für ... mehr lesen
Es bestehen aktuell eine Vielzahl an Überweisungsmöglichkeiten, so auch via Mobiltelefon und Bank- oder Kreditkartenkonten.
Publinews Geldüberweisungen  Während das Internet und andere technische Fortschritte die Grenzen der geografischen Distanz überwunden haben, haben immer mehr Länder ihre Türen für den ... mehr lesen
Schweisser
Publinews Beim Schweissen werden zwei oder mehr Werkstücke dauerhaft miteinander verbunden. Gemäss den Definitionen EN 14610 und DIN 1910-100 ist das Schweissen das ... mehr lesen
Viele spannende Möglichkeiten, ein Start-up zu finanzieren. Am Ende kommt es ganz wesentlich auf zwei Dinge an: Sich nicht entmutigen zu lassen und immer wieder nach neuen Lösungen suchen.
Publinews Die beste Idee nutzt nicht viel, wenn kein Kapital vorhanden ist, um sie umzusetzen. Start-ups stehen in der Beliebtheitsskala der Banken jedoch nicht gerade ... mehr lesen
Schlüsseldienste versprechen bei einer Aussperrung schnelle und kompetente Hilfe.
Publinews Binnen weniger Sekunden ist es passiert: Die Tür fällt hinter Ihnen ins Schloss, und der Schlüssel befindet sich im Inneren des Hauses. ... mehr lesen
Eine Haustür kann mit Zusatzschlössern, Querriegeln und Schutzbeschlägen nachgerüstet werden.
Publinews Nach dem Erwerb einer Immobilie ist eine Bestandsaufnahme sinnvoll, um zu ermitteln, ob Sanierungsbedarf vorhanden ist. Für die betroffenen ... mehr lesen
Weltweite Einsetzbarkeit, hohe und bargeldlose Zahlungssicherheit - die Kreditkarte überzeugt seit jeher mit vielseitigen Vorteilen.
Publinews Immer häufiger kommt sie in Alltag, Urlaub oder bei der Arbeit zum Einsatz. Kein Wunder, denn sie bietet eine Vielzahl an Leistungen und Extras. Die Kreditkarte existiert ... mehr lesen
Wer sich als Unternehmen der Online-Welt verschliesst, der grenzt damit auch wichtige Kunden und Absatzkanäle aus.
Publinews Dass sich grosse Unternehmen es sich nicht nehmen lassen, umfangreichen Online-Aktivitäten nachzugehen, ist heute selbstverständlich. Kleinere und mittlere Unternehmen, ... mehr lesen
Stellenmarkt.ch
Wirtschaft Marken
   Marke    Datum
CBD SHOP JOYE Logo
20.02.2020
JACOBY Logo
20.02.2020
20.02.2020
home sampling Logo
20.02.2020
MR HT-SYSTEM Logo
20.02.2020
    Information zum Feld
Bitte geben Sie hier einen Markennamen ein wie z.B. 'Nespresso'
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 4°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Basel 4°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig wechselnd bewölkt
St. Gallen 4°C 6°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Bern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Luzern 5°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig freundlich
Genf 7°C 10°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 2°C 16°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten