Uhrenbranche wird mit ihren Defiziten konfrontiert
publiziert: Samstag, 14. Apr 2007 / 14:56 Uhr

Basel - An der Baselworld 2007, der wichtigsten Messe der Uhrenindustrie, zeigt sich die florierende Branche von ihrer schönsten Seite. Ihre Sorgen lassen sich aber nicht kaschieren: das fehlende Personal und die Reform des «Swiss Made»-Labels.

In der Schweizer Uhrenindustrie könnten gut 20'000 Personen mehr angestellt werden.
In der Schweizer Uhrenindustrie könnten gut 20'000 Personen mehr angestellt werden.
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Sämtliche Uhrenmarken litten unter der Personalknappheit, auch wenn zumindest ein Teil des Problems mit der Automatisierung einzelner Produktionsschritte kompensiert werden könne, sagt Tissot-Geschäftsleiter François Thiébaud, der auch als Präsident des Ausstellungskomitees amtiert.

An den Werkbänken arbeiteten heute viele Personen, die ihr Rentenalter erreicht hätten, sagt Thiébaud.

In der gegenwärtig florierenden Phase könnte die Schweizer Uhrenindustrie gut 20'000 Arbeitsplätze mehr anbieten. Ihr fehlen nun jene Stellen, die in den frühen 80er-Jahren verloren gingen.

Neue Ausbildungsangebote

Die Anstrengungen zur Ausbildung von Uhrmachern - sie dauert fünf bis zehn Jahre - werden nun intensiviert. Zudem hat der Arbeitgeberverband der Uhrenindustrie (Convention patronale horlogère, CP) beschlossen, ein zweijähriges Ausbildungsangebot zu lancieren, um dem Personalmangel zu begegnen.

«Es geht darum, den Fortbestand unseres Metiers zu sichern», sagt Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident des Schmuck- und Uhrenherstellers Chopard. Das Genfer Unternehmen, das rund fünfzig Lehrlinge ausbildet, will die Ausgaben für die Ausbildung um 10 bis 15 Prozent anheben, namentlich im Werk im neuenburgischen Fleurier.

Gleich tönts bei Patek Philippe. Um den Wert der produzierten Uhren zu steigern, müssten etwa zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten geboten werden, sagt Philipe Stern, Chef des Genfer Luxusuhren-Herstellers. Aber wie alle Produzenten stossen wir wegen den fehlenden Arbeitskräften an Grenzen.

Ausbildung auch im Ausland

Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, bildet Patek Philippe den Nachwuchs in der Schweiz wie im Ausland aus. Junge Ausländer werden im eigenen Haus ausgebildet, während das Unternehmen gleichzeitig auch Schulen im Ausland finanziell unterstützt, namentlich in Japan und in den USA.

Die Zukunft der Uhrenindustrie liege bei jenen Arbeitskräften, die noch gefunden werden müssten, sagt Jérôme de Witt, Präsident der gleichnamigen Marke, die 2003 lanciert wurde. Die Genfer Uhrmacher-Schule (Ecole d'horlogerie) bildet jährlich rund vierzig Personen aus - nötig wären aber deren 500.

Die Frage der Ausbildung stellt sich für die Branche noch in einem anderen Zusammenhang: Sie betrifft auch das vom Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (Fédération de l'industrie horlogère suisse, FH) vor einigen Wochen lancierte Projekt einer Verschärfung der Kriterien für das «Swiss Made»-Label.

Luxus-Marken profitieren

Das Reformvorhaben bedinge grosse Anstrengungen bei der Aus- und Weiterbildung, sagt de Witt. Das Projekt ist in der Branche allerdings nicht unumstritten. So wird befürchtet, dass vor allem die Luxus-Marken profitieren könnten.

Chopard-Co-Präsident Scheufele erachtet eine Überarbeitung des Labels denn auch als wichtig. In seiner heutigen Form seien die Kriterien leicht zu erfüllen.

Anders tönts bei Patek Philippe: Ob 50 oder wie vorgeschlagen neu 80 Prozent der Produktionskosten in der Schweiz anfielen, so bleibe die ganze Angelegenheit dennoch vage, sagt Konzernchef Stern. Die Glaubwürdigkeit der Branche hänge nicht nur vom «Swiss Made»-Label ab. Er ziehe es vor, das Qualitätssiegel «Poinçon de Genève» zu verteidigen.

Bis zu einer Umsetzung der neuen Regeln dürfte ohnehin noch viel Zeit verstreichen - selbst wenn die Vorschläge des FH-Vorstands an der Generalversammlung vom 28. Juni angenommen werden. Denn in der Folge müsste der Bundesrat seine Verordnung von 1971 anpassen. Das könnte mehrere Jahre dauern.

(von Françoise Lafuma, SDA/sda)

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